
Die Dax Handelswoche 17. bis 21. August 2026 beginnt nur wenige Punkte unter der jüngsten Rekordzone. Der deutsche Leitindex schloss am Freitag bei 26.440,31 Punkten und damit 0,53 Prozent höher als am Vortag. Im Vergleich zum Schlussstand eine Woche zuvor von 26.355,35 Punkten ergibt sich ein Plus von rund 0,3 Prozent. Seit dem Jahresende 2025 bei 24.490,41 Punkten hat der Dax knapp 8 Prozent gewonnen. Nach der starken August-Rally richtet sich der Blick nun stärker auf Konjunkturdaten, die US-Geldpolitik und die Frage, ob die zuletzt nachlassende Marktbreite anhält.
Das bisherige Allzeithoch erreichte der Dax am Mittwoch, 12. August 2026, bei 26.573,50 Punkten. Damit liegt der Schlusskurs vom Freitag lediglich rund 133 Punkte oder etwa 0,5 Prozent unter der Rekordmarke. Am Freitag selbst stieg der Index zeitweise wieder bis über 26.500 Punkte, konnte die Bestmarke aber nicht übertreffen.
Die Dynamik hat sich zugleich etwas abgeschwächt. CMC-Markets-Chefmarktanalyst Andreas Lipkow verwies zuletzt darauf, dass die jüngste Aufwärtsbewegung von vergleichsweise wenigen Aktien getragen werde. Beim Erreichen des Rekordhochs habe weniger als die Hälfte der Dax-Werte im Plus gelegen. Gleichzeitig seien die Handelsumsätze zurückgegangen. Lipkow wertete dies als Faktor, der Fragen nach der Nachhaltigkeit der jüngsten Rally aufwerfe.
Aus charttechnischer Sicht sieht die DZ Bank den Dax weiterhin in einem übergeordneten Aufwärtstrend, zugleich aber in einer Phase, in der eine Konsolidierung die zuvor überkaufte Lage abbauen könnte. In ihrer Analyse vom Freitag nennt das Haus 26.581 Punkte als ersten Widerstand. Darüber folgt die psychologisch wichtige Marke von 27.000 Punkten.
Auf der Unterseite nennt die Analyse zunächst 26.084 Punkte als Unterstützung. Sollte diese Marke nachhaltig unterschritten werden, rückt nach Einschätzung der DZ Bank der Bereich um 25.295 Punkte in den Blick. Das Haus weist zugleich darauf hin, dass die gleitenden Durchschnitte über 20, 50 und 200 Handelstage weiterhin positive technische Signale liefern. Die genannten Marken sind charttechnische Szenarien und keine Kursprognose.
Der erste wichtige deutsche Konjunkturtermin folgt am Dienstag. Das ZEW veröffentlicht um 11.05 Uhr seine Konjunkturerwartungen für August. Im Juli war der Erwartungsindex deutlich auf 26,3 Punkte gestiegen. Das ZEW hatte die bessere Stimmung unter anderem mit den angekündigten Reformmaßnahmen der Bundesregierung in Verbindung gebracht. Zugleich blieb die Einschätzung der aktuellen wirtschaftlichen Lage deutlich negativ.
Am Freitag folgen die vorläufigen Einkaufsmanagerindizes von S&P Global für Deutschland und den Euroraum. Die Juli-Daten hatten für Deutschland eine leichte Belebung signalisiert. Der deutsche Composite-Index war auf 51,2 Punkte gestiegen und damit über die Wachstumsschwelle von 50 Punkten zurückgekehrt. Die August-Werte dürften deshalb daraufhin beobachtet werden, ob sich die Stabilisierung fortsetzt oder die Erholung erneut an Kraft verliert.
Am Mittwoch veröffentlicht Eurostat zudem die endgültigen Inflationsdaten für Juli. In der vorläufigen Schätzung war die Inflationsrate im Euroraum mit 2,9 Prozent angegeben worden, nach 2,8 Prozent im Juni. Die Daten bleiben für die Erwartungen an die weitere Geldpolitik der Europäischen Zentralbank relevant.
Auch aus den USA kommen in der neuen Woche mehrere Impulse. Am Montag wird der Empire-State-Index für das verarbeitende Gewerbe veröffentlicht. Am Dienstag folgen unter anderem Baubeginne, Baugenehmigungen und die US-Industrieproduktion für Juli.
Besondere Aufmerksamkeit dürfte am Mittwoch das Protokoll der jüngsten Sitzung der US-Notenbank Federal Reserve erhalten. Die Fed hatte ihren Leitzins im Juli in einer Spanne von 3,50 bis 3,75 Prozent belassen. Das Protokoll könnte Hinweise darauf geben, wie breit die unterschiedlichen Einschätzungen innerhalb des geldpolitischen Ausschusses waren. Am Donnerstag folgen die wöchentlichen Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe sowie der Philadelphia-Fed-Index. Am Freitag stehen auch in den USA die vorläufigen Einkaufsmanagerindizes an.
Zusätzliche Unternehmensimpulse kommen aus dem amerikanischen Einzelhandel. Home Depot legt am Dienstag Zahlen vor, Target und Lowes folgen am Mittwoch. Am Donnerstag berichtet Walmart. Wegen ihrer Größe und ihrer Bedeutung für den US-Konsum können die Zahlen dieser Konzerne auch die Stimmung an den europäischen Aktienmärkten beeinflussen.
Bei den großen deutschen Börsenkonzernen ist die Berichtssaison inzwischen weitgehend abgeschlossen. In der Handelswoche vom 17. bis 21. August stehen deshalb deutlich weniger Termine von Dax-Unternehmen an als in den vergangenen Wochen.
Im Kalender finden sich vor allem kleinere und mittelgroße deutsche Gesellschaften. Für Dienstag sind unter anderem Zahlen von Einhell Germany und Dr. Hönle vorgesehen. Nabaltec hat Ergebnisse für Donnerstag angekündigt. Bei Hypoport beginnt am Montag ein angekündigtes Aktienrückkaufprogramm. Für den Dax als Gesamtindex dürften die internationalen Unternehmenszahlen und die Konjunkturdaten deshalb stärker ins Gewicht fallen als die verbleibenden deutschen Berichtstermine.
Das hohe Dax-Niveau steht weiterhin im Kontrast zu den Problemen großer Teile der deutschen Industrie. Der Bundesverband der Deutschen Industrie hatte für 2026 bestenfalls eine Stagnation der Industrieproduktion erwartet und unter anderem hohe Energiekosten, Lieferkettenrisiken sowie strukturelle Schwächen des Standorts genannt.
Hinzu kommt der zunehmende Wettbewerbsdruck aus China. Besonders deutlich zeigt sich dies in der Autoindustrie. Deutsche Hersteller und Zulieferer kämpfen dort mit technologisch schnell aufholenden Wettbewerbern und zunehmendem Preisdruck. Gleichzeitig belasten Handelsbarrieren und die im internationalen Vergleich hohen Energie- und teilweise auch Arbeitskosten die Industrie.
Aktuell kommen zusätzliche logistische Belastungen hinzu. Niedrige Wasserstände am Rhein haben bei Unternehmen aus Chemie, Energie, Stahl und Landwirtschaft zu höheren Transportkosten und Einschränkungen geführt. Diese Probleme treffen auf eine Industrie, deren Produktion im Juni zwar um 0,2 Prozent gegenüber dem Vormonat gestiegen ist, deren längerfristige Wettbewerbsprobleme damit aber nicht gelöst sind.
Der Dax bildet die deutsche Binnenwirtschaft nur eingeschränkt ab. Viele seiner größten Unternehmen erzielen einen erheblichen Teil ihrer Umsätze außerhalb Deutschlands. Schwäche in einzelnen heimischen Industriezweigen schlägt deshalb nicht automatisch im gleichen Maß auf den Index durch.
Zudem haben die 40 Dax-Unternehmen im zweiten Quartal insgesamt starke Ergebnisse erzielt. Nach einer Auswertung von EY stieg ihr operativer Gewinn gegenüber dem Vorjahresquartal um fast 16 Prozent auf 52,6 Milliarden Euro. Besonders Unternehmen aus Telekommunikation, Versicherungen, Technologie, Energie und Rüstung haben die Gewinnentwicklung gestützt, während insbesondere Teile der Autoindustrie schwächer abschnitten.
Jochen Stanzl von der Consorsbank hatte die jüngste Stärke des Index unter anderem mit dem Gewinnwachstum der Dax-Konzerne, moderaten Bewertungen und einer weiterhin zurückhaltenden Anlegerstimmung erklärt. CMC-Markets-Analyst Lipkow verweist zugleich darauf, dass Technologie-, Energie- und Rüstungswerte einen überproportionalen Anteil an der jüngsten Aufwärtsbewegung haben. Damit bleibt der Dax zwar nahe seinem Rekord, die Entwicklung innerhalb des Index ist aber deutlich weniger einheitlich, als der Indexstand allein vermuten lässt.






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