
Mit der TV-Premiere Der Buchspazierer setzt Das Erste am Montag, 17. August 2026, um 20.15 Uhr auf eine warmherzige Literaturverfilmung mit Christoph Maria Herbst. Der deutsche Kinofilm von Regisseur Ngo The Chau erzählt von einem zurückgezogen lebenden Bücherboten, dessen sorgfältig geordnetes Leben durch die neunjährige Schascha aus dem Takt gerät. Für den Film ist es tatsächlich die erste reguläre Fernsehausstrahlung. Im Kino war die Romanverfilmung bereits seit Oktober 2024 zu sehen.
Carl Kollhoff arbeitet für eine Buchhandlung und bringt ausgewählten Stammkunden ihre bestellten Bücher persönlich nach Hause. Seine Kundschaft betrachtet er durch die Welt der Literatur und gibt ihr gedanklich Namen bekannter Romanfiguren. Bücher versteht Carl wesentlich besser als Menschen. Sein Alltag folgt festen Gewohnheiten, und persönliche Nähe hält er möglichst auf Abstand.
Das ändert sich, als die neunjährige Schascha beginnt, ihn auf seinen Wegen zu begleiten. Zunächst reagiert Carl wenig begeistert auf seine hartnäckige Begleiterin. Nach und nach bringt das selbstbewusste Mädchen jedoch Bewegung in sein Leben und in das seiner Kunden. Als Carl seine Tätigkeit als Bücherbote zu verlieren droht und Schascha nicht mehr mit ihm unterwegs sein soll, muss er entscheiden, ob er sich erneut zurückzieht oder seine vertraute Welt verlässt.
Christoph Maria Herbst übernimmt die Rolle des Carl Kollhoff. Seine wichtigste Spielpartnerin ist Yuna Bennett als Schascha. Ronald Zehrfeld spielt Schaschas Vater. Zum weiteren Ensemble gehören Edin Hasanovic, Hanna Hilsdorf, Tristan Seith, Nikola Kastner, Mercy Dorcas Otieno, Viet Pham und Maren Kroymann.
Regie führte Ngo The Chau, der zugleich für die Kamera verantwortlich war. Für ihn war die Produktion das Kinoregiedebüt. Das Drehbuch schrieb Andi Rogenhagen. Grundlage ist der gleichnamige Roman von Carsten Henn, der 2020 erschien.
Die Vorlage entwickelte sich lange vor dem Kinofilm zu einem Publikumserfolg. Bis zum Kinostart der Verfilmung hatte der Roman im deutschsprachigen Raum mehr als 500.000 Leser erreicht. Er hielt sich über Monate unter den ersten zehn Plätzen der Spiegel-Bestsellerliste und wurde in 29 Länder verkauft. In der Jahresbestsellerliste 2021 erreichte das Buch Platz sechs und gehörte auch im folgenden Jahr noch zu den besonders erfolgreichen Titeln.
Der Erfolg der Vorlage setzte sich im Kino fort. Der Buchspazierer startete am 10. Oktober 2024 in Deutschland. Bis 2025 verzeichnete Studiocanal mehr als 700.000 Kinobesuche in Deutschland. Die Filmförderungsanstalt führte die Produktion zudem unter den 40 erfolgreichsten Kinofilmen des Jahres 2024.
Die Dreharbeiten liefen im Sommer 2023. Für die Produktion wurde unter anderem in Nordrhein-Westfalen gedreht. Zu den dokumentierten Schauplätzen gehörten Köln sowie Velbert-Langenberg, Kornelimünster und Stolberg. Weitere Aufnahmen entstanden im Raum Hamburg. Die historischen Straßen und Häuser dienen im Film als Kulisse für jene bewusst zeitlos wirkende Stadt, durch die Carl mit seinen Büchern zieht.
Die Produktion entstand bei Wüste Film gemeinsam mit Wüste Film West, Studiocanal, ARD Degeto Film und Gretchenfilm. Unterstützt wurde sie unter anderem durch die Film- und Medienstiftung NRW, die MOIN Filmförderung Hamburg Schleswig-Holstein und den Deutschen Filmförderfonds.
Die Kritiken zum Kinostart fielen überwiegend freundlich aus. Besonders häufig wurden die beiden Hauptdarsteller hervorgehoben. epd Film vergab vier von fünf Sternen und bewertete die Verfilmung als märchenhaftes und emotionales Kino, getragen von Christoph Maria Herbst und Yuna Bennett. Filmstarts bewertete die Produktion mit 3,5 von fünf Sternen und sah darin einen Familienfilm mit Humor und Gefühl.
Auch der NDR ordnet den Film zum Start im ARD SommerKino als Wohlfühlfilm für Literaturfreunde ein. Dabei bleibt die Inszenierung bewusst märchenhaft und setzt stärker auf Figuren, Atmosphäre und die verbindende Wirkung von Büchern als auf große äußere Konflikte.
Am 17. August 2026 handelt es sich nicht um eine Wiederholung. Der Buchspazierer läuft um 20.15 Uhr erstmals im Ersten und bildet zugleich den Abschluss des ARD SommerKinos 2026. Eine weitere Ausstrahlung ist in der Nacht zum Dienstag vorgesehen.
Damit existiert auch keine Quote einer früheren Fernsehausstrahlung, mit der sich die Premiere vergleichen ließe. Frühere Zuschauerzahlen beziehen sich auf die Kinoauswertung und nicht auf das Fernsehen. Wie groß das lineare Fernsehpublikum ausfällt, lässt sich erst nach der Erstausstrahlung feststellen.
Für die ARD-Fassung werden rund 90 Minuten angesetzt. ARD Degeto nennt eine Laufzeit von 89 Minuten, während der Programmplatz im Ersten von 20.15 Uhr bis ungefähr 21.45 Uhr reicht. Die ursprüngliche Kinofassung wurde mit einer längeren Laufzeit ausgewiesen.
Der Film steht außerdem in der ARD Mediathek zur Verfügung. Die Online-Verfügbarkeit ist derzeit bis zum 1. Oktober 2026 angegeben. Zuschauer sind damit nicht auf den Sendetermin am Montagabend angewiesen und können die Literaturverfilmung nach der TV-Premiere noch mehrere Wochen abrufen.
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