Erni Mangold mit 99 Jahren in Wien gestorben

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Die österreichische Schauspielerin Erni Mangold ist tot. Die vielfach ausgezeichnete Theater-, Film- und Fernsehdarstellerin starb im Alter von 99 Jahren in Wien. Mangolds Agent Klaus Kelterborn bestätigte ihren Tod am Samstag gegenüber der österreichischen Nachrichtenagentur APA. Demnach starb sie in der Nacht in einem Wiener Altersheim.

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Mangold gehörte über Jahrzehnte zu den bekanntesten Charakterdarstellerinnen Österreichs. Ihre Bühnenkarriere begann bereits unmittelbar nach dem Zweiten Weltkrieg. Später arbeitete sie auch an bedeutenden deutschen Theatern und war in weit mehr als 100 Film- und Fernsehproduktionen zu sehen. Noch im hohen Alter blieb sie öffentlich präsent.

Karriere begann 1946 am Theater in der Josefstadt

Erni Mangold wurde am 26. Januar 1927 als Ernestine Goldmann in Großweikersdorf in Niederösterreich geboren. Nach ihrer Ausbildung an der Wiener Schauspielschule Krauss erhielt sie 1946, im Alter von 19 Jahren, ein Engagement am Theater in der Josefstadt. Dort begann eine Bühnenlaufbahn, die sich über mehr als sieben Jahrzehnte erstrecken sollte.

1956 wechselte Mangold an das Deutsche Schauspielhaus in Hamburg, wo sie unter Gustaf Gründgens arbeitete. Danach folgte unter anderem ein Engagement am Düsseldorfer Schauspielhaus. In den folgenden Jahren spielte sie an Bühnen in Österreich, Deutschland und der Schweiz. Später gehörten auch das Wiener Schauspielhaus, das Volkstheater und erneut die Josefstadt zu wichtigen Stationen ihrer Karriere.

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Das Theater in der Josefstadt erinnerte nach ihrem Tod an die besondere Verbindung Mangolds mit dem Haus. Dort hatte ihre Karriere 1946 begonnen. 2017 kehrte sie als Maude in „Harold und Maude“ an die Kammerspiele der Josefstadt zurück und verabschiedete sich mit dieser Rolle von der Theaterbühne.

Mehr als 130 Film- und Fernsehproduktionen

Parallel zur Theaterarbeit entwickelte Mangold eine umfangreiche Film- und Fernsehkarriere. Nach ORF-Angaben wirkte sie in mehr als 130 Produktionen mit. Zu ihren frühen Filmen gehörte „Der Engel mit der Posaune“ aus dem Jahr 1948. Später war sie unter anderem in „Hanussen“, „Kassbach“ und Franz Antels „Der Bockerer“ zu sehen.

Auch einem internationalen Kinopublikum begegnete Mangold. 1995 übernahm sie eine Rolle in Richard Linklaters Film „Before Sunrise“, dessen Handlung weitgehend in Wien spielt. Darüber hinaus trat sie in zahlreichen österreichischen und deutschen Fernsehproduktionen auf.

Noch im fortgeschrittenen Alter erhielt sie bedeutende Filmrollen. Für ihre Darstellung in Houchang Allahyaris „Der letzte Tanz“ wurde sie 2015 mit dem Österreichischen Filmpreis als beste Schauspielerin ausgezeichnet. Der Film hatte zuvor bereits bei der Diagonale Aufmerksamkeit erhalten.

Mangold prägte auch Generationen von Schauspielern

Mangolds Einfluss beschränkte sich nicht auf ihre eigenen Rollen. Sie arbeitete über viele Jahre als Schauspiellehrerin und Professorin. Unter anderem unterrichtete sie am Salzburger Mozarteum, an der Schauspielschule Krauss und am Max Reinhardt Seminar in Wien. Von den 1980er-Jahren bis Mitte der 1990er-Jahre war sie Professorin an der damaligen Hochschule für Musik und darstellende Kunst in Wien.

Damit wirkte sie auch auf eine nachfolgende Generation österreichischer Schauspieler und Regisseure. Ihr früherer Schüler und spätere Volkstheater-Direktor Michael Schottenberg gehörte zu den Künstlern, die Mangolds Bedeutung als Lehrerin wiederholt hervorhoben.

Zahlreiche Auszeichnungen für Theater und Film

Für ihre Arbeit erhielt Mangold zahlreiche Ehrungen. Bereits Anfang der 1970er-Jahre wurde sie mit der Kainz-Medaille ausgezeichnet. Später folgten unter anderem der Nestroy-Theaterpreis, das Österreichische Ehrenkreuz für Wissenschaft und Kunst und der Nestroy-Ring der Stadt Bad Ischl. 2016 erhielt sie den Großen Schauspielpreis der Diagonale.

Für ihre Rolle in Elfriede Jelineks „Prinzessinnendramen“ am Wiener Volkstheater wurde sie 2005 mit dem Nestroy als beste Nebendarstellerin ausgezeichnet. Auch das Land Wien würdigte sie mit dem Goldenen Ehrenzeichen.

Politik und Kulturszene würdigen Erni Mangold

Nach Bekanntwerden ihres Todes würdigten Vertreter der österreichischen Politik Mangolds Lebenswerk. Bundeskanzler Christian Stocker bezeichnete sie in einer Aussendung als eine der bedeutenden Persönlichkeiten der österreichischen Kulturgeschichte. Vizekanzler und Kulturminister Andreas Babler hob ihren jahrzehntelangen Einfluss auf Bühne, Film und Fernsehen hervor.

Auch Wiens Bürgermeister Michael Ludwig und Niederösterreichs Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner erinnerten an Mangolds künstlerische Eigenständigkeit und ihre öffentliche Haltung. Das Theater in der Josefstadt würdigte ihre schauspielerische Kraft, ihren Humor und ihre Unabhängigkeit.

Der ORF kündigte anlässlich ihres Todes Änderungen im Radioprogramm an. Ö1 will unter anderem ein früheres Porträt Mangolds erneut senden.

Mit Erni Mangold verliert das österreichische Theater eine Darstellerin, deren Karriere von der unmittelbaren Nachkriegszeit bis weit ins 21. Jahrhundert reichte. Sie wurde 99 Jahre alt.

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