DAX im Plus: Rüstungsaktien gewinnen, Evotec auf Jahrestief

Aktienhandel: Kurstafel mit Kursverläufen an der Börse
Quelle: Pixabay, sergeitokmakov

Teilen:

Der deutsche Aktienmarkt hat die neue Handelswoche mit Kursgewinnen begonnen. Der DAX am 12. Oktober 2026 schloss bei 25.277,68 Punkten und damit 0,76 Prozent höher als am Freitag. Besonders gefragt waren Aktien aus der Rüstungsindustrie. Rheinmetall und Hensoldt legten deutlich zu. Gleichzeitig geriet der Biotechnologiekonzern Evotec erheblich unter Druck. Auch internationale Entwicklungen im Halbleitermarkt und steigende Ölpreise beschäftigten die Anleger.

Anzeige

DAX gewinnt rund 190 Punkte

Der deutsche Leitindex verbesserte sich am Montag um 190,41 Punkte. Der offizielle Stand um 17:50 Uhr lag bei 25.277,68 Zählern. Im Tagesverlauf hatte der DAX zeitweise 25.315,75 Punkte erreicht. Bereits am Freitag war der Index mit einem Gewinn von 1,13 Prozent auf 25.087,27 Punkte gestiegen.

Zu den stärkeren DAX-Werten gehörten am Montag Rheinmetall und RWE. Auch SAP beendete den Xetra-Handel mit einem Kursplus. Dagegen standen unter anderem Infineon und mehrere Automobilwerte auf der Verliererseite.

Rheinmetall und Hensoldt profitieren von Branchenoptimismus

Besonders deutlich fiel die Aufwärtsbewegung bei deutschen Rüstungsunternehmen aus. Die Rheinmetall-Aktie gewann im Xetra-Handel 2,46 Prozent auf 962,20 Euro. Der Kursstand stammt von 17:39 Uhr. Hensoldt verteuerte sich um 5,80 Prozent auf 80,64 Euro und führte damit die Gewinnerliste im MDAX an. Der entsprechende Kursstand lag um 17:35 Uhr vor.

Anzeige

Für Aufmerksamkeit sorgte eine neue Branchenstudie der US-Investmentbank Morgan Stanley. Die Analysten äußerten sich zuversichtlich über die weiteren Geschäftsaussichten europäischer Verteidigungsunternehmen. Sie erwarten unter anderem zusätzliche Auftragsvergaben aus bereits vorgesehenen Verteidigungsbudgets bis zum Jahresende.

Die Einschätzung fällt in eine Phase steigender europäischer Verteidigungsausgaben. Ob die erwarteten Aufträge tatsächlich in dem angenommenen Umfang vergeben werden, ist damit allerdings noch nicht entschieden.

Evotec verliert mehr als elf Prozent und erreicht neues Tief

Während Rüstungswerte zulegten, setzte sich bei Evotec der Kursrückgang fort. Die Aktie des Hamburger Wirkstoffforschungsunternehmens fiel im Xetra-Handel um 11,13 Prozent auf 2,46 Euro. Der Schlusskurs wurde um 17:35 Uhr festgestellt. Damit erreichte das Papier zugleich ein neues 52-Wochen-Tief.

Evotec befindet sich bereits seit Monaten in einer schwierigen Geschäftslage. Im Juli hatte das Unternehmen seine Umsatz- und Ergebnisprognose für 2026 deutlich reduziert. Im August bestätigte Evotec die gesenkten Erwartungen. Der Konzern rechnet für das Gesamtjahr mit Umsatzerlösen zwischen 570 und 610 Millionen Euro und einem negativen bereinigten EBITDA zwischen 70 und 105 Millionen Euro.

Ein konkreter neuer Auslöser für die starken Kursverluste am Montag war zunächst nicht gesichert. Evotec gehört sowohl dem SDAX als auch dem TecDAX an und ist kein Bestandteil des DAX.

Chinesischer Chiphersteller CXMT belastet Speicheraktien

Auch die internationale Halbleiterbranche stand unter Druck. Hintergrund waren Aussagen des chinesischen Speicherchipherstellers ChangXin Memory Technologies, kurz CXMT. Das Unternehmen erklärte, Fortschritte bei einer neuen DRAM-Speicherarchitektur erzielt zu haben. Noch vor Jahresende soll ein darauf basierendes Produkt für Server vorgestellt werden.

Die sogenannte 4F²-Technologie könnte eine höhere Speicherdichte ermöglichen. Ob CXMT die Technik in größerem Umfang wirtschaftlich herstellen kann, ist allerdings noch offen. Konkrete technische Leistungsdaten und Ergebnisse einer Serienfertigung lagen zunächst nicht vor.

Die Ankündigung fiel mit Kursverlusten der südkoreanischen Konzerne Samsung Electronics und SK Hynix zusammen. Auch die Aktie des US-Speicherherstellers Micron geriet unter Druck. Am deutschen Aktienmarkt verlor Infineon bis zum Xetra-Schluss um 17:35 Uhr 2,79 Prozent auf 57,22 Euro.

Ölpreis steigt nach neuen Angriffen in Saudi-Arabien

Neben den Aktienmärkten rückte der Ölhandel in den Mittelpunkt. Der Preis für Rohöl der Nordseesorte Brent legte im Tagesverlauf deutlich zu. Der Dezember-Future notierte am Montag gegen 17:13 Uhr bei 106,72 US-Dollar je Barrel, rund 1,91 Prozent über dem vorherigen Vergleichswert.

Die Entwicklungen im Nahen Osten verstärkten die Unsicherheit über die Energieversorgung. Nach erneuten Angriffen auf saudische Flughäfen, darunter den internationalen Flughafen von Riad, standen insbesondere die Sicherheitslage in der Golfregion und mögliche Auswirkungen auf den Öltransport im Fokus. Die Huthi hatten die Verantwortung für einen Angriff auf den Flughafen Riad für sich beansprucht.

Für die internationalen Energiemärkte ist die Region von erheblicher Bedeutung. Saudi-Arabien zählt zu den wichtigsten Ölexporteuren weltweit. Bereits die Sorge vor Transportstörungen oder weiteren Angriffen kann deshalb Auswirkungen auf die Rohölpreise haben.

Der Handelstag verdeutlichte damit erhebliche Unterschiede innerhalb des Aktienmarktes: Während der DAX insgesamt zulegte und Rüstungsaktien gefragt waren, verzeichneten einzelne Technologie- und Biotechnologiewerte deutliche Verluste.

Texte werden mit Unterstützung von KI-Tools erstellt und vor Veröffentlichung redaktionell geprüft. Mehr dazu