
Edin Dzeko hat mit 40 Jahren seine außergewöhnliche Laufbahn in der Nationalmannschaft von Bosnien-Herzegowina beendet. Für den FC Schalke 04 geht seine Karriere dagegen weiter. Nach seinem letzten Länderspiel gegen Schweden sprach der Stürmer zugleich darüber, wie er sich die Zeit nach dem Fußball vorstellt. Die von Ruhr24 am Montag aufgegriffene Aussage, Dzeko sehe „keine Zukunft“, bezieht sich ausdrücklich auf eine mögliche Tätigkeit als Trainer und nicht auf seine Zukunft bei Schalke. Ein Karriereende nach der Bundesliga-Saison 2026/27 ist möglich, von Dzeko selbst aber bislang nicht endgültig angekündigt worden.
Seinen letzten Einsatz für Bosnien-Herzegowina absolvierte Dzeko am Freitag, 2. Oktober, beim 1:1 gegen Schweden in Zenica. Der Kapitän stand in der Startelf und wurde nach rund einer Stunde unter großem Applaus verabschiedet. Es war sein 152. Länderspiel. Mit 73 Treffern beendet er seine internationale Laufbahn als Rekordtorschütze seines Landes. Der bosnische Verband hatte bereits vor der Partie offiziell angekündigt, dass Dzeko zum letzten Mal die Nationalmannschaft aufs Feld führen werde. Auch FIFA und UEFA bestätigten das Ende seiner Auswahlkarriere. Sein Debüt hatte der Angreifer im Juni 2007 gegeben.
Der Abschied betrifft damit ausschließlich die Nationalmannschaft. Für Schalke 04 steht Dzeko weiterhin zur Verfügung. Eine Rückkehr zur bosnischen Auswahl als Spieler ist nach seinen Aussagen nicht vorgesehen. Gegenüber seinen bisherigen Mitspielern machte er jedoch deutlich, dass der persönliche Kontakt bestehen bleiben soll. Dzeko sagte bei seinem Abschied: „Ich verlasse sie nur auf dem Spielfeld und sonst nirgendwo.“
Die Meldung von Ruhr24 vom 5. Oktober trägt die Überschrift „Schalke-Star Edin Dzeko verrät Karriereplan: ‚Sehe keine Zukunft'“. Entscheidend ist der Zusammenhang der Aussage. Dzeko sprach nicht über seine sportliche Zukunft bei Schalke, sondern über die Frage, ob er sich nach seiner aktiven Laufbahn einen Wechsel auf die Trainerbank vorstellen könne. Ruhr24 zitiert ihn mit den Worten: „Ich sehe keine Zukunft im Trainerberuf.“
Auf der offiziellen Pressekonferenz des bosnischen Verbandes vor dem Schweden-Spiel hatte Dzeko erklärt, dass er sich mit einer Trainerlaufbahn bisher kaum beschäftigt habe. In bosnischen Veröffentlichungen wird seine Aussage mit „Zasad nema budućnosti“ wiedergegeben. Nach dem Ende seiner Spielerkarriere möchte er zunächst Abstand vom Profifußball gewinnen und sich erholen. Seit mehr als zwei Jahrzehnten bestimmt Vereinsfußball seinen Alltag. Erst nach einer Pause will er entscheiden, welche Aufgabe danach infrage kommt.
Wann Dzeko auch seine aktive Vereinskarriere beendet, steht dagegen nicht endgültig fest. Bei seiner Rückkehr nach Gelsenkirchen Anfang August hatte er eingeräumt, dass die Spielzeit 2026/27 seine letzte Saison sein könne. Eine endgültige Entscheidung habe er noch nicht getroffen. Nationaltrainer Sergej Barbarez deutete laut Ruhr24 nach dem Schweden-Spiel im bosnischen Fernsehen BHT1 an, Dzeko werde seine Laufbahn nach der laufenden Bundesliga-Saison beenden. Eine entsprechende verbindliche Ankündigung des Spielers oder von Schalke 04 liegt dazu bislang nicht vor.
Dzeko selbst hatte Anfang August bei Schalke noch seinen sportlichen Ehrgeiz betont. „Ich habe noch Lust auf Fußball und bin weiter hungrig“, erklärte der Stürmer damals. Er sei überzeugt, der Mannschaft weiterhin helfen zu können. Zudem sagte er, dass sein Plan von Beginn an gewesen sei, nach Gelsenkirchen zurückzukehren. Andere Möglichkeiten habe es gegeben, er habe aber bei Schalke weiterspielen wollen. Damit bleibt seine Zukunft über den Sommer 2027 hinaus offen.
Dzeko besitzt bei Schalke einen Vertrag für die Saison 2026/27. Der Klub hatte am 3. August einen neuen Einjahresvertrag mit ihm abgeschlossen. Sein erster Schalker Vertrag war nach der Aufstiegssaison ausgelaufen. Der Angreifer war zunächst am 22. Januar 2026 von der AC Florenz nach Gelsenkirchen gekommen und für die verbleibenden 16 Saisonspiele verpflichtet worden. Nach dem Bundesliga-Aufstieg und Dzekos Teilnahme an der Weltmeisterschaft mit Bosnien-Herzegowina verständigten sich beide Seiten im Sommer auf eine Fortsetzung der Zusammenarbeit.
Direktor Profifußball Youri Mulder begründete die Vertragsverlängerung mit Dzekos Bedeutung für die Mannschaft. Er bezeichnete den Stürmer als „Leistungsträger und Fan-Liebling“ und verwies auch auf dessen Vorbildfunktion innerhalb des Teams. Schalke sei überzeugt, dass Dzeko dem Aufsteiger auch in der Bundesliga helfen könne.
Sportlich hatte sich Edin Dzeko Schalke in der Rückrunde der vergangenen Saison angeschlossen. In elf Zweitligaeinsätzen erzielte er sechs Tore und bereitete drei weitere Treffer vor. Schalke stieg anschließend in die Bundesliga auf. Der Verein bezeichnete Dzeko bei der Vertragsverlängerung ausdrücklich als wichtige Stütze auf dem Weg zurück in die höchste deutsche Spielklasse.
In der laufenden Bundesliga-Saison 2026/27 kam der Mittelstürmer bis zur Länderspielpause dreimal zum Einsatz. Ein Tor oder eine Vorlage gelang ihm in diesen drei Ligapartien noch nicht. Beim 0:0 gegen die SV Elversberg am 20. September stand er erstmals in dieser Bundesliga-Saison in der Startelf. Hinzu kommt sein Einsatz in der ersten Runde des DFB-Pokals beim Halleschen FC. Dort erzielte Dzeko zwei Treffer. Damit stehen für ihn bislang vier Pflichtspiele für Schalke in dieser Saison zu Buche.
Die Rolle des Routiniers geht in der aktuellen Kaderplanung über seine Einsatzminuten im Angriff hinaus. Trainer Miron Muslic berief Dzeko vor Saisonbeginn in den sechsköpfigen Mannschaftsrat. Dort gehört er gemeinsam mit Kapitän Kenan Karaman, Timo Becker, Nikola Katic, Ron Schallenberg und Loris Karius zu den erfahrenen Führungsspielern. Muslic erklärte über die Gruppe: „Diese sechs Leistungsträger haben sich im vergangenen Jahr von Tag eins bis zum Ende der Verantwortung gestellt.“
Im Sturm verfügt Schalke neben Dzeko unter anderem über Moussa Sylla, Hee Chan Hwang, Junior Adamu, Emil Hojlund, Bryan Lasme und Kenan Karaman. Damit ist der 40-Jährige nicht alleiniger Fixpunkt für die Offensive. Seine Vertragsverlängerung, die Berufung in den Mannschaftsrat und Mulders Aussagen zeigen jedoch, dass der Klub bei ihm ausdrücklich auch Erfahrung, Führungsqualität und Einfluss auf die Mannschaft eingeplant hat.
Dzeko ist 40 Jahre alt und spielt als Mittelstürmer. Seine Laufbahn begann bei FK Zeljeznicar Sarajevo. Danach spielte er in Tschechien für FK Teplice und FK Usti nad Labem. 2007 wechselte er zum VfL Wolfsburg, mit dem er 2009 deutscher Meister wurde. Es folgten Manchester City, AS Rom, Inter Mailand, Fenerbahce Istanbul und die AC Florenz, bevor er im Januar 2026 erstmals zum FC Schalke 04 kam.
Mit Manchester City wurde Dzeko zweimal englischer Meister, in Italien spielte er mehrere Jahre für Roma und Inter. Für Bosnien-Herzegowina war er über fast zwei Jahrzehnte das Gesicht der Nationalmannschaft. Mit dem Ende seiner Länderspielkarriere ist nun der erste Teil seiner langen Profikarriere abgeschlossen. Seine Zeit bei Schalke läuft dagegen mindestens vertraglich bis zum Ende der Saison 2026/27 weiter. Ob danach auch die Spielerkarriere endet, hat Edin Dzeko selbst noch nicht endgültig festgelegt.
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