
In Deutschland leben nach neuen Berechnungen rund 1,78 Millionen Menschen mit einer Demenzerkrankung. Bis zum Jahr 2050 könnte ihre Zahl auf 2,3 bis 2,6 Millionen steigen. Ursache für die erwartete Zunahme ist vor allem die Alterung der Bevölkerung, denn das Risiko einer Demenz wächst mit zunehmendem Lebensalter deutlich.
Die neuen Zahlen zur Demenz in Deutschland wurden von Fachleuten des Deutschen Zentrums für Neurodegenerative Erkrankungen für die Deutsche Alzheimer Gesellschaft berechnet. Grundlage sind aktuelle europäische Prävalenzraten sowie Bevölkerungsdaten für Deutschland zum Jahresende 2025.
Demnach lebten zu diesem Zeitpunkt geschätzt 1,783 Millionen Menschen mit Demenz in Deutschland. Rund 1,17 Millionen von ihnen waren Frauen, etwa 614.000 Männer. Rund 1,7 Millionen Betroffene waren mindestens 65 Jahre alt.
Die Zahlen bilden keine vollständige Zählung aller diagnostizierten Erkrankungen ab. Sie beruhen auf wissenschaftlich ermittelten Erkrankungsraten, die auf die jeweilige Altersstruktur der Bevölkerung übertragen werden.
Demenz tritt überwiegend im höheren Lebensalter auf, betrifft aber nicht ausschließlich ältere Menschen. Nach den neuen Berechnungen leben in Deutschland rund 85.000 Menschen unter 65 Jahren mit einer Demenzerkrankung. Das entspricht knapp fünf Prozent aller Betroffenen.
Mit zunehmendem Alter steigt die Häufigkeit stark. Bei den 65- bis 69-Jährigen liegen die zugrunde gelegten europäischen Prävalenzraten bei rund einem Prozent. Bei Menschen ab 90 Jahren sind die Anteile wesentlich höher. Für Frauen dieser Altersgruppe wird eine Prävalenz von 44,7 Prozent, für Männer von 30,8 Prozent angesetzt.
Für die kommenden Jahrzehnte erwarten die Fachleute einen weiteren Anstieg. Bleiben die altersabhängigen Erkrankungsraten ungefähr auf dem heutigen Niveau, könnten im Jahr 2030 rund 1,8 bis 1,9 Millionen Menschen ab 65 Jahren mit Demenz leben. Für 2040 reichen die Schätzungen von rund zwei bis 2,2 Millionen.
Für 2050 ergibt sich je nach Entwicklung von Lebenserwartung, Geburtenrate und Zuwanderung eine Spanne von etwa 2,3 bis 2,6 Millionen Betroffenen ab 65 Jahren. Solche Langfristberechnungen können sich verändern, wenn sich Erkrankungsrisiken, Prävention oder Behandlungsmöglichkeiten deutlich entwickeln.
Auch bei den Neuerkrankungen zeigen Berechnungen eine hohe Größenordnung. Auf Grundlage der Global Burden of Disease Study wurden für Deutschland für das Jahr 2023 rund 357.000 neue Demenzerkrankungen bei Menschen ab 65 Jahren geschätzt. Etwa 232.000 davon entfielen auf Frauen und 125.000 auf Männer.
Die Alzheimer-Krankheit ist die häufigste Ursache einer Demenz. Daneben gibt es unter anderem vaskuläre Demenzen, Lewy-Körper-Demenz und frontotemporale Demenz. Verschiedene krankhafte Veränderungen können bei einem Menschen auch gleichzeitig auftreten.
Die Entwicklung betrifft nicht nur Deutschland. Alzheimer Europe schätzt, dass 2025 in den 27 Staaten der Europäischen Union rund 9,1 Millionen Menschen mit Demenz leben. Bis 2050 könnte diese Zahl auf rund 14,3 Millionen steigen. Für Europa einschließlich weiterer untersuchter Staaten wird ein Anstieg von rund 12,1 Millionen auf knapp 19,9 Millionen erwartet.
Weltweit lebten nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation im Jahr 2021 rund 57 Millionen Menschen mit Demenz. Jedes Jahr kommen weltweit nahezu zehn Millionen neue Fälle hinzu. Alzheimer macht nach Angaben der WHO etwa 60 bis 70 Prozent der Demenzerkrankungen aus.
Alter und genetische Faktoren lassen sich nicht verändern. Ein Teil des Demenzrisikos hängt jedoch mit beeinflussbaren Faktoren zusammen. Die WHO nennt unter anderem Bewegungsmangel, Rauchen, hohen Alkoholkonsum, soziale Isolation, Luftverschmutzung, Bluthochdruck und Diabetes.
Nach den 2026 aktualisierten WHO-Empfehlungen ist ein erheblicher Anteil des Demenzrisikos mit solchen veränderbaren Faktoren verbunden. Prävention kann eine Erkrankung nicht sicher verhindern, bietet aber Möglichkeiten, das persönliche Risiko zu verringern oder den Beginn einer Erkrankung hinauszuzögern.
Die Veröffentlichung der neuen Zahlen fällt in die bundesweite Woche der Demenz vom 21. bis 27. September. Der Welt-Alzheimertag am 21. September stand 2026 unter dem Motto „Demenz – (k)eine Frage des Alters“. Damit richtet sich der Blick neben der wachsenden Zahl hochaltriger Betroffener auch auf Menschen, die bereits in jüngeren Jahren erkranken, sowie auf ihre Familien und ihr soziales Umfeld.






Texte werden mit Unterstützung von KI-Tools erstellt und vor Veröffentlichung redaktionell geprüft. Mehr dazu