
Der deutsche Aktienmarkt hat sich am Freitag, 9. Oktober 2026, von seinen jüngsten Verlusten erholt. Der DAX schloss wieder oberhalb von 25.000 Punkten. Sinkende Ölpreise und nachgebende Anleiherenditen sorgten für Entlastung. Gleichzeitig gerieten die Aktien der Deutschen Telekom stark unter Druck. Für die gesamte Handelswoche blieb der deutsche Leitindex trotz des freundlichen Freitags im Minus.
Beim DAX-Schluss am 9. Oktober 2026 stand der deutsche Leitindex bei 25.102,34 Punkten. Das entsprach einem Anstieg um 295,37 Punkte beziehungsweise 1,19 Prozent gegenüber dem Donnerstag. Der Schlussstand stammt aus den Xetra-Daten der Deutschen Börse vom Freitag, 17.30 Uhr.
Damit machte der DAX einen erheblichen Teil seines Rückgangs vom Vortag wett. Am Donnerstag hatte er bei 24.806,97 Punkten geschlossen und war damit erstmals seit Ende Juli wieder unter die Marke von 25.000 Punkten gefallen. Während des Freitagshandels erreichte der Index zeitweise 25.164,74 Punkte. Das Tagestief lag bei 24.955,71 Punkten.
Auch bei den mittelgroßen Unternehmen zeigte sich eine Erholung. Der MDAX erreichte zum Xetra-Handelsschluss um 17.30 Uhr einen Stand von 30.006,61 Punkten. Die Entwicklung zeigte, dass die Kursgewinne nicht auf wenige besonders große Unternehmen beschränkt blieben.
Der freundliche Handelstag bedeutete allerdings keine vollständige Rückkehr zum Niveau der Vorwoche. Dafür waren die vorherigen Verluste zu deutlich ausgefallen.
Ein wichtiger Faktor für die Kursgewinne war die Entwicklung am Ölmarkt. Nachdem die Rohölpreise zuletzt kräftig gestiegen waren, gaben sie am Freitag wieder nach. Auslöser waren unter anderem Äußerungen von US-Präsident Donald Trump zu möglichen weiteren Militäraktionen gegen den Iran.
Trump hatte erklärt, dass die Vereinigten Staaten vor den amerikanischen Zwischenwahlen im November keine weiteren Angriffe auf den Iran durchführen würden. Die Aussagen wurden an den Finanzmärkten als Hinweis auf eine mögliche vorübergehende Entspannung gewertet. Die tatsächliche weitere Entwicklung des Konflikts blieb damit jedoch offen.
Für europäische Unternehmen sind die Ölpreise ein bedeutender Kostenfaktor. Besonders energieintensive Industriebetriebe können durch steigende Preise für Rohöl und andere Energieträger belastet werden. Gleichzeitig erhöhen hohe Energiepreise den Inflationsdruck, was wiederum Auswirkungen auf die Zinspolitik der Zentralbanken haben kann.
Die Entspannung am Freitag verringerte daher zumindest vorübergehend einen Teil der Sorgen, die den Aktienmarkt in den vergangenen Tagen belastet hatten.
Unterstützung kam auch von den Anleihemärkten. Nach einem deutlichen Renditeanstieg im Wochenverlauf gingen die Renditen amerikanischer und europäischer Staatsanleihen teilweise zurück.
Bei zehnjährigen US-Staatsanleihen lag die Rendite am Freitagmorgen laut dpa-AFX dennoch bei rund 5,2 Prozent. Damit blieb das Zinsniveau trotz der jüngsten Entspannung hoch.
Hohe Anleiherenditen können Aktien unter Druck setzen. Einerseits werden festverzinsliche Wertpapiere für Investoren attraktiver. Andererseits verteuern höhere Finanzierungskosten Investitionen und können die Gewinne von Unternehmen belasten.
Besonders empfindlich reagieren häufig Unternehmen, deren Bewertung stark von erwarteten Gewinnen in den kommenden Jahren abhängt. Dazu zählen zahlreiche Technologieunternehmen.
Die nachgebenden Renditen verschafften den Aktienmärkten am Freitag deshalb etwas Spielraum. Von einer grundlegenden Entspannung bei den Finanzierungskosten konnte allerdings noch keine Rede sein.
Während der DAX insgesamt zulegte, gehörte die Deutsche Telekom zu den auffälligsten Verlierern des Tages. Die Aktie notierte am Freitag um 16.48 Uhr auf Xetra bei 24,83 Euro. Das entsprach einem Rückgang um 7,45 Prozent gegenüber dem Vortagesschluss von 26,83 Euro. Die Kursdaten stammen aus der Xetra-Übersicht von Finanznachrichten.de.
Hintergrund war eine Ankündigung des amerikanischen Raumfahrtunternehmens SpaceX. Das Unternehmen von Elon Musk hatte am Donnerstag eine Vereinbarung über den Erwerb eines landesweiten Portfolios von Mobilfunkfrequenzen in den USA bekannt gegeben.
Verkäufer ist die Investmentgesellschaft Grain Management. Nach deren Mitteilung vom 8. Oktober umfasst die Vereinbarung Frequenzen im Bereich von 800 Megahertz. Die Transaktion muss noch von der amerikanischen Telekommunikationsaufsicht FCC genehmigt werden.
Mit den Frequenzen will SpaceX seinen Dienst Starlink Mobile ausbauen. Ziel ist es, Mobilfunkverbindungen künftig stärker über Satelliten und ergänzende terrestrische Infrastruktur anzubieten.
Für die Deutsche Telekom ist diese Entwicklung besonders relevant, weil sie rund 54 Prozent an T-Mobile US hält. Die amerikanische Tochter gehört zu den großen Mobilfunkanbietern in den Vereinigten Staaten und könnte langfristig stärkerer Konkurrenz durch satellitengestützte Angebote ausgesetzt sein.
Ob und wann SpaceX tatsächlich in größerem Umfang Marktanteile gewinnen kann, ist offen. Der Ausbau eines solchen Angebots setzt zusätzliche technische und regulatorische Schritte voraus.
Die Reaktion beschränkte sich nicht auf die Deutsche Telekom. Auch andere europäische Mobilfunkunternehmen verzeichneten am Freitag deutliche Kursverluste.
Nach Reuters-Daten vom Vormittag verloren Vodafone zeitweise rund 4,5 Prozent, Orange etwa 3,4 Prozent und Telefónica rund 3,3 Prozent. Der europäische Branchenindex für Telekommunikationsunternehmen geriet ebenfalls unter Druck.
Die Kursverluste spiegelten insbesondere die Sorge wider, dass neue satellitengestützte Mobilfunkangebote den Wettbewerb verändern könnten. Eine unmittelbar bevorstehende Verdrängung der etablierten Netzbetreiber lässt sich daraus nicht ableiten.
Für die Konzerne bleiben vorhandene Mobilfunknetze, Kundenverträge und technische Infrastruktur wichtige Wettbewerbsfaktoren. Zudem ist noch nicht geklärt, in welchem Umfang und zu welchen Bedingungen SpaceX künftig reguläre Mobilfunkdienste anbieten kann.
Die positive Entwicklung am Freitag reichte nicht aus, um die Verluste der gesamten Handelswoche vollständig auszugleichen.
Am Freitag, 2. Oktober, hatte der DAX noch bei 25.231,20 Punkten geschlossen. Mit dem aktuellen Schlussstand von 25.102,34 Punkten ergibt sich für die Woche ein Rückgang um 128,86 Punkte beziehungsweise rund 0,51 Prozent.
Besonders die starken Schwankungen zur Wochenmitte hatten den Index belastet. Am Dienstag lag der Schlussstand noch bei 25.449,19 Punkten, ehe am Mittwoch und Donnerstag deutliche Rückgänge folgten.
Die internationalen Finanzmärkte bleiben von mehreren Faktoren abhängig. Neben den Energiepreisen und den Entwicklungen im Nahen Osten stehen die Renditen an den Anleihemärkten sowie die Geldpolitik der großen Zentralbanken im Mittelpunkt.
Zusätzliche Hinweise auf die wirtschaftliche Lage dürfte die bevorstehende Berichtssaison der Unternehmen liefern. Dabei wird sich zeigen, wie sich gestiegene Energiepreise, hohe Finanzierungskosten und die internationale Unsicherheit auf Umsätze und Gewinne ausgewirkt haben.
Der Freitag brachte dem DAX damit einen versöhnlichen Abschluss einer schwachen Börsenwoche. Die Marke von 25.000 Punkten wurde zurückerobert, die Verluste der vorherigen Handelstage blieben jedoch nicht vollständig ausgeglichen.
Texte werden mit Unterstützung von KI-Tools erstellt und vor Veröffentlichung redaktionell geprüft. Mehr dazu