
In Deutschland sind während der Badesaison 2026 mehr Menschen ertrunken als im Vorjahreszeitraum. Zwischen Anfang Mai und dem 15. September registrierte die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft 248 Todesfälle im und am Wasser. Das waren zwölf mehr als im gleichen Zeitraum 2025. Besonders auffällig war die hohe Zahl tödlicher Unglücke im Juni.
Die höhere Zahl während der Badesaison bedeutet allerdings nicht, dass im gesamten bisherigen Jahr mehr Menschen ertrunken sind. Vom Jahresbeginn bis zum 15. September verzeichnete die DLRG 320 tödliche Wasserunfälle. Zum gleichen Zeitpunkt des Vorjahres waren es 328.
Damit zeigt die DLRG Badesaison 2026 zwei unterschiedliche Entwicklungen. Während die besonders badeintensiven Monate mehr Todesfälle brachten, lag die Gesamtzahl seit Januar weiterhin leicht unter dem Vergleichswert von 2025.
Bereits Ende Juli hatte sich diese Entwicklung abgezeichnet. Damals zählte die DLRG für die ersten sieben Monate des Jahres mindestens 261 Ertrunkene, 15 mehr als im entsprechenden Vorjahreszeitraum. Zwischen Anfang Mai und Ende Juli waren zu diesem Zeitpunkt 189 Menschen ums Leben gekommen.
Der folgenschwerste Monat war nach Angaben der DLRG der Juni. Mindestens 101 Menschen kamen in diesem Monat im Wasser ums Leben. Nur im Hitzesommer 2003 hatte die Organisation seit Beginn ihrer systematischen Erfassung im Jahr 2000 in einem Juni noch mehr Todesfälle registriert.
Die DLRG bringt die hohe Zahl unter anderem mit der ausgeprägten Hitzephase in Verbindung. Bei sommerlichem Wetter suchen besonders viele Menschen Seen, Flüsse und andere Gewässer auf. Bereits bei der Zwischenbilanz im August hatte der Verband auf die ungewöhnlich hohe Zahl der Unfälle während der heißen Wochen hingewiesen.
Besondere Aufmerksamkeit richtet die DLRG auf die Altersgruppe zwischen 11 und 30 Jahren. Seit Jahresbeginn starben bis zum 15. September 88 Menschen dieses Alters im Wasser. Das waren bereits 15 mehr als im gesamten Jahr 2025. Die große Mehrheit der Betroffenen in dieser Altersgruppe war männlich.
DLRG-Präsidentin Ute Vogt verweist bei Jugendlichen und jungen Männern unter anderem auf Selbstüberschätzung, riskantes Verhalten und mangelnde Schwimmfähigkeit. Schon bei der Zwischenbilanz im August hatte die Organisation auf einen hohen Anteil männlicher Opfer unter jungen Erwachsenen hingewiesen.
Bei Menschen über 60 Jahren ging die Zahl dagegen zurück. Bis Mitte September zählte die DLRG in dieser Altersgruppe 84 Todesfälle, 24 weniger als im entsprechenden Vorjahreszeitraum. Bei den 31- bis 60-Jährigen wurden 69 Todesfälle registriert, 25 weniger als ein Jahr zuvor.
Die meisten tödlichen Wasserunfälle ereigneten sich erneut in Seen und Teichen. Auch Flüsse und Bäche machten einen erheblichen Teil der Fälle aus. Bei Unfällen in Kanälen, im Meer und in Schwimmbädern registrierte die DLRG leichte Zunahmen.
Unter den Bundesländern wurden bis Mitte September die meisten Todesfälle in Bayern gezählt. Dort kamen 61 Menschen ums Leben, nach 73 im Vorjahreszeitraum. Es folgten Nordrhein-Westfalen mit 54 statt zuvor 38 sowie Baden-Württemberg mit 35 nach 34 Fällen.
Die DLRG fordert angesichts der Entwicklung mehr Schwimmunterricht an Schulen, Investitionen in Schwimmbäder und stärkere Aufklärung über Gefahren an natürlichen Gewässern. Zugleich weist die Organisation darauf hin, dass Rettungsschwimmer auch in diesem Sommer zahlreiche Menschen aus lebensbedrohlichen Situationen gerettet hätten.
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