
Wer in Deutschland ein neues Elektroauto bestellt, muss teilweise mehrere Monate auf die Auslieferung warten. Die Lieferzeiten für Elektroautos unterscheiden sich allerdings erheblich nach Hersteller, Modell und Ausstattung. Während manche Fahrzeuge innerhalb weniger Monate verfügbar sind, nennen Händler bei anderen Modellen Wartezeiten von bis zu einem Jahr. Gleichzeitig erreicht die Nachfrage nach elektrisch angetriebenen Neuwagen neue Höchststände.
Der deutsche Markt für Elektroautos wächst deutlich. Nach Angaben des Kraftfahrt-Bundesamtes wurden im Oktober 2026 insgesamt 94.086 rein batterieelektrische Pkw neu zugelassen. Das waren rund 79,5 Prozent mehr als im entsprechenden Vorjahresmonat. Der Anteil an sämtlichen Pkw-Neuzulassungen lag damit bei 37 Prozent.
Auch die Bestellungen haben erheblich zugenommen. Der Verband der Automobilindustrie meldete für Oktober einen Anstieg der inländischen Auftragseingänge für rein elektrische Pkw deutscher Hersteller um 68 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat. In den ersten zehn Monaten des Jahres lagen die entsprechenden Bestellungen um 66 Prozent über dem Vorjahresniveau.
Die Entwicklung fällt mit einer neuen staatlichen Förderung für Elektroautos zusammen. Seit Mai 2026 können berechtigte Privatpersonen Zuschüsse für den Kauf oder das Leasing bestimmter elektrischer Neuwagen beantragen. Auch die gestiegenen Kraftstoffkosten erhöhen die wirtschaftliche Attraktivität elektrisch angetriebener Fahrzeuge.
Wie unterschiedlich lange Käufer auf ihr Elektroauto warten müssen, zeigen aktuelle Händlerangaben. Volkswagen Automobile Hannover nennt in seiner Übersicht vom 12. Oktober 2026 für den VW ID.3 Neo eine Mindestlieferzeit von zwei Monaten. Beim ID.7 sind es vier Monate. Für den neuen elektrischen ID. Polo gibt der Händler dagegen zwölf Monate an.
Auch zwischen anderen Herstellern gibt es Unterschiede. Die Neuwagenplattform Carwow veranschlagte Anfang November für den Škoda Elroq rund zehn Monate und für den Enyaq elf Monate. Beim Kia EV3 wurden vier bis fünf Monate genannt. Für den elektrischen Xpeng G6 lag die angegebene Lieferzeit dagegen bei einem bis zwei Monaten.
Die Angaben sind Momentaufnahmen und können je nach Händler, Fahrzeugvariante und Bestellzeitpunkt abweichen. Nicht jeder Käufer eines bestimmten Modells muss deshalb mit derselben Wartezeit rechnen.
Die Lieferdauer hängt von mehreren Faktoren ab. Dazu gehören die vorhandenen Produktionskapazitäten, die Zahl bereits eingegangener Bestellungen und die Verfügbarkeit benötigter Bauteile. Auch die gewählte Batteriegröße, Motorisierung oder Sonderausstattung kann Einfluss darauf haben, wann ein Fahrzeug gefertigt und ausgeliefert wird.
Eine hohe Nachfrage kann insbesondere bei neu eingeführten Modellen zu längeren Bestellfristen führen. Daraus ergibt sich allerdings nicht automatisch ein allgemeiner Produktionsengpass. Andere Fahrzeuge desselben Herstellers können zur gleichen Zeit deutlich schneller verfügbar sein.
Wer bei der Ausstattung flexibel ist, kann die Wartezeit unter Umständen verkürzen. Bereits produzierte Lagerfahrzeuge oder kurzfristig verfügbare Neuwagen sind eine Alternative zu individuell konfigurierten Bestellungen.
Lange Lieferzeiten können die finanzielle Planung beeinflussen. Die seit 2026 geltende staatliche Förderung sieht für berechtigte Privatpersonen Zuschüsse von bis zu 6.000 Euro vor. Die genaue Höhe richtet sich unter anderem nach dem zu versteuernden Haushaltseinkommen, der Kinderzahl und der Antriebsart.
Maßgeblich für die Förderung ist die erstmalige Zulassung des Fahrzeugs. Wer einen Neuwagen bestellt, sollte deshalb neben dem Kaufpreis auch den voraussichtlichen Zulassungstermin und die geltenden Förderbedingungen berücksichtigen.
Der ADAC empfiehlt, beim Neuwagenkauf einen möglichst konkreten Liefertermin schriftlich zu vereinbaren. Entscheidend ist, ob der Termin verbindlich oder unverbindlich festgelegt wurde.
Nach den üblichen Neuwagenverkaufsbedingungen können Händler einen unverbindlichen Liefertermin grundsätzlich um sechs Wochen überschreiten. Danach können Käufer den Händler zur Lieferung auffordern. Unter bestimmten Voraussetzungen ist nach einer weiteren angemessenen Frist auch ein Rücktritt vom Kaufvertrag möglich.
Für Interessenten lohnt sich deshalb nicht nur der Vergleich von Preisen, Reichweiten und Ladeleistungen. Auch die tatsächliche Verfügbarkeit beim jeweiligen Händler kann darüber entscheiden, welches Elektroauto für einen geplanten Fahrzeugwechsel infrage kommt.
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