
Bei einer Schusswaffentat in der US-Stadt Erie sind neun Menschen ums Leben gekommen. Zu den Toten gehört nach Angaben der Polizei auch der mutmaßliche Schütze. Der Vorfall ereignete sich am Freitagnachmittag, 9. Oktober 2026, in einem Wohngebiet im Osten der Stadt. Die Behörden bestätigten die Zahl der Todesfälle am Samstag. Die genauen Hintergründe blieben zunächst offen. Pennsylvanias Gouverneur Josh Shapiro sagte der Stadt Unterstützung zu.
Der Einsatz begann am Freitag gegen 17 Uhr Ortszeit im Bereich der Kreuzung von East 7th Street und Perry Street. Die Beamten erhielten einen Alarm des Schusserkennungssystems ShotSpotter, das mithilfe von Sensoren mögliche Schussgeräusche registriert. Nach Darstellung der Stadt trafen die ersten Polizeikräfte wenige Minuten nach dem Alarm ein.
Nach Angaben des örtlichen Senders Erie News Now fanden Einsatzkräfte zwei erschossene Frauen auf der Straße. Weitere Tote wurden in einem Wohnhaus entdeckt. Unter den Verstorbenen sollen sich auch zwei Kinder befinden. Die Stadtverwaltung bestätigte in ihrer Mitteilung zunächst die Gesamtzahl von neun Todesfällen, machte aber keine detaillierten Angaben zum Alter der einzelnen Verstorbenen.
Für die Einsatzkräfte war die Situation zunächst unübersichtlich. Sie mussten damit rechnen, dass sich möglicherweise noch ein bewaffneter Mensch in dem Gebäude befand. Spezialeinheiten wurden hinzugezogen. Die Beamten sicherten das Haus und bereiteten den Zutritt vor.
Am Samstag veröffentlichte die Stadt Erie eine ausführlichere Darstellung des Einsatzablaufs. Demnach waren alle neun Menschen bereits tot, bevor die ersten Polizeibeamten am Tatort eintrafen. Die Todesfälle seien weder während einer längeren Konfrontation mit der Polizei noch infolge eines verzögerten Zugriffs eingetreten.
Besonders deutlich äußerten sich die Behörden zu Geräuschen, die während des Einsatzes zu hören waren. Nach Angaben der Stadt wurden nach dem Eintreffen der Polizei keine weiteren Schüsse abgefeuert. Geräusche, die Beobachter für Schüsse gehalten haben könnten, stammten demnach von Blendknallkörpern, die die Einsatzkräfte bei ihrem taktischen Vorgehen einsetzten.
Die Polizei erläuterte außerdem, weshalb der Zugang zum Haus nicht unmittelbar erfolgte. Den Beamten habe zunächst die notwendige Gewissheit über die Lage im Gebäude gefehlt. Während sie das Haus absicherten, sammelten sie weitere Informationen und bemühten sich um einen Durchsuchungsbeschluss.
Der mutmaßliche Schütze wurde ebenfalls tot aufgefunden. Nach bisherigen Polizeiangaben deutet vieles auf eine selbst zugefügte Schussverletzung hin. Die Zahl von neun Verstorbenen umfasst damit acht weitere Menschen und den mutmaßlich Verantwortlichen.
Die Stadtverwaltung erklärte bereits am Freitagabend, dass die Situation unter Kontrolle sei. Für die Bevölkerung bestehe nach bisherigen Erkenntnissen keine fortdauernde Gefahr. Das bedeutete jedoch nicht, dass die Ermittlungen abgeschlossen waren. Vielmehr standen die Beamten vor der Aufgabe, die zeitliche Abfolge und die Umstände sämtlicher Todesfälle zu rekonstruieren.
Polizeichef Rick Lorah schilderte die Situation als außergewöhnlich belastend. In seiner mehr als 28-jährigen Laufbahn habe er nichts Vergleichbares erlebt. Weitere gesicherte Angaben zu den beteiligten Personen, ihren Beziehungen untereinander oder einem möglichen Tatmotiv lagen zunächst nicht vor.
Pennsylvanias Gouverneur Josh Shapiro reagierte am Samstag auf die Geschehnisse. Er erklärte, mit Eries Bürgermeisterin Daria Devlin gesprochen und die Unterstützung seiner Regierung angeboten zu haben. Zudem bekundete er den Angehörigen und der gesamten Stadt sein Mitgefühl.
Erie liegt am Südufer des Eriesees im Nordwesten Pennsylvanias, rund 190 Kilometer nördlich von Pittsburgh. Die Stadt hat etwa 90.000 Einwohner. Dass bei einer einzigen Gewalttat so viele Menschen starben, trifft damit eine vergleichsweise kleine Stadtgemeinschaft.
Auch der Landkreis Erie erklärte sich bereit, Stadtverwaltung und Polizei bei der Bewältigung der Folgen und den Ermittlungen zu unterstützen. Die örtlichen Behörden verwiesen zudem auf Hilfsangebote für Menschen, die durch die Ereignisse psychisch belastet sind.
Unklar blieb zunächst, was den Schüssen in Erie vorausging. Die Polizei hatte keine gesicherten Informationen zu einem Motiv veröffentlicht. Auch über die genaue Zahl und Art der eingesetzten Waffen sowie den Ablauf innerhalb des Hauses gab es zunächst keine abschließenden Angaben.
Der Fall steht zugleich im größeren Zusammenhang der anhaltenden Schusswaffengewalt in den Vereinigten Staaten. Immer wieder führen tödliche Angriffe zu Diskussionen über den Zugang zu Waffen und die Möglichkeiten der Gewaltprävention. Im Fall von Erie gibt es bislang allerdings keine offiziellen Erkenntnisse über die Umstände, die zu der Tat führten.
Fest steht nach den Angaben der Stadt: Neun Menschen starben, bevor die Polizei eintraf. Die weiteren Ermittlungen sollen klären, wie es zu den tödlichen Schüssen kam und welche Ereignisse dem Geschehen vorausgingen.
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