
Die Hitzewelle in Italien und Österreich erreicht neue Extreme. Italien stellt am Donnerstag erstmals in diesem Jahr alle 27 überwachten Großstädte auf die höchste Hitzewarnstufe. Gleichzeitig hat Österreich einen neuen landesweiten Temperaturrekord verzeichnet. In Wien-Stammersdorf wurden am Dienstag nach offizieller Auswertung 40,8 Grad gemessen. Eine erste Messung hatte sogar 41,0 Grad angezeigt. Damit wurde der bisherige österreichische Rekord aus dem Jahr 2013 übertroffen.
Am Mittwoch gilt die rote Warnstufe bereits für 25 der 27 Städte, die das italienische Gesundheitsministerium im Rahmen seines Hitzewarnsystems überwacht. Am Donnerstag sollen auch Messina auf Sizilien und Reggio Calabria an der Südspitze des Festlands von Orange auf Rot hochgestuft werden. Damit befinden sich erstmals 2026 alle überwachten Städte gleichzeitig auf der höchsten Stufe.
Betroffen sind unter anderem Rom, Mailand, Florenz, Bologna, Turin, Venedig, Neapel und Palermo. Die rote Warnung bedeutet, dass die Hitze nicht mehr nur für ältere Menschen, kleine Kinder oder Personen mit Vorerkrankungen gefährlich werden kann. Bei länger anhaltenden extremen Temperaturen können auch gesunde und aktive Menschen gesundheitliche Probleme bekommen.
Die Behörden raten dazu, direkte Sonne insbesondere zwischen 11 und 18 Uhr zu meiden, ausreichend zu trinken und körperlich anstrengende Tätigkeiten zu verschieben. In mehreren Landesteilen werden Temperaturen um 40 Grad erreicht. Italien erlebt nach Behördenangaben bereits die vierte größere Hitzewelle dieses Sommers.
Verantwortlich für die hohen Temperaturen ist ein kräftiges Hochdruckgebiet, das sehr warme Luft aus Nordafrika über das Mittelmeer nach Europa transportiert. Eine deutliche und flächendeckende Abkühlung wird in Italien nicht vor dem Wochenende erwartet. Regional können sich zwar Hitzegewitter bilden, diese dürften die aufgeheizte Luft jedoch nur vorübergehend abkühlen.
Mit der anhaltenden Trockenheit nimmt zugleich die Gefahr von Wald- und Vegetationsbränden zu. Hohe Temperaturen trocknen Böden und Pflanzen weiter aus. Kommt Wind hinzu, können sich entstandene Feuer schnell ausbreiten. Auch andere Teile Süd- und Südosteuropas kämpfen derzeit mit großer Hitze, Dürre und Waldbränden.
Für Einwohner und Urlauber bedeutet die höchste Hitzewarnstufe in Italien, dass sie lokale Hinweise besonders beachten sollten. Dazu gehören mögliche Einschränkungen bei Veranstaltungen, geänderte Öffnungszeiten und Vorsichtsmaßnahmen in Städten, in denen sich Straßen und Plätze tagsüber stark aufheizen.
Noch außergewöhnlicher fiel die Hitze am Dienstag in Österreich aus. Die Messstation in Wien-Stammersdorf erreichte nach offizieller Prüfung einen Höchstwert von 40,8 Grad. Zunächst war ein vorläufiger Messwert von genau 41,0 Grad gemeldet worden. Unabhängig von dieser nachträglichen Anpassung handelt es sich um einen neuen österreichischen Temperaturrekord.
Der bisherige Höchstwert stammte vom 8. August 2013. Damals waren in Bad Deutsch-Altenburg in Niederösterreich 40,5 Grad gemessen worden. Der neue Hitzerekord in Österreich übertraf diese Marke um 0,3 Grad. Besonders betroffen waren Wien, Niederösterreich und das Burgenland.
Bereits am 31. Juli hatte sich die außergewöhnliche Hitze angekündigt. In Wieselburg wurden 40,3 Grad gemessen. Das war der höchste jemals in Österreich registrierte Wert in einem Juli. Erst wenige Tage später fiel auch der Landesrekord für alle Monate.
Neben den Tageshöchstwerten stellen die hohen Temperaturen in der Nacht ein Gesundheitsrisiko dar. In dicht bebauten Städten geben Straßen, Häuser und Dächer die gespeicherte Wärme nur langsam ab. Fallen die Temperaturen nicht unter 20 Grad, sprechen Meteorologen von einer Tropennacht. Teilweise lagen die Tiefstwerte in den besonders betroffenen Regionen noch deutlich darüber.
Für den Körper bedeutet das, dass die nächtliche Erholungsphase verkürzt oder ganz verhindert wird. Besonders belastet sind ältere Menschen, chronisch Kranke, Säuglinge und Menschen, die im Freien oder in schlecht gekühlten Räumen arbeiten. Auch für gesunde Personen steigt bei länger anhaltender Hitze das Risiko von Kreislaufproblemen, Erschöpfung und Flüssigkeitsmangel.
Im Westen Österreichs zeichnet sich früher eine Abkühlung ab. Im Osten bleiben die Temperaturen zunächst auf einem sehr hohen Niveau. Erst mit einer Wetterumstellung sollen die Werte langsam sinken. Nach den Rekorden der vergangenen Tage bleibt die Hitzelage jedoch auch bei etwas niedrigeren Höchsttemperaturen angespannt.
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