So groß könnte das Eintracht-Stadion im Stadtwald werden

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Eintracht Frankfurt denkt beim Deutsche Bank Park bereits über den nächsten großen Entwicklungsschritt nach. Obwohl die Kapazität erst im Sommer auf 60.100 Zuschauer erhöht wurde, lässt der Bundesligist untersuchen, ob sich auf das bestehende Stadion ein dritter Rang setzen lässt oder langfristig ein weitgehender beziehungsweise vollständiger Neubau erforderlich wäre. Vorstandssprecher Axel Hellmann hat beide Varianten öffentlich bestätigt. Als mögliche Größenordnung werden inzwischen bis zu 80.000 Plätze genannt. Eine Entscheidung ist jedoch noch nicht gefallen.

Neue Aufmerksamkeit erhielten die Pläne durch einen Bericht der Bild vom 10. September. Das Blatt beschrieb zwei mögliche Modelle für die langfristige Zukunft des Stadions und verwies dabei auf Aussagen Hellmanns. Der Kern der Planungen war allerdings bereits zuvor öffentlich bestätigt worden. Die Hessenschau dokumentierte am 7. September Aussagen des Vorstandssprechers rund um das Bundesligaheimspiel gegen den FC Augsburg. Hellmann sagte dort: Wir prüfen gerade, ob wir einen dritten Ring draufmachen können oder neu bauen müssen. Das wird aber noch sechs Monate dauern.

Dritter Rang oder grundlegender Neubau

Damit stehen derzeit zwei grundsätzliche Varianten zur Prüfung. Bei der ersten würde der bestehende Deutsche Bank Park um eine weitere Zuschauerebene ergänzt. Die zweite Möglichkeit wäre eine weitreichende Neuplanung des Stadions am heutigen Standort. Die Frankfurter Rundschau berichtete zusätzlich über Überlegungen, Teile des bestehenden Bauwerks schrittweise zurückzubauen und Tribünen neu zu errichten. Technische Machbarkeit, Wirtschaftlichkeit und die baulichen Folgen sollen zunächst untersucht werden.

Hellmann hatte das Thema bereits Anfang Juni in einem größeren strategischen Zusammenhang angesprochen. Nach einer Sitzung des Aufsichtsrats nannte er als eine von drei wichtigen Wettbewerbskomponenten, die Infrastruktur optimal ausnutzen, und führte ausdrücklich eine Stadionerweiterung beziehungsweise perspektivisch ein Neubau an. Die Eintracht betrachtet das Stadion damit nicht nur als Spielstätte, sondern als einen wesentlichen Teil ihrer langfristigen wirtschaftlichen Entwicklung.

Die derzeitige Arena hat eine Kapazität von 60.100 Zuschauern. Erst zur Saison 2026/27 wurden weitere Plätze geschaffen. Zuvor war die Kapazität über mehrere Schritte von 51.500 zunächst auf 58.000 und später auf 59.500 gestiegen. Für die jüngste Erhöhung wurden unter anderem Flächen auf der Pressetribüne und im Businessbereich verändert.

Bis zu 80.000 Plätze als mögliche Zielgröße

Für eine langfristige Erweiterung wird inzwischen eine Größenordnung von bis zu 80.000 Zuschauern genannt. Die Frankfurter Rundschau berichtete darüber unter Berufung auf die aktuellen Überlegungen im Eintracht-Umfeld. Damit würde Frankfurt in eine Größenordnung vordringen, die in Deutschland derzeit nur wenige Fußballarenen erreichen. Der Signal Iduna Park in Dortmund liegt mit mehr als 81.000 Plätzen an der Spitze der Bundesligastadien.

Die Zahl von 80.000 ist jedoch noch keine beschlossene Kapazität. Offiziell bestätigt ist zunächst die Prüfung verschiedener Modelle. Ebenso steht noch nicht fest, ob die bestehende Konstruktion einen dritten Rang technisch überhaupt zulässt. Hellmann rechnet nach eigener Aussage mit rund sechs Monaten, bis die entsprechenden Untersuchungen weiter fortgeschritten sind.

Auch der zeitliche Horizont ist langfristig. Hellmann sagte: Unsere Aufgabe ist, das jetzt zu planen, damit es in zehn, zwölf Jahren fertig ist. Damit wäre eine Realisierung frühestens in der zweiten Hälfte der 2030er Jahre realistisch, wenn die weiteren Planungs- und Entscheidungsverfahren entsprechend verlaufen.

Kosten und Finanzierung sind noch offen

Einen belastbaren Kostenrahmen für den dritten Rang oder einen möglichen Neubau hat Eintracht Frankfurt bislang nicht öffentlich genannt. Auch ein konkretes Finanzierungsmodell ist nicht beschlossen. Zahlen, die für andere Bauprojekte auf dem Stadiongelände kursieren, lassen sich nicht auf das Fußballstadion übertragen.

Das ist auch deshalb von Bedeutung, weil Eintracht Frankfurt nicht allein über das Gelände verfügen kann. Besitzgesellschaft des Deutsche Bank Park ist die Sportpark Stadion Frankfurt am Main Gesellschaft für Projektentwicklungen mbH, eine Beteiligungsgesellschaft der Stadt Frankfurt. Management und Vermarktung des Stadions liegen dagegen bei der Eintracht Frankfurt Stadion GmbH.

Ein umfangreicher Ausbau oder Neubau müsste deshalb in enger Abstimmung mit der Stadt erfolgen. Der bestehende Mietvertrag für das Stadion läuft bis 2035. Auch die Anfang 2026 vorzeitig verlängerte Partnerschaft mit der Deutschen Bank wurde bis 2035 an diese Laufzeit angepasst.

Damit wären nicht allein Vorstand und Aufsichtsrat der Eintracht in die weiteren Entscheidungen eingebunden. Je nach Modell wären auch die städtische Besitzgesellschaft, die Stadt Frankfurt und möglicherweise politische Gremien erforderlich. Konkrete Beschlüsse für einen dritten Rang oder Neubau liegen bislang nicht vor.

Mehr als 160.000 Mitglieder treffen auf begrenzte Plätze

Ein zentraler Hintergrund der Überlegungen ist die Nachfrage. Eintracht Frankfurt zählt nach eigenen Angaben inzwischen mehr als 160.000 Mitglieder. Bei der Mitgliederversammlung im Januar hatte Präsident Mathias Beck die Marke von 160.000 Mitgliedern verkündet. Innerhalb von zwei Jahren war die Zahl demnach um rund 21.000 gestiegen.

Die Zahl der verfügbaren Stadionplätze liegt damit deutlich unter der Mitgliederzahl. Mitglieder erhalten für Männerheimspiele ein bevorzugtes Zugriffsrecht auf Tageskarten. Für die Bundesliga-Saison 2026/27 wurden zudem keine neuen Dauerkarten zum Verkauf angeboten. Bestehende Abonnements verlängerten sich automatisch.

Eine aktuelle offizielle Gesamtzahl der Dauerkarten für 2026/27 hat der Verein in seinen jüngsten Ticketinformationen nicht ausgewiesen. In den vergangenen Jahren lag das Kontingent bei rund 35.000 Dauerkarten. Für die Bewertung der aktuellen Stadionpläne entscheidender ist deshalb die von Eintracht selbst dokumentierte Situation, dass trotz der Kapazitätserweiterung keine zusätzlichen Dauerkarten regulär angeboten werden.

Hellmann verbindet den Ausbau zudem ausdrücklich mit der wirtschaftlichen Wettbewerbsfähigkeit. Im Juni erklärte er, aus eigener Kraft wettbewerbsfähig zu bleiben, funktioniere unter anderem über Transfers und eine optimale Stadionausleistung.

Stadion wird für Eintracht wirtschaftlich immer wichtiger

Die Überlegungen treffen auf eine Phase starken wirtschaftlichen Wachstums. Die Eintracht Frankfurt Fußball AG erzielte im Geschäftsjahr 2024/25 Gesamterlöse von 389,1 Millionen Euro. Damit lag der Klub fast auf dem Rekordniveau des Vorjahres von 390,5 Millionen Euro. Die Spieltagserlöse stiegen um 15,4 Prozent auf 57,8 Millionen Euro. Dazu trugen zusätzliche internationale Heimspiele und höhere Hospitalityerlöse bei.

Gleichzeitig schloss die Fußball AG das Geschäftsjahr mit einem Fehlbetrag von 8,3 Millionen Euro ab. Die Finanzschulden lagen bei 71,8 Millionen Euro. Eine mögliche Stadioninvestition müsste deshalb wirtschaftlich langfristig geplant und von den normalen operativen Geschäften des Klubs getrennt betrachtet werden.

Dass Infrastruktur für die Führung der Eintracht inzwischen ein strategisches Thema ist, machte auch Aufsichtsratschef und Vereinspräsident Mathias Beck deutlich. Bei der Vertragsverlängerung mit Hellmann erklärte Beck, Wachstum und Infrastruktur gehörten zu den zentralen Aufgaben der kommenden Jahre. Hellmann selbst verwies neben dem Stadion auch auf die geplante Multifunktionshalle im Umfeld des Deutsche Bank Park sowie weitere Infrastrukturprojekte.

Der nächste konkrete Schritt ist damit zunächst keine Bauentscheidung, sondern die Klärung der Machbarkeit. Erst danach lässt sich beantworten, ob der Deutsche Bank Park tatsächlich einen dritten Rang erhalten kann oder ob die langfristigen Wachstumspläne von Eintracht Frankfurt einen grundlegenden Neubau erforderlich machen.

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