Tony Awards 2026: Was der Broadway-Abend mit dem EGOT zu tun hat

Lecker aufs Land heute im SWR: Folge 104 aus dem Landkreis Rottweil
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Bei den Tony Awards 2026 hat es keinen neuen persönlichen Gewinner des sogenannten EGOT gegeben. Dennoch spielte die seltene Kombination aus Emmy, Grammy, Oscar und Tony bei der 79. Verleihung der wichtigsten US-Theaterpreise eine Rolle. Mit den vier Auszeichnungen für das Broadway-Musical Schmigadoon gewann Apple erstmals Tonys und konnte damit auch in der letzten der vier großen amerikanischen Preiswelten Erfolge verbuchen.

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Der persönliche EGOT-Kreis blieb dagegen unverändert. Als jüngster Neuzugang gilt Steven Spielberg, der bereits im Februar 2026 bei den Grammy Awards die vierte noch fehlende Auszeichnung ergänzte. Schauspielerin Meryl Streep gehört trotz ihrer außergewöhnlichen Bilanz bei Oscars und Emmys nicht zu diesem Kreis.

Die 79. Tony Awards wurden am 7. Juni 2026 in der Radio City Music Hall in New York vergeben. Ausgezeichnet wurden Broadway-Produktionen der Spielzeit 2025/26.

Schmigadoon gewinnt den Tony als bestes Musical

Zu den großen Gewinnern des Abends gehörte Schmigadoon. Die Bühnenadaption der gleichnamigen Apple-Serie erhielt vier Tony Awards. Neben dem Preis als bestes Musical gewann die Produktion für das beste Musicalbuch, die beste Originalmusik und die besten Orchestrierungen.

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Der Erfolg hatte für Apple eine besondere Bedeutung. Das Unternehmen hatte zuvor bereits Emmys für Fernsehproduktionen, Oscars für Filme und einen Grammy gewonnen. Mit den ersten Tony Awards kam nun die vierte Kategorie hinzu. Dafür wird gelegentlich die Bezeichnung Studio EGOT verwendet.

Mit dem klassischen EGOT ist diese Bezeichnung allerdings nicht gleichzusetzen. Der Begriff bezeichnet ursprünglich einzelne Künstlerinnen und Künstler, die persönlich in allen vier Preisfamilien ausgezeichnet wurden.

Das beste neue Theaterstück des Jahres wurde Liberation von Bess Wohl. Den Tony für die beste Wiederaufnahme eines Musicals gewann Ragtime. Die Neuinszenierung von Arthur Millers Death of a Salesman wurde als beste Wiederaufnahme eines Theaterstücks ausgezeichnet und kam insgesamt auf sechs Tonys.

Auch mehrere bekannte Schauspieler wurden geehrt. John Lithgow gewann für Giant als bester Hauptdarsteller in einem Theaterstück. Lesley Manville erhielt den entsprechenden Preis für ihre Rolle in Oedipus. Bei den Musicals gingen die Hauptdarstellerpreise an Joshua Henry und Caissie Levy für Ragtime. Laurie Metcalf wurde für Death of a Salesman als beste Nebendarstellerin in einem Theaterstück ausgezeichnet.

Steven Spielberg komplettierte seinen EGOT 2026

Der bislang jüngste Zugang zum EGOT-Kreis ist Steven Spielberg. Der Regisseur und Produzent gewann am 1. Februar 2026 seinen ersten Grammy. Music by John Williams, an dessen Produktion Spielberg beteiligt war, wurde als bester Musikfilm ausgezeichnet.

Oscars und Emmys hatte Spielberg bereits seit Jahrzehnten. Drei reguläre Oscars erhielt er für Schindlers Liste und Der Soldat James Ryan. Hinzu kommen mehrere Emmy-Auszeichnungen für Fernsehproduktionen.

Als Tony-Erfolg wird seine Produzentenbeteiligung am Musical A Strange Loop gewertet, das 2022 den Tony als bestes Musical gewann. Spielbergs Beteiligung als Produzent der Broadway-Produktion ist dokumentiert. Allerdings wird er in der öffentlich zugänglichen Gewinnerdatenbank der Tony Awards nicht als einzelner Preisträger dieses Sieges aufgeführt. Diese Besonderheit führte nach seinem Grammy-Gewinn zu Diskussionen über die genaue Zuordnung.

In Übersichten zu den wettbewerblichen EGOT-Gewinnern wird Spielberg inzwischen überwiegend als 22. Mitglied des Kreises geführt. Sein Grammy von 2026 war dabei der letzte noch fehlende Preis.

Nur 22 Menschen werden zum wettbewerblichen EGOT-Kreis gezählt

Der EGOT ist kein eigener Preis und wird auch nicht von einer gemeinsamen Institution vergeben. Die Abkürzung steht schlicht für Emmy, Grammy, Oscar und Tony. Entscheidend ist deshalb, welche Auszeichnungen in die Zählung aufgenommen werden.

Bei einer Beschränkung auf reguläre Wettbewerbspreise werden derzeit 22 Menschen zum EGOT-Kreis gezählt: Richard Rodgers, Helen Hayes, Rita Moreno, John Gielgud, Audrey Hepburn, Marvin Hamlisch, Jonathan Tunick, Mel Brooks, Mike Nichols, Whoopi Goldberg, Scott Rudin, Robert Lopez, Andrew Lloyd Webber, Tim Rice, John Legend, Alan Menken, Jennifer Hudson, Viola Davis, Elton John, Benj Pasek, Justin Paul und Steven Spielberg.

Richard Rodgers war 1962 der Erste, der die vier Preise zusammenbrachte. Zu den bekannteren späteren Mitgliedern gehören Audrey Hepburn, Whoopi Goldberg, Mel Brooks, John Legend, Jennifer Hudson, Viola Davis und Elton John.

Noch kleiner war der Kreis lange Zeit deshalb, weil erfolgreiche Filmstars häufig keinen Grammy oder Tony besitzen, während gefeierte Broadway-Komponisten nicht zwangsläufig bei Film und Fernsehen ausgezeichnet werden. Der EGOT verlangt somit Erfolge in vier sehr unterschiedlichen Bereichen der US-Unterhaltungsindustrie.

Zusätzlich gibt es Künstler, bei denen eine Ehrenauszeichnung oder ein nicht regulär vergebener Preis zur Komplettierung der vier Buchstaben beiträgt. Solche Fälle werden meist separat von den Gewinnern gezählt, die alle vier Preise in Wettbewerbskategorien erhalten haben.

Warum Meryl Streep kein EGOT ist

Meryl Streep zeigt besonders deutlich, dass selbst eine außergewöhnlich erfolgreiche Karriere nicht automatisch zum EGOT führt. Die Schauspielerin hat drei Oscars gewonnen und hält mit 21 Oscar-Nominierungen den Rekord unter Schauspielerinnen und Schauspielern.

Auch beim Emmy war sie mehrfach erfolgreich. Die Television Academy führt für Streep drei Emmy-Siege. Ausgezeichnet wurde sie unter anderem für Holocaust, Angels in America und als Erzählerin der Dokumentarserie Five Came Back.

Beim Grammy sieht die Bilanz anders aus. Streep wurde bislang siebenmal nominiert, gewann jedoch keinen Preis. Zu ihren Nominierungen gehörten Hörbuchproduktionen und ihre Beteiligung am Soundtrack des Musicals Mamma Mia.

Auch einen Tony besitzt sie nicht. Streep war 1976 für ihre Broadway-Arbeit in 27 Wagons Full of Cotton als beste Nebendarstellerin in einem Theaterstück nominiert, gewann damals jedoch nicht.

Damit fehlen ihr weiterhin zwei der vier Bestandteile des EGOT. Eine Einordnung Streeps als EGOT-Gewinnerin wäre deshalb falsch.

Tony Awards bleiben entscheidende Hürde für viele Hollywoodstars

Die Tony Awards bilden für viele Film- und Fernsehgrößen die schwierigste Station auf dem Weg zum EGOT. Der Preis würdigt Produktionen und Leistungen am Broadway und setzt damit eine Verbindung zum professionellen New Yorker Theater voraus. Filmstars können einen Tony als Darsteller gewinnen, aber auch Produzenten erfolgreicher Theaterstücke und Musicals sind unter bestimmten Voraussetzungen preisberechtigt.

Gerade diese Produzentenpreise haben den EGOT-Kreis in den vergangenen Jahren erweitert. Jennifer Hudson erreichte ihren EGOT 2022 als Produzentin von A Strange Loop. Steven Spielbergs Verbindung zu demselben Musical spielt heute ebenfalls bei seiner EGOT-Einordnung eine Rolle.

Die Tony Awards 2026 haben den Kreis der persönlichen EGOT-Gewinner nicht vergrößert. Sie zeigen jedoch, wie eng Fernsehen, Film, Musik und Broadway inzwischen miteinander verbunden sind. Schmigadoon begann als Fernsehserie, wechselte auf die Broadway-Bühne und wurde dort zum besten Musical gekürt. Für Apple bedeutete das die Komplettierung seiner vier großen US-Unterhaltungspreise. Für den exklusiveren Kreis der persönlichen EGOT-Gewinner blieb Steven Spielberg dagegen auch nach der Tony-Verleihung der jüngste Neuzugang.

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