
Der Bocholter Automotive-Logistiker Duvenbeck steckt in seiner bislang schwersten Krise. Nach übereinstimmenden Medienberichten hat das Unternehmen die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft PwC damit beauftragt, potenzielle Käufer zu sondieren. Die Suche nach einem neuen Eigentümer kommt vier Jahre nach dem Einstieg des Finanzinvestors Waterland, der 2022 die Mehrheit an Duvenbeck übernommen hatte.
Die Krise bei Duvenbeck hat mehrere Ursachen. Der Einbruch der Automobilkonjunktur in Europa hat das Unternehmen hart getroffen — als spezialisierter Logistikdienstleister für die Automobilbranche ist Duvenbeck direkt von Produktionsschwankungen bei Herstellern wie Volkswagen und anderen OEMs abhängig. Hinzu kommen gestiegene Energie- und Personalkosten sowie Überkapazitäten in der europäischen Transportlogistik. Der mögliche Duvenbeck-Verkauf wäre ein Zeichen für die angespannte Lage in der gesamten Branche.
Laut Branchenberichten hat PwC bereits eine Liste potenzieller Interessenten zusammengestellt. Dazu zählen sowohl strategische Investoren aus der Logistikbranche als auch weitere Finanzinvestoren. Duvenbeck beschäftigt mehrere tausend Mitarbeiter und betreibt ein europaweites Netzwerk von Logistikstandorten. Ein Verkauf würde eine der bedeutendsten Transaktionen in der deutschen Transportlogistik der vergangenen Jahre darstellen. Offiziell bestätigt hat Duvenbeck die Verkaufspläne bislang nicht.
Für die Belegschaft ist die Ungewissheit belastend. Gewerkschaftsvertreter fordern Transparenz und eine frühzeitige Einbindung der Arbeitnehmer in eventuelle Verhandlungen. Waterland hatte beim Einstieg 2022 hohe Erwartungen an Wachstum und Expansion geweckt. Nun scheint ein Ausstieg näher als erwartet. Wie es mit Duvenbeck weitergeht, dürfte in den kommenden Wochen klarer werden — die Gespräche mit potenziellen Käufern befinden sich Berichten zufolge in einem frühen Stadium.
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