
Der aktivistische Investor Elliott Investment Management soll eine größere Beteiligung an der Deutschen Telekom aufgebaut haben. Zugleich wendet sich der Fonds Berichten zufolge gegen Überlegungen des Bonner Konzerns, die Deutsche Telekom und ihre US-Tochter T-Mobile US vollständig zusammenzuführen. Elliott bevorzuge andere Möglichkeiten, den Wert für die Aktionäre zu steigern, darunter umfangreichere Aktienrückkäufe. Eine offizielle Bestätigung der Beteiligung oder der Forderungen lag zunächst nicht vor.
Wie groß das Aktienpaket von Elliott ist, war am Donnerstag zunächst unbekannt. Bloomberg berichtete unter Berufung auf mit der Angelegenheit vertraute Personen von einer bedeutenden Beteiligung. Auch die Financial Times bestätigte unter Berufung auf eigene Quellen, dass Elliott Aktien der Deutschen Telekom erworben habe. Reuters konnte die Angaben zunächst nicht unabhängig verifizieren. Weder Elliott noch die Deutsche Telekom hatten die Berichte zunächst öffentlich bestätigt.
Die genaue Größenordnung ist auch regulatorisch von Bedeutung. Nach dem deutschen Wertpapierhandelsgesetz müssen Aktionäre grundsätzlich eine Mitteilung abgeben, sobald sie unter anderem die Schwelle von drei Prozent der Stimmrechte erreichen, überschreiten oder unterschreiten. Eine entsprechende Schwellenmeldung könnte deshalb mehr Klarheit über Elliotts Engagement schaffen, sofern der Investor mindestens drei Prozent der meldepflichtigen Stimmrechte hält.
Zum 30. Juni 2026 entfielen nach Angaben der Deutschen Telekom 54,15 Prozent der Aktien auf institutionelle Investoren. Der Bund hielt direkt 14,22 Prozent, weitere 14,37 Prozent lagen bei der staatlichen KfW. Bund und KfW kamen damit zusammen auf 28,59 Prozent. Diese Beteiligungsstruktur begrenzt den Spielraum eines einzelnen aktivistischen Investors, verschafft Elliott aber dennoch eine Plattform, um öffentlich und gegenüber dem Management auf strategische Veränderungen zu drängen.
Der Konflikt betrifft die künftige Struktur des Telekom-Konzerns. Elliott soll sich dafür ausgesprochen haben, die Überlegungen zu einem vollständigen Zusammenschluss mit T-Mobile US nicht weiterzuverfolgen. Stattdessen soll die Deutsche Telekom Möglichkeiten prüfen, Kapital stärker an die Anteilseigner zurückzugeben. Als eine Variante werden größere Aktienrückkäufe genannt.
Damit würde Elliott eine andere strategische Richtung verfolgen als jene, die Telekom-Chef Tim Höttges zugeschrieben wird. Bereits im April 2026 war bekannt geworden, dass die Deutsche Telekom Möglichkeiten für eine umfassendere Zusammenführung mit T-Mobile US untersucht. Dabei wurde unter anderem über eine neue Holdinggesellschaft gesprochen, die Aktien beider Unternehmen übernehmen könnte. Die Gespräche befanden sich den damaligen Angaben zufolge in einem frühen Stadium. Eine verbindliche Transaktion wurde nicht angekündigt.
Die Bedeutung des US-Geschäfts für die Deutsche Telekom ist erheblich. Der Konzern kontrolliert inzwischen knapp 54 Prozent von T-Mobile US. Die amerikanische Tochter ist zugleich mit Abstand der größte operative Geschäftsbereich.
Im zweiten Quartal 2026 erzielte das Segment USA einen Umsatz von 19,56 Milliarden Euro. Der gesamte Konzernumsatz lag im selben Zeitraum bei 29,93 Milliarden Euro. Das bereinigte EBITDA AL des US-Geschäfts erreichte 7,97 Milliarden Euro. Konzernweit waren es 11,82 Milliarden Euro. Damit stammte deutlich mehr als die Hälfte des operativen Ergebnisses aus den Vereinigten Staaten.
Diese Größenverhältnisse erklären, warum die Struktur der Beteiligung an T-Mobile US für die Deutsche Telekom von hoher strategischer Bedeutung ist. Eine vollständige Zusammenführung würde die bisherige Konstruktion aus deutscher Muttergesellschaft und separat börsennotierter US-Tochter grundlegend verändern.
Elliott wäre nicht der erste Akteur, der Vorbehalte gegen eine mögliche Fusion erkennen lässt. Bereits Ende Juli wurde berichtet, dass Führungskräfte von T-Mobile US einen vollständigen Zusammenschluss nicht mehr unterstützten. Als Gründe wurden nach damaliger Darstellung Bedenken von Minderheitsaktionären und mögliche regulatorische Anforderungen in den USA genannt. Die Angaben basierten ebenfalls auf nicht öffentlich genannten Personen. Eine formelle Ablehnung durch T-Mobile US wurde nicht veröffentlicht.
Eine mögliche Transaktion wäre schon wegen ihrer Dimension außergewöhnlich. Im Frühjahr wurden beide börsennotierten Unternehmen zusammen zeitweise mit mehreren hundert Milliarden Dollar bewertet. Bloomberg bezeichnete die diskutierte Konstruktion deshalb als potenziell größte Fusion zweier börsennotierter Unternehmen überhaupt. Voraussetzung wären jedoch nicht nur die Zustimmung der beteiligten Unternehmensorgane und Aktionäre, sondern voraussichtlich auch umfangreiche regulatorische Prüfungen.
An der Börse sorgte die Nachricht unmittelbar für Bewegung. Die Aktie von T-Mobile US beendete den Handel am Mittwoch, 2. September 2026, an der Nasdaq bei 187,30 Dollar. Das entsprach einem Tagesplus von 2,82 Prozent.
Die Deutsche-Telekom-Aktie hatte den regulären Xetra-Handel zuvor bei 28,45 Euro und damit 0,25 Prozent höher geschlossen. Nachbörslich wurden nach Veröffentlichung der Berichte zeitweise deutlich höhere Kurse angezeigt. Da der Elliott-Bericht erst nach dem regulären deutschen Börsenschluss größere Aufmerksamkeit erhielt, dürfte sich die vollständige Reaktion der Telekom-Aktie erst im weiteren Handel zeigen.
Die Kursbewegungen sind keine Aussage darüber, ob eine bestimmte Strategie langfristig wirtschaftlich erfolgreicher wäre. Klar ist bislang lediglich, dass mit Elliott ein einflussreicher aktivistischer Investor in die Debatte über die künftige Struktur der Deutschen Telekom eingreifen soll. Ob und in welcher Höhe Elliott tatsächlich beteiligt ist und ob der Konzern seine Überlegungen für eine engere Verbindung mit T-Mobile US verändert, war zunächst nicht offiziell bestätigt.
Texte werden mit Unterstützung von KI-Tools erstellt und vor Veröffentlichung redaktionell geprüft. Mehr dazu