Vulkanausbruch in Guatemala: Fuego schleudert Asche und Glut

Glutwolken am Fuego: 1.700 Menschen fliehen vor dem Vulkan
Foto: sandid

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Der Volcán de Fuego in Guatemala ist erneut heftig ausgebrochen. Seit Montag hat sich die Aktivität des Feuerbergs deutlich verstärkt. Aus dem Krater treten Asche, Gas und glühendes Material aus, während gefährliche pyroklastische Ströme durch mehrere Schluchten an den Hängen ziehen. Rund 1.700 Menschen aus umliegenden Gemeinden wurden nach aktuellen Behördenangaben in Notunterkünfte gebracht. In den besonders betroffenen Verwaltungsbezirken Sacatepéquez, Escuintla und Chimaltenango gilt die höchste regionale Alarmstufe Rot. Landesweit wurde wegen des Vulkanausbruchs in Guatemala Alarmstufe Orange ausgerufen.

Fuego-Ausbruch in Guatemala zwingt Bewohner zur Flucht

Die Evakuierungen betreffen vor allem Ortschaften rund um San Juan Alotenango sowie weitere Gemeinden in unmittelbarer Nähe des Vulkans. Nach Angaben des Katastrophenschutzes befinden sich etwa 29.000 Menschen in Gebieten, die bei einer weiteren Verschärfung unmittelbar gefährdet sein könnten. Die Alarmstufe Rot ermöglicht den Behörden, zusätzliche Einsatzkräfte zu mobilisieren, Unterkünfte vorzubereiten und weitere Evakuierungen anzuordnen. Schulen in gefährdeten Regionen blieben geschlossen.

Die Nationalstraße RN-14 wurde vorsorglich gesperrt. Sie verbindet mehrere Ortschaften am Vulkan und führt auch in Richtung der bei Touristen beliebten Kolonialstadt Antigua Guatemala. Bewohner sollen sich von Schluchten und Flussläufen fernhalten, Wasserbehälter abdecken und bei Ascheregen Masken tragen. Todesopfer oder Verletzte wurden bis Mittwochmittag zunächst nicht gemeldet.

Pyroklastische Ströme ziehen durch fünf Schluchten

Die größte unmittelbare Gefahr geht von pyroklastischen Strömen aus. Dabei handelt es sich um extrem heiße Gemische aus Gas, Asche und vulkanischem Gestein, die sich mit hoher Geschwindigkeit die Hänge hinabbewegen. Nach Angaben der Behörden wurden solche Ströme in mindestens fünf Schluchten beobachtet. Die Aschesäule stieg zeitweise mehrere Kilometer in den Himmel, während der Wind die Partikel über weite Teile der umliegenden Region verteilte.

Zusätzliche Risiken entstehen durch starke Regenfälle. Treffen große Wassermengen auf lockere Vulkanasche, können sogenannte Lahare entstehen. Diese Schlamm- und Geröllströme reißen Steine, Äste und Baumstämme mit sich und folgen häufig Flussbetten oder Schluchten. Einzelne Ströme erreichten nach Behördenangaben eine Länge von bis zu sieben Kilometern. Ortschaften oder Gebäude wurden davon zunächst nicht getroffen, weiterer Regen könnte die Gefahr jedoch erhöhen.

Vulkanalarm erinnert an die Katastrophe von 2018

Der Volcán de Fuego gehört zu den aktivsten Vulkanen Mittelamerikas. Er liegt südwestlich von Guatemala-Stadt und nahe der historischen Stadt Antigua. Wegen seiner häufigen Eruptionen wird der Vulkan dauerhaft überwacht. Die aktuelle Aktivität löste auch deshalb frühzeitige Evakuierungen aus, weil die Region bereits eine verheerende Katastrophe erlebt hat.

Am 3. Juni 2018 rasten pyroklastische Ströme vom Vulkan hinab und begruben mehrere Siedlungen. Offiziell kamen damals rund 200 Menschen ums Leben, zahlreiche weitere wurden vermisst. Mehrere Tausend Bewohner mussten ihre Häuser verlassen. Die Erfahrungen aus dieser Katastrophe haben dazu geführt, dass die Behörden bei zunehmender Aktivität heute schneller Notunterkünfte öffnen und gefährdete Gemeinden räumen. Wie lange der aktuelle Vulkanalarm in Guatemala anhält, hängt von der weiteren Entwicklung des Fuego sowie von den erwarteten Regenfällen ab.

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