Streit um höhere Verkaufsvergütung für das Deutschlandticket

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Beim Deutschlandticket sorgt eine geplante Erhöhung der Verkaufsvergütung für Auseinandersetzungen innerhalb der Verkehrsbranche. Während große Anbieter von höheren Provisionen profitieren könnten, kritisiert der Verkehrsverbund Rhein-Ruhr (VRR) die vorgesehene Regelung. Der Verband Deutscher Verkehrsunternehmen (VDV) verteidigt dagegen die Grundlage der Vergütung. Über die geplante Anpassung soll am 10. November 2026 entschieden werden. Gleichzeitig steht bereits fest, dass der monatliche Preis des Deutschlandtickets zum Jahresbeginn 2027 auf 66,80 Euro steigt.

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Provision beim Deutschlandticket soll auf 3,15 Euro steigen

Die Vertriebsprovision beim Deutschlandticket soll nach Angaben von VRR-Chef Oliver Wittke von bislang 2,87 Euro auf 3,15 Euro je verkauftem Ticket steigen. Das entspräche einer Erhöhung um 28 Cent. Wittke lehnt die geplante Anpassung ab und stellt infrage, ob zusätzliche Mittel für den Vertrieb oder für die eigentlichen Verkehrsleistungen eingesetzt werden sollten.

Besonders kritisch bewertet der VRR die Auswirkungen auf Unternehmen mit großen Verkaufsplattformen. Nach Einschätzung Wittkes würde insbesondere die Deutsche Bahn profitieren, weil sie eine hohe Zahl von Deutschlandtickets verkauft. Der VRR-Chef vertritt die Auffassung, dass der Vertriebsaufwand des Unternehmens bereits durch die bestehende Vergütung mehr als gedeckt werde. Dabei handelt es sich um die Bewertung des Verkehrsverbundes, nicht um eine unabhängig festgestellte Überkompensation.

Verkehrsverbund fordert gestaffelte Vergütung

Der VRR schlägt eine andere Verteilung der Vertriebsvergütung vor. Unternehmen mit besonders hohen Verkaufszahlen sollen für zusätzliche Abonnements schrittweise geringere Beträge erhalten. Hintergrund sind mögliche Kostenvorteile großer Plattformen, die ihre bestehenden technischen Systeme für zahlreiche Kunden gleichzeitig einsetzen können.

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Nach Auffassung des Verkehrsverbundes sollten diese Größenunterschiede bei der Berechnung berücksichtigt werden. Kleinere Verkehrsunternehmen hätten beim Verkauf und bei der Betreuung von Abonnements teilweise einen vergleichsweise höheren Aufwand. Ziel des Vorschlags sei es, mehr Mittel für den Betrieb und die Qualität des öffentlichen Nahverkehrs verfügbar zu halten.

Mehr als 400 Millionen Euro jährlich für den Ticketvertrieb

Die finanzielle Bedeutung des Streits ist erheblich. Nach Angaben des VDV beläuft sich die gesamte Vergütung für den Vertrieb des Deutschlandtickets auf mehr als 400 Millionen Euro jährlich. Finanziert wird diese Vergütung aus den Ausgleichsmitteln, die Bund und Länder für das Deutschlandticket bereitstellen.

Insgesamt beteiligen sich Bund und Länder mit jeweils 1,5 Milliarden Euro pro Jahr an der Finanzierung. Die Mittel sollen finanzielle Nachteile ausgleichen, die den Verkehrsunternehmen durch das bundesweit einheitliche Ticket entstehen.

Der VDV verweist bei der Diskussion über die Verkaufsvergütung auf Vorgaben des Bundeskartellamts zum Vertriebsanreiz. VDV-Geschäftsführer Alexander Möller erklärte gegenüber der Deutschen Presse-Agentur, die Bundesländer hätten eine objektive Grundlage für die Bemessung der Vergütung in Auftrag gegeben. Diese sei erstellt worden und solle 2027 erneut überprüft werden.

Eine Entscheidung über die umstrittene Erhöhung steht noch aus. Nach Angaben des VDV soll sich der Koordinierungsrat des Deutschlandtickets am Dienstag, 10. November 2026, damit befassen.

Deutschlandticket kostet ab Januar 2027 66,80 Euro

Unabhängig von der Debatte über die Vertriebsvergütung steht die nächste Preiserhöhung für Fahrgäste bereits fest. Zum 1. Januar 2027 steigt der monatliche Preis des Deutschlandtickets von derzeit 63 Euro auf 66,80 Euro. Das entspricht einem Aufschlag von 3,80 Euro.

Grundlage ist erstmals ein von der Verkehrsministerkonferenz beschlossener Preisindex. Bei der Berechnung werden insbesondere Personal-, Energie- und allgemeine Betriebskosten berücksichtigt. Das Verfahren soll künftig eine regelmäßige Anpassung des Ticketpreises an die Kostenentwicklung ermöglichen.

Das Deutschlandticket bleibt bundesweit im öffentlichen Personennahverkehr gültig. Es kann unter anderem in Regionalzügen, Bussen, Straßenbahnen und U-Bahnen genutzt werden. Fernverkehrszüge wie ICE und IC sind grundsätzlich ausgeschlossen.

Die Debatte um die Vertriebsprovision betrifft dagegen die interne Verteilung der Finanzmittel im öffentlichen Nahverkehr. Eine zusätzliche Verkaufsgebühr für Fahrgäste ist damit nicht verbunden.

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