
Der DAX ist am Montag, 19. Oktober 2026, mit Verlusten in die neue Börsenwoche gestartet. Nach den deutlichen Kursrückgängen bei amerikanischen Technologieaktien überwiegt auch am deutschen Aktienmarkt die Zurückhaltung. Gleichzeitig sorgen fallende Ölpreise für eine gewisse Entlastung. Bei den Einzelwerten stehen unter anderem Rheinmetall, Vonovia und DHL im Mittelpunkt.
Zum Handelsbeginn verlor der deutsche Leitindex 0,32 Prozent auf 25.540,77 Punkte. Bis zum Ende der ersten Handelsstunde weitete sich das Minus auf rund ein Prozent aus. Gegen 9:55 Uhr notierte der DAX laut Onvista bei etwa 25.358 Punkten. Der MDAX der mittelgroßen Unternehmen gab um 0,5 Prozent auf rund 30.494 Punkte nach.
Damit verliert der deutsche Aktienmarkt zunächst einen Teil seiner jüngsten Gewinne. Am Freitag hatte der DAX noch 0,95 Prozent höher bei 25.622,61 Punkten geschlossen.
Ein wesentlicher Belastungsfaktor für den DAX am Montag ist die jüngste Entwicklung an den amerikanischen Technologiebörsen. Der Nasdaq 100 war am Freitag auf seinen niedrigsten Stand seit vier Wochen gefallen. Besonders ausgeprägt war die Schwäche bei Halbleiterunternehmen und Aktien aus dem Bereich künstliche Intelligenz.
Der amerikanische Halbleiterindex PHLX Semiconductor verlor in der vergangenen Woche 11,4 Prozent. Damit setzte sich eine außergewöhnlich schwache Entwicklung in einer Branche fort, die zuvor stark von den hohen Investitionen in künstliche Intelligenz profitiert hatte.
Im Mittelpunkt stehen vor allem die Finanzierungskosten großer Technologieunternehmen. Der Ausbau von Rechenzentren, die Entwicklung leistungsfähiger Chips und der Aufbau neuer KI-Infrastruktur erfordern enorme Investitionen. Gleichzeitig verteuern hohe Anleiherenditen die Kapitalbeschaffung.
Steigende Finanzierungskosten können die Erwartungen an künftige Unternehmensgewinne beeinflussen. Besonders bei hoch bewerteten Technologieaktien reagieren Investoren empfindlich auf Veränderungen der Zinsaussichten.
Allerdings gab es am Montagmorgen auch Gegenbewegungen. Die amerikanischen Aktienindex-Futures legten vor Handelsbeginn an der Wall Street zu. Die Entwicklung in den USA bleibt damit uneinheitlich.
Am internationalen Rohstoffmarkt sind die Ölpreise zum Wochenauftakt gesunken. Ein Barrel der Nordseesorte Brent kostete am Montag um 8:19 Uhr deutscher Zeit laut Reuters 107,57 US-Dollar. Das entsprach einem Rückgang um 2,08 Prozent. Amerikanisches Rohöl der Sorte WTI verbilligte sich um 1,92 Prozent auf 99,46 Dollar.
Hintergrund sind veränderte Erwartungen an das weltweite Ölangebot. US-Präsident Donald Trump hatte am Freitag eine Verfügung zur Aussetzung wichtiger Russland-Sanktionen und damit verbundener Zölle unterzeichnet. Dadurch könnten zusätzliche russische Energielieferungen auf den Weltmarkt gelangen.
Wie stark sich das tatsächliche Angebot dadurch verändert, ist allerdings offen. Zugleich bestehen weiterhin erhebliche Risiken für den internationalen Öltransport. Angriffe auf Handelsschiffe und die angespannte Sicherheitslage rund um die Straße von Hormus beeinträchtigen den Energiehandel.
Noch am Freitag hatte Brent zeitweise die Marke von 110 Dollar erreicht. Trotz des jüngsten Preisrückgangs bleibt Erdöl damit teuer. Für die deutsche Wirtschaft sind die Energiepreise insbesondere wegen ihrer Auswirkungen auf Produktionskosten, Transport und Inflation von Bedeutung.
Unter den einzelnen DAX-Unternehmen zeigten sich am Montagvormittag deutliche Unterschiede.
Nach den von Onvista veröffentlichten Xetra-Kursen von etwa 9:47 Uhr fiel Rheinmetall um 3,34 Prozent auf 1.053,80 Euro. Der Rüstungskonzern gehörte damit zu den schwächsten Werten des deutschen Leitindex. Bereits am Freitag hatte die Aktie allerdings deutlich zugelegt.
Auch Continental gab kräftig nach. Der Kurs des Unternehmens sank um 2,83 Prozent auf 68,00 Euro. Die Airbus-Aktie verlor 2,54 Prozent und notierte bei 193,86 Euro.
Auf der Gewinnerseite standen dagegen Zalando mit einem Plus von 1,23 Prozent auf 25,56 Euro und Qiagen mit einem Anstieg von 0,99 Prozent auf 41,44 Euro.
Die unterschiedlichen Kursbewegungen verdeutlichen, dass neben den internationalen Marktbedingungen auch die Bewertung einzelner Unternehmen für die Entwicklung der Aktien entscheidend bleibt.
Besonders auffällig verlief der Wochenauftakt für den Logistikkonzern DHL. Das Unternehmen hatte am Freitag nach Börsenschluss seine Ergebnisprognose für 2026 erhöht. Dennoch stand die Aktie am Montag unter Druck.
Gegen 9:55 Uhr kosteten die Papiere rund 57,01 Euro und damit etwa 1,8 Prozent weniger als zum Xetra-Handelsschluss am Freitag.
DHL erwartet für das laufende Geschäftsjahr inzwischen einen operativen Konzerngewinn vor Zinsen und Steuern von mehr als sieben Milliarden Euro. Zuvor hatte die Prognose bei über 6,5 Milliarden Euro gelegen.
Die vorläufigen Zahlen für das dritte Quartal zeigen eine deutliche Verbesserung. Der Konzernumsatz erhöhte sich gegenüber dem Vorjahreszeitraum um mehr als zwölf Prozent auf rund 22,6 Milliarden Euro. Das operative Ergebnis stieg um etwa 16 Prozent auf rund 1,71 Milliarden Euro.
Besonders das internationale Express-Geschäft entwickelte sich positiv. Der vollständige Quartalsbericht soll am 5. November veröffentlicht werden. Die zunächst negative Kursreaktion zeigt, dass eine verbesserte Unternehmensprognose nicht automatisch zu steigenden Aktienkursen führt.
Auch Immobilienaktien verzeichneten am Montagvormittag Verluste. Die Vonovia-Aktie gab nach der ersten Handelsstunde um etwa zwei Prozent nach. Daneben standen Aroundtown und TAG Immobilien unter Druck.
Im Mittelpunkt der Branchendebatte stehen Pläne von Linken, Grünen und SPD in Berlin. Die drei Parteien haben ein Sondierungspapier für eine mögliche Regierungskoalition vorgelegt. Darin ist die Vergesellschaftung größerer privater Wohnungsbestände vorgesehen.
Betroffen wären nach den bisherigen Planungen insgesamt rund 160.000 Wohnungen. Unternehmen sollen einen Grundbestand behalten können, für darüber hinausgehende Bestände ist eine Überführung in öffentliches Eigentum gegen Entschädigung vorgesehen.
Eine endgültige politische oder gesetzliche Entscheidung liegt noch nicht vor. Die Pläne sind zunächst Bestandteil der bevorstehenden Koalitionsverhandlungen. Am Aktienmarkt rückten damit mögliche Veränderungen der Rahmenbedingungen für große Wohnungskonzerne in den Fokus.
Zusätzliche Impulse könnten in den kommenden Tagen zahlreiche Geschäftsberichte liefern. In Deutschland stehen unter anderem die Bilanzen von SAP und Deutsche Börse an. International richten sich die Blicke besonders auf große amerikanische Technologiekonzerne wie Meta sowie auf Chipunternehmen und den Elektroautohersteller Tesla.
Die Quartalszahlen werden unter anderem zeigen, wie sich die hohen Investitionen in künstliche Intelligenz auf Umsatz, Gewinn und Finanzierung der Unternehmen auswirken.
Aus China kamen am Montag zunächst vergleichsweise positive Konjunkturdaten. Die zweitgrößte Volkswirtschaft der Welt wuchs im dritten Quartal gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 4,5 Prozent und damit etwas stärker als erwartet.
Für den deutschen Aktienmarkt treffen damit mehrere unterschiedliche Einflüsse zusammen: Schwache Technologiewerte und hohe Finanzierungskosten belasten die Stimmung, während günstigere Ölpreise und bessere Konjunkturdaten aus China gegensteuern. Der DAX zum Wochenstart zeigt, wie unterschiedlich diese Faktoren am Montagvormittag auf die Aktienkurse wirken.
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