
Die Deutsche-Bank-Aktie ist am Mittwoch deutlich unter Druck geraten. Im Tagesverlauf verlor das Papier auf Xetra zeitweise mehr als drei Prozent. Zuvor hatte Finanzvorstand Raja Akram die Erwartungen an das Investmentbanking für das dritte Quartal gedämpft. Die Erträge könnten im Vergleich zum starken Vorjahresquartal stagnieren oder leicht zurückgehen.
Akram äußerte sich am Mittwoch auf der Financials Conference der Bank of America. Nach seinen Angaben hängt die endgültige Entwicklung noch von den letzten Tagen des Quartals ab. Für die Investmentbank insgesamt stellte er Erträge auf dem Niveau des dritten Quartals 2025 oder einen leichten Rückgang in Aussicht.
Damit fällt der Ausblick zurückhaltender aus als die jüngsten Geschäftszahlen der Sparte. Im zweiten Quartal 2026 hatte die Deutsche Bank noch Rekorderträge im Geschäft mit festverzinslichen Wertpapieren und Währungen gemeldet. Die sogenannten FIC-Erträge stiegen damals um 16 Prozent auf 2,6 Milliarden Euro. Auch das Investmentbanking und Kapitalmarktgeschäft entwickelte sich deutlich stärker als ein Jahr zuvor.
Allerdings trifft die Bank im dritten Quartal auf eine besonders hohe Vergleichsbasis. Im dritten Quartal 2025 hatte die Investmentbank ihre Erträge um 18 Prozent auf 3,0 Milliarden Euro gesteigert. Allein das Geschäft mit festverzinslichen Wertpapieren und Währungen steuerte damals 2,5 Milliarden Euro bei.
Ein stagnierendes Geschäft im laufenden Quartal würde deshalb nicht bedeuten, dass die Investmentbank gegenüber einem schwachen Ausgangsniveau zurückfällt. Die Deutsche-Bank-Aktie reagierte dennoch empfindlich auf die Aussicht, dass nach dem starken ersten Halbjahr zunächst kein weiteres deutliches Wachstum in dieser wichtigen Sparte folgen könnte.
Innerhalb des FIC-Geschäfts beschrieb Akram den bisherigen Quartalsverlauf unterschiedlich. Auf einen starken Juli sei ein saisonal schwächerer August gefolgt. Im September entwickelten sich die Geschäfte uneinheitlich. Besonders die letzten Handelstage des Monats können die Quartalszahlen damit noch beeinflussen.
Für Anleger ist das Investmentbanking von besonderer Bedeutung, weil es einen erheblichen Anteil zu den Erträgen des Konzerns beiträgt. Im Gesamtjahr 2025 erzielte die Sparte Erträge von 11,5 Milliarden Euro, neun Prozent mehr als ein Jahr zuvor.
Der vorsichtigere kurzfristige Ausblick ändert zunächst nichts an den längerfristigen Zielen des Konzerns. Die Deutsche Bank will ihre Erträge zwischen 2025 und 2028 im Durchschnitt um mehr als fünf Prozent pro Jahr steigern. Für 2028 strebt sie zudem eine Rendite auf das materielle Eigenkapital von mehr als 13 Prozent und eine Aufwand-Ertrag-Relation von weniger als 60 Prozent an.
Die vollständigen Zahlen für das dritte Quartal sollen am 28. Oktober 2026 veröffentlicht werden. Dann wird sich auch beziffern lassen, wie sich die einzelnen Bereiche der Investmentbank im Zeitraum von Juli bis September entwickelt haben.
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