
Der Medizin- und Sicherheitstechnikkonzern Drägerwerk hat im dritten Quartal 2026 weniger operativen Gewinn erzielt als ein Jahr zuvor. Trotz steigender Umsätze und erheblicher Zollrückerstattungen ging das Ergebnis zurück. Der Auftragseingang entwickelte sich dagegen positiv, insbesondere in der Sicherheitstechnik. An seiner Jahresprognose hält das Unternehmen fest.
Nach den am Mittwochabend, 14. Oktober 2026, veröffentlichten vorläufigen Zahlen erreichte das Ergebnis vor Zinsen und Steuern, kurz EBIT, im dritten Quartal rund 48 Millionen Euro. Im entsprechenden Vorjahreszeitraum waren es 56,7 Millionen Euro gewesen. Damit fiel das operative Ergebnis um rund 15 Prozent. Die EBIT-Marge verringerte sich von 6,8 auf 5,6 Prozent.
Während Drägerwerk im dritten Quartal 2026 beim Umsatz zulegen konnte, stiegen die Funktionskosten überproportional. Hinzu kam eine vergleichsweise hohe Ergebnisbasis aus dem Vorjahr. Im dritten Quartal 2025 hatte das Unternehmen von nachgeholten Umsätzen und einer moderaten Kostenentwicklung profitiert.
Bemerkenswert ist, dass das aktuelle Quartalsergebnis bereits Zollrückerstattungen von 20,1 Millionen Euro enthält. Diese Zahlungen wirkten sich positiv auf die Gewinnentwicklung aus. Ohne diesen Ergebnisbeitrag wäre das ausgewiesene EBIT rechnerisch entsprechend niedriger ausgefallen.
Der Konzernumsatz erhöhte sich zwischen Juli und September nominal um 2,1 Prozent auf rund 851 Millionen Euro. Währungsbereinigt entsprach das einem Wachstum von 1,0 Prozent. Im Vorjahresquartal hatte Drägerwerk 833,3 Millionen Euro umgesetzt.
Die beiden Geschäftsbereiche entwickelten sich unterschiedlich. In der Sicherheitstechnik stieg der Umsatz währungsbereinigt um 4,1 Prozent auf rund 381 Millionen Euro. Die Medizintechnik verzeichnete dagegen einen währungsbereinigten Rückgang von 1,4 Prozent auf rund 469 Millionen Euro.
Die Bruttomarge des Konzerns verbesserte sich zugleich von 45,6 auf rund 47,5 Prozent. Wesentlich dazu beigetragen haben nach Unternehmensangaben die Zollrückerstattungen.
Deutlich stärker als der Umsatz entwickelte sich der Auftragseingang. Insgesamt verbuchte Drägerwerk im dritten Quartal neue Bestellungen im Umfang von rund 926 Millionen Euro. Das waren währungsbereinigt 7,0 Prozent mehr als ein Jahr zuvor.
Den größten Wachstumsbeitrag lieferte die Sicherheitstechnik. Dort stieg der Auftragseingang währungsbereinigt um 20,2 Prozent auf rund 452 Millionen Euro. Besonders stark entwickelte sich die Nachfrage in Deutschland, Amerika sowie im asiatisch-pazifischen Raum.
In der Medizintechnik gingen die Bestellungen hingegen währungsbereinigt um 3,0 Prozent auf rund 474 Millionen Euro zurück.
Trotz des schwächeren dritten Quartals zeigt die Bilanz der ersten neun Monate weiterhin eine Ergebnisverbesserung gegenüber dem Vorjahr.
Von Januar bis September erzielte Drägerwerk einen Umsatz von rund 2,454 Milliarden Euro. Das entspricht einem währungsbereinigten Anstieg von 5,3 Prozent. Das EBIT erhöhte sich von 77,1 Millionen auf rund 112 Millionen Euro. Die entsprechende Marge verbesserte sich von 3,3 auf 4,6 Prozent.
Allerdings enthält das Neunmonatsergebnis insgesamt 27,9 Millionen Euro an einmaligen positiven Ergebniseffekten durch Zollrückerstattungen. Davon entfielen 7,8 Millionen Euro auf das zweite und 20,1 Millionen Euro auf das dritte Quartal.
Die Medizintechnik wurde beim Auftragseingang im Neunmonatsvergleich zudem durch einen Großauftrag aus Mexiko beeinflusst, der im zweiten Quartal 2025 eingegangen war. Ohne diesen Vorjahreseffekt hätte sich der Auftragseingang des Geschäftsbereichs in den ersten neun Monaten 2026 währungsbereinigt leicht erhöht.
Ungeachtet des rückläufigen Quartalsergebnisses hält Drägerwerk an seiner Prognose für das Gesamtjahr fest. Der Konzern rechnet weiterhin mit einem währungsbereinigten Umsatzwachstum von 2,0 bis 6,0 Prozent und einer EBIT-Marge zwischen 6,0 und 8,0 Prozent.
Die Ergebnisprognose hatte Drägerwerk erst im Juli angehoben. Hintergrund waren die positive Geschäftsentwicklung im ersten Halbjahr sowie zusätzliche Zollrückerstattungen. Die nun bestätigte Prognose berücksichtigt diese Entwicklung.
Der vollständige Quartalsbericht soll am 29. Oktober 2026 veröffentlicht werden.
Die Drägerwerk-Stammaktie schloss am Mittwoch, 14. Oktober 2026, im Xetra-Handel um 17:35 Uhr bei 89,80 Euro. Nach Kursdaten von MarketScreener entsprach dies einem Rückgang von 2,81 Prozent gegenüber dem Vortagesschluss.
Dieser Kursrückgang erfolgte allerdings vor der Veröffentlichung der vorläufigen Quartalszahlen um 19:32 Uhr und kann deshalb nicht als unmittelbare Reaktion auf die Ad-hoc-Mitteilung gewertet werden.
Drägerwerk gehört zu den international tätigen deutschen Herstellern von Medizin- und Sicherheitstechnik. Das Unternehmen produziert unter anderem Beatmungs- und Anästhesiegeräte, Gasmesstechnik und Atemschutzausrüstung. Nach eigenen Angaben ist der Konzern in mehr als 190 Ländern vertreten und beschäftigt weltweit rund 16.700 Menschen.
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