US-Konsum schwächelt: Jetzt berichten drei Handelsriesen

Aktienhandel: Kurstafel mit Kursverläufen an der Börse
Quelle: Pixabay, sergeitokmakov

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Die Quartalszahlen von Walmart, Target und Home Depot werden in der neuen Börsenwoche zu einem wichtigen Stimmungstest für die amerikanische Wirtschaft. Home Depot eröffnet am Dienstag, 18. August 2026, Target folgt am Mittwoch, Walmart am Donnerstag. Die drei Konzerne decken unterschiedliche Bereiche des Konsums ab und können damit zeigen, wie stark hohe Lebenshaltungskosten, Zölle, ein schwieriger Immobilienmarkt und die zuletzt schwächere Konsumstimmung tatsächlich auf die Ausgaben der US-Haushalte durchschlagen.

Home Depot berichtet als erstes

Den Auftakt macht Home Depot am Dienstag, 18. August. Der weltgrößte Baumarktkonzern veröffentlicht die Zahlen für sein zweites Geschäftsquartal 2026. Nach der von Kiplinger zusammengefassten Wall-Street-Schätzung rechnen Analysten mit einem Umsatz von rund 47,2 Milliarden Dollar und einem Gewinn von 4,73 Dollar je Aktie. Entscheidend dürfte jedoch vor allem sein, ob sich die Nachfrage nach größeren Renovierungen stabilisiert hat.

Im ersten Quartal erzielte Home Depot 41,8 Milliarden Dollar Umsatz. Das waren 4,8 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Die vergleichbaren Umsätze stiegen allerdings lediglich um 0,6 Prozent, in den USA waren es 0,4 Prozent. Der bereinigte Gewinn je Aktie sank von 3,56 auf 3,43 Dollar. Home Depot bestätigte anschließend seine Prognose für das Gesamtjahr. Der Umsatz soll um etwa 2,5 bis 4,5 Prozent steigen, die vergleichbaren Erlöse sollen zwischen unverändert und plus zwei Prozent liegen. Beim bereinigten Gewinn je Aktie erwartet das Unternehmen eine Entwicklung zwischen unverändert und plus vier Prozent.

Hohe Zinsen bremsen den Baumarkt

Home Depot hängt stärker als Walmart oder Target vom amerikanischen Immobilienmarkt ab. Hohe Hypothekenzinsen und die geringe Erschwinglichkeit von Häusern haben dazu beigetragen, dass Verbraucher größere Umbauten und Renovierungen aufschieben. Kleinere Projekte und das Geschäft mit professionellen Handwerkern erwiesen sich zuletzt als stabiler. Auch die übernommenen Unternehmen SRS und GMS erweitern das Geschäft mit professionellen Kunden, gleichzeitig entstehen durch Übernahmen zusätzliche Abschreibungen.

Die Home-Depot-Aktie hat sich 2026 deutlich schwächer entwickelt als der breite US-Aktienmarkt und liegt seit Jahresbeginn ungefähr auf dem Niveau vom Jahresanfang. Am Freitag schloss sie bei 338,86 Dollar. Noch im Mai hatte die Aktie zeitweise rund zwölf Prozent seit Jahresbeginn verloren, bevor sie einen Teil der Verluste wieder aufholte.

Target muss den starken Jahresauftakt bestätigen

Am Mittwoch, 19. August, legt Target seine Ergebnisse für das zweite Geschäftsquartal 2026 vor. Der FactSet-Konsens, den Investors Business Daily zuletzt auswies, liegt bei einem bereinigten Gewinn von 2,32 Dollar je Aktie und einem Umsatz von rund 26,1 Milliarden Dollar. Damit würden die Erlöse gegenüber dem Vorjahresquartal um etwa vier Prozent steigen.

Target hatte im ersten Quartal überraschend kräftig zugelegt. Der Umsatz stieg um 6,7 Prozent auf 25,44 Milliarden Dollar, die vergleichbaren Verkäufe erhöhten sich um 5,6 Prozent. Der bereinigte Gewinn je Aktie erreichte 1,71 Dollar nach 1,30 Dollar im vergleichbaren Vorjahreszeitraum. Besonders auffällig war das Onlinegeschäft: Die vergleichbaren digitalen Umsätze stiegen um 8,9 Prozent, während Lieferungen am selben Tag um mehr als 27 Prozent zulegten.

Target setzt auf Wachstum trotz Kostendruck

Nach dem starken ersten Quartal hob Target seine Jahresprognose an. Für 2026 erwartet der Konzern ein Umsatzwachstum von rund vier Prozent. Der Gewinn je Aktie soll nahe dem oberen Ende der bisherigen Spanne von 7,50 bis 8,50 Dollar liegen. Zugleich verwies Target auf höhere Produktkosten und ein weiterhin unsicheres wirtschaftliches Umfeld. Eventuelle Rückzahlungen zuvor entrichteter Zölle sind in der Prognose nicht berücksichtigt.

An der Börse ist die Erwartungshaltung deshalb deutlich gestiegen. Target gehörte 2026 bislang zu den stärksten großen US-Einzelhandelswerten. Bis zum 13. August war die Aktie seit Jahresbeginn rund 60 Prozent gestiegen. Nach dem leichten Rückgang am Freitag lag der Kurs bei 154,48 Dollar und damit weiterhin annähernd 60 Prozent über dem Niveau vom Jahresanfang.

Walmart steht am Donnerstag im Mittelpunkt

Den Abschluss bildet Walmart am Donnerstag, 20. August. Der Konzern berichtet über das zweite Quartal seines Fiskaljahres 2027, das Ende Juli abgeschlossen wurde. Der von Kiplinger ausgewiesene Wall-Street-Konsens erwartet einen Umsatz von rund 186,9 Milliarden Dollar und einen bereinigten Gewinn von 0,74 Dollar je Aktie. Damit würde Walmart beim Umsatz um gut sechs Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal wachsen.

Im ersten Geschäftsquartal hatte Walmart einen Umsatz von 177,8 Milliarden Dollar erzielt, 7,3 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Der bereinigte Gewinn je Aktie stieg um 8,2 Prozent auf 0,66 Dollar. Besonders kräftig entwickelte sich das Onlinegeschäft mit einem weltweiten Umsatzplus von 26 Prozent. Das globale Werbegeschäft wuchs um 37 Prozent, die Einnahmen aus Mitgliedschaftsgebühren um 17,4 Prozent. Diese margenstärkeren Bereiche gewinnen für Walmart neben dem klassischen Einzelhandel zunehmend an Bedeutung.

Walmart hält an Jahresprognose fest

Für das zweite Quartal stellte Walmart zuletzt ein Umsatzwachstum von vier bis fünf Prozent bei konstanten Wechselkursen in Aussicht. Der bereinigte Gewinn je Aktie sollte zwischen 0,72 und 0,74 Dollar liegen. Für das gesamte Fiskaljahr 2027 blieb die Prognose unverändert. Walmart erwartet ein Umsatzplus von 3,5 bis 4,5 Prozent und einen bereinigten Gewinn je Aktie von 2,75 bis 2,85 Dollar. Mögliche Erstattungen von Zöllen sind auch hier nicht berücksichtigt.

Walmart profitiert von seiner Größe und seinem starken Lebensmittelgeschäft, weil Verbraucher in wirtschaftlich unsicheren Zeiten stärker auf Preise achten. Gleichzeitig können Zölle, höhere Rohstoffkosten und bewusst niedrige Verkaufspreise die Margen belasten. Im ersten Quartal entstanden zudem höhere Kosten für Kraftstoff in Logistik und Auslieferung. Entlastung bringen das schnell wachsende Onlinegeschäft, Werbung, Mitgliedschaften und der Marktplatz. Die Walmart-Aktie hat sich 2026 wesentlich ruhiger entwickelt als Target. Nach deutlichen Schwankungen notierte sie am Freitag bei 115,27 Dollar und lag damit nur wenige Prozent über dem Niveau vom Jahresanfang.

US-Einzelhandelsumsätze senden Warnsignal

Die Unternehmenszahlen treffen auf zuletzt schwächere Konjunkturdaten. Die US-Einzelhandelsumsätze gingen im Juli um 0,6 Prozent gegenüber Juni zurück. Es war der erste monatliche Rückgang seit neun Monaten und der stärkste seit 14 Monaten. Von Reuters befragte Ökonomen hatten dagegen mit einem leichten Anstieg gerechnet. Auch die für die Berechnung des Bruttoinlandsprodukts wichtige Kontrollgruppe der Einzelhandelsumsätze sank um 0,4 Prozent.

Ein Teil des Rückgangs lässt sich durch Sondereffekte erklären. Amazon hatte seine Prime-Day-Aktion 2026 von Juli auf Juni vorgezogen, wodurch Onlineumsätze zeitlich verschoben wurden. Niedrigere Benzinpreise drückten zudem die nominalen Einnahmen der Tankstellen. Trotzdem deuteten die Zahlen auf eine Abschwächung des Konsumtempos hin. Gegenüber dem Vorjahr lagen die Einzelhandelsumsätze allerdings weiterhin rund fünf Prozent höher.

Verbraucherstimmung fällt im August wieder

Auch die Stimmung der Verbraucher hat sich verschlechtert. Der vorläufige Verbraucherindex der Universität Michigan sank im August von 55,2 auf 51,0 Punkte. Von Reuters befragte Ökonomen hatten 54,5 Punkte erwartet. Besonders deutlich verschlechterte sich die Stimmung bei älteren und einkommensschwächeren Haushalten sowie bei Befragten ohne Hochschulabschluss. Die Inflationserwartungen für die kommenden zwölf Monate stiegen leicht von 4,2 auf 4,3 Prozent.

Damit stehen tatsächliche Konsumausgaben und Stimmung nicht vollständig im Gleichlauf. Noch im Frühjahr hatten die Einzelhandelsumsätze trotz sehr schwacher Verbraucherumfragen kräftig zugelegt. Die Juli-Daten liefern nun erstmals seit Monaten auch bei den tatsächlichen Ausgaben ein deutlicheres Schwächesignal. Ob daraus eine länger anhaltende Konsumflaute entsteht, lässt sich aus einem einzelnen Monatswert noch nicht ableiten.

Drei Konzerne zeigen unterschiedliche Seiten des US-Konsums

Walmart, Target und Home Depot gelten gemeinsam als besonders aussagekräftig, weil sie sehr unterschiedliche Kaufentscheidungen abbilden. Walmart ist stark bei Lebensmitteln und anderen Dingen des täglichen Bedarfs. Target verkauft neben Grundbedarf einen größeren Anteil an Kleidung, Einrichtung und anderen frei verfügbaren Konsumgütern. Home Depot wiederum hängt stark von Wohneigentum, Immobilienverkäufen, Kreditzinsen und der Bereitschaft zu größeren Investitionen in Häuser ab.

Damit geht es in dieser Berichtswoche nicht nur darum, ob drei Unternehmen ihre Analystenerwartungen erreichen. Die Zahlen können zeigen, ob Amerikaner weiter konsumieren, stärker auf günstige Produkte ausweichen oder größere Anschaffungen verschieben. Besonders relevant werden deshalb neben Umsatz und Gewinn die Aussagen zu Kundenfrequenz, durchschnittlichen Einkaufswerten, Onlinegeschäft, Preisen, Zöllen und dem weiteren Jahresausblick sein. Eine Kursprognose für die drei Aktien lässt sich daraus nicht ableiten.

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