Douglas bekommt neuen Chef: Bellaiche übernimmt in schwieriger Phase

Aktienhandel: Kurstafel mit Kursverläufen an der Börse
Quelle: Pixabay, sergeitokmakov

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Bei der Parfümeriekette Douglas steht ein Wechsel an der Unternehmensspitze bevor. Jean-Marc Bellaiche wird zum 1. November 2026 neuer Vorstandsvorsitzender und löst Sander van der Laan ab. Der Führungswechsel fällt in eine wirtschaftlich anspruchsvolle Phase. Der Konzern musste seine Jahresprognose bereits zweimal nach unten korrigieren, während die Aktie seit dem Börsengang erheblich an Wert verloren hat.

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Douglas bestätigt Führungswechsel zum 1. November

Der Aufsichtsrat der Douglas AG hat Jean-Marc Bellaiche am Mittwoch, 14. Oktober 2026, zum neuen Vorstandsvorsitzenden bestellt. Der 56-jährige Franzose übernimmt die Position zum 1. November für eine Amtszeit von vier Jahren. Sein Vorgänger Sander van der Laan wird den Vorstand zum 31. Oktober im Einvernehmen mit dem Aufsichtsrat verlassen.

Nach Angaben des Unternehmens hat sich van der Laan entschieden, seine aktive Managementlaufbahn nach insgesamt 36 Jahren im internationalen Einzelhandel zu beenden. Aufsichtsratschef Henning Kreke würdigte die Leistungen des bisherigen Vorstandsvorsitzenden und erklärte, der Führungswechsel sei sorgfältig vorbereitet worden.

Van der Laan war im Oktober 2022 zu Douglas gekommen und hatte im darauffolgenden Monat die Führung übernommen. Während seiner Amtszeit baute der Konzern seine digitalen Vertriebswege aus, überarbeitete sein Filialkonzept und stärkte die Verbindung zwischen stationärem Handel und Onlinegeschäft. Im März 2024 führte er Douglas zurück an die Börse.

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Zwei Prognosesenkungen belasten Douglas

Der Chefwechsel bei Douglas erfolgt vor dem Hintergrund einer schwierigen Geschäftsentwicklung. Bereits Ende April 2026 korrigierte der Konzern seine Erwartungen für das Geschäftsjahr 2025/2026. Damals reduzierte das Unternehmen die erwartete bereinigte operative Gewinnmarge von rund 16,5 auf 16 Prozent. Zugleich wurde der Umsatz nur noch am unteren Ende der bisherigen Prognosespanne von 4,65 bis 4,80 Milliarden Euro erwartet.

Im Juni folgte eine weitere Korrektur. Douglas senkte die Umsatzerwartung auf 4,58 bis 4,63 Milliarden Euro und stellte nur noch eine bereinigte operative Gewinnmarge von rund 15 Prozent in Aussicht. Auch beim Verschuldungsgrad wurden die Erwartungen angepasst.

Als Belastungsfaktoren nannte das Unternehmen die zurückhaltende Kaufbereitschaft, wirtschaftliche Unsicherheiten und den zunehmenden Preiswettbewerb im europäischen Kosmetikhandel. Besonders Deutschland, Frankreich und die Niederlande entwickelten sich schwächer als erwartet.

Operativer Gewinn geht deutlich zurück

Wie angespannt die Lage ist, verdeutlichen die Geschäftszahlen für das dritte Quartal von April bis Juni 2026. Der Umsatz sank gegenüber dem Vorjahreszeitraum um zwei Prozent auf 987,8 Millionen Euro. Das bereinigte Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen, kurz EBITDA, ging sogar um 19,4 Prozent auf 127,5 Millionen Euro zurück.

Die bereinigte EBITDA-Marge verringerte sich auf 12,9 Prozent. Für die ersten neun Monate des Geschäftsjahres meldete Douglas einen nahezu stabilen Umsatz von 3,61 Milliarden Euro. Der bereinigte operative Gewinn lag jedoch neun Prozent unter dem Vorjahreswert.

Im August bestätigte der Konzern seine bereits gesenkte Jahresprognose. Gleichzeitig kündigte Douglas an, die Wirtschaftlichkeit seiner Filialen stärker zu prüfen und Investitionen gezielter auf das Onlinegeschäft auszurichten.

Douglas-Aktie weit unter dem Ausgabepreis

Auch an der Börse zeigt sich die schwierige Entwicklung. Beim Börsengang im März 2024 wurden Douglas-Aktien zu einem Ausgabepreis von 26 Euro platziert. Am 13. Oktober 2026 lag der Xetra-Schlusskurs laut den historischen Kursdaten von finanzen.net bei 7,26 Euro. Damit notierte die Aktie rund 72 Prozent unter ihrem damaligen Ausgabepreis.

Der Kursrückgang unterstreicht die Herausforderungen für den börsennotierten Konzern. Der Führungswechsel wurde allerdings erst am Mittwochabend nach Ende des regulären Xetra-Handels bekannt gegeben. Eine unmittelbare Reaktion des regulären Xetra-Handels auf die Personalentscheidung war deshalb am selben Tag nicht mehr möglich.

Neuer Douglas-Chef bringt Erfahrung aus dem Luxussegment mit

Mit Jean-Marc Bellaiche übernimmt ein Manager mit langjähriger internationaler Erfahrung in der Luxusbranche die Führung. Der Franzose begann seine Karriere 1993 bei der Boston Consulting Group und beschäftigte sich dort unter anderem mit Luxusartikeln, Mode und Kosmetik.

2014 wechselte er in eine Führungsposition zum US-Juwelier Tiffany & Co. Anschließend war er in leitenden Funktionen bei Technologieunternehmen tätig. Ab 2020 führte er die französische Warenhausgruppe Printemps, die für ihr Angebot im gehobenen Einzelhandel bekannt ist. Zuletzt stand Bellaiche an der Spitze der Luxusresort-Gruppe Sani/Ikos.

Bei Douglas wird er künftig gemeinsam mit Finanzvorstand Marco Giorgetta und dem übrigen Management die Weiterentwicklung des Konzerns verantworten.

Die Douglas Group ist in 22 europäischen Ländern aktiv und betreibt unter anderem die Marken Douglas, Nocibé, Parfumdreams und Niche Beauty. Zum Unternehmen gehören rund 1.970 Geschäfte sowie zahlreiche Onlineangebote. Im Geschäftsjahr 2024/2025 erwirtschaftete die Gruppe einen Umsatz von 4,58 Milliarden Euro.

Zu den wichtigsten Aufgaben der neuen Führung gehören die weitere Verzahnung von Onlinehandel und Filialgeschäft, die Stärkung der Profitabilität sowie die Anpassung an das veränderte Einkaufsverhalten europäischer Verbraucher.

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