Eurowings plant im Winter keine Kurzarbeit trotz hoher Kerosinkosten

Mittendrin Flughafen Frankfurt – Terminal 3 Testbetrieb mit Komparsen
Mittendrin Flughafen Frankfurt heute um 21:00 Uhr im HR (Foto: Symbolbild)

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Die Lufthansa-Tochter Eurowings will im Winter 2026/2027 voraussichtlich auf Kurzarbeit verzichten. Nach einer Prüfung der rechtlichen Voraussetzungen ist die Maßnahme vorerst nicht vorgesehen. An den geplanten Einschnitten in den Flugplan hält die Fluggesellschaft jedoch fest. Wegen der stark gestiegenen Kerosinpreise soll das Winterangebot um rund fünf Prozent reduziert werden. Besonders betroffen sind Verbindungen nach Dubai.

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Kurzarbeit bei Eurowings vorerst vom Tisch

Die zunächst erwogene Kurzarbeit bei Eurowings wird nach aktuellem Stand nicht eingeführt. Das bestätigte ein Unternehmenssprecher am Dienstag, 3. November 2026, gegenüber der Nachrichtenagentur dpa-AFX. Nach Darstellung der Fluggesellschaft habe eine eingehende Prüfung durch die Bundesagentur für Arbeit ergeben, dass die erforderlichen Bedingungen nicht vollständig erfüllt seien.

Welche konkreten Voraussetzungen einer Einführung entgegenstanden, wurde zunächst nicht näher erläutert. Eine eigenständige Stellungnahme der Bundesagentur für Arbeit zu dem Ergebnis lag zunächst nicht vor.

Noch Mitte Oktober hatte Eurowings angekündigt, die Möglichkeit einer vorübergehenden Kurzarbeit im deutschen Flugbetrieb zu prüfen. Hintergrund waren die erheblich gestiegenen Kosten für Flugtreibstoff und die damit verbundenen Anpassungen des Winterflugplans.

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Das Unternehmen hatte seine Beschäftigten über die wirtschaftliche Situation informiert und Gespräche mit der Bundesagentur für Arbeit aufgenommen. Wie viele Mitarbeiter von der möglichen Kurzarbeit betroffen gewesen wären, blieb offen.

Mit der aktuellen Entscheidung entfällt diese Maßnahme zunächst. Eine dauerhafte Garantie für den gesamten Winterbetrieb ist damit allerdings nicht verbunden. Eurowings hat seine Einschätzung ausdrücklich auf den gegenwärtigen Stand bezogen.

Hohe Kerosinpreise führen zu weniger Flügen

Unabhängig von der Entscheidung zur Kurzarbeit setzt Eurowings seine Anpassungen im Winterflugplan 2026/2027 fort. Die Fluggesellschaft will das ursprünglich vorgesehene Angebot um rund fünf Prozent verringern.

Zu den ersten betroffenen Verbindungen gehören die Direktflüge von Köln/Bonn und Stuttgart nach Dubai. Diese Strecken waren erst kurz zuvor für das Winterprogramm angekündigt worden.

Die Verbindung zwischen Berlin und Dubai soll dagegen bestehen bleiben. Weitere Anpassungen betreffen nach Unternehmensangaben vor allem die Anzahl der wöchentlichen Flüge auf bestehenden Strecken. Zusätzliche vollständige Streckenstreichungen stehen dabei zunächst nicht im Mittelpunkt.

Bei längeren Flügen wirkt sich der gestiegene Treibstoffpreis besonders deutlich auf die Kosten aus. Eurowings überprüft deshalb die Wirtschaftlichkeit seines Angebots und nimmt Verbindungen, die sich unter den aktuellen Bedingungen nicht rentabel betreiben lassen, vorübergehend aus dem Programm.

Die Kürzungen treffen damit sowohl das touristische Streckennetz als auch internationale Verbindungen außerhalb Europas.

Treibstoffkosten liegen deutlich über ursprünglicher Planung

Der wirtschaftliche Druck auf Eurowings hatte sich bereits im Oktober abgezeichnet. In einem internen Schreiben an die Beschäftigten bezifferte die Geschäftsführung die zusätzlichen Kerosinkosten für das laufende Jahr auf nahezu 250 Millionen Euro gegenüber der ursprünglichen Planung.

Das Schreiben lag unter anderem der Nachrichtenagentur Reuters vor. Die Fluggesellschaft verwies darin auf die schwierige Kostenentwicklung und die besonderen Belastungen während der Wintermonate.

Die hohen Treibstoffpreise stehen im Zusammenhang mit dem Konflikt im Nahen Osten. Dieser wirkt sich auch auf den internationalen Luftverkehr aus und erhöht die Betriebskosten zahlreicher Fluggesellschaften.

Für Eurowings verschärft sich die Situation dadurch, dass die Airline einen erheblichen Teil ihres Geschäfts mit europäischen Direktverbindungen und touristischen Reisezielen erwirtschaftet. Die Geschäftsführung hatte trotz weiterhin guter Buchungen auf die zunehmende Differenz zwischen Einnahmen und Kosten hingewiesen.

Neben den Änderungen im Flugplan hatte Eurowings weitere Sparmaßnahmen angekündigt. Dazu gehört eine geplante Verringerung des Personalbestands in der Verwaltung um rund 100 Stellen bis Ende 2028. Auch die ursprünglich vorgesehene interne Weihnachtsfeier wurde abgesagt.

Warum hohe Kosten allein nicht für Kurzarbeit ausreichen

Die Entscheidung über die mögliche Kurzarbeit betrifft ein arbeitsmarktpolitisches Instrument, für das gesetzliche Voraussetzungen gelten.

Nach den Regelungen des Dritten Sozialgesetzbuches muss ein erheblicher Arbeitsausfall vorliegen. Dieser muss unter anderem vorübergehend und unvermeidbar sein. Zudem sind bestimmte Voraussetzungen beim Entgeltausfall der Beschäftigten zu erfüllen.

Grundsätzlich müssen mindestens ein Drittel der Arbeitnehmer eines Betriebes oder einer betroffenen Betriebsabteilung im jeweiligen Kalendermonat einen Entgeltausfall von mehr als zehn Prozent haben.

Die Bundesagentur für Arbeit stellt außerdem klar, dass steigende Energiepreise allein keinen Anspruch auf Kurzarbeitergeld begründen. Höhere Betriebskosten gehören grundsätzlich zum wirtschaftlichen Risiko eines Unternehmens.

Eine andere Bewertung kann sich ergeben, wenn beispielsweise ein erheblicher Nachfragerückgang zu einem tatsächlichen Arbeitsausfall führt und auch die übrigen gesetzlichen Bedingungen erfüllt sind.

Die Verringerung eines Flugprogramms um fünf Prozent lässt deshalb für sich genommen keinen unmittelbaren Schluss auf einen Anspruch auf Kurzarbeitergeld zu. Entscheidend sind die konkreten Auswirkungen auf den Arbeitsumfang und das Einkommen der betroffenen Beschäftigten.

Welche dieser Anforderungen im Fall Eurowings nicht vollständig erfüllt wurden, blieb zunächst offen.

Lufthansa-Konzern meldet trotz Mehrkosten höheren Quartalsgewinn

Die Entwicklung bei Eurowings fällt mit der Veröffentlichung neuer Geschäftszahlen des Lufthansa-Konzerns zusammen.

Am Dienstag, 3. November 2026, teilte die Lufthansa Group mit, dass der Umsatz im dritten Quartal gegenüber dem Vorjahreszeitraum um neun Prozent auf 12,2 Milliarden Euro gestiegen sei.

Der bereinigte operative Gewinn erreichte rund 1,4 Milliarden Euro. Das entspricht einer Steigerung von sechs Prozent gegenüber dem Vorjahr.

Gleichzeitig erhöhten sich die Treibstoffkosten des Konzerns im dritten Quartal um 543 Millionen Euro. Die Lufthansa Group konnte diese Mehrbelastung nach eigenen Angaben durch höhere Erlöse und Kosteneinsparungen insgesamt mehr als ausgleichen.

Auch Eurowings verzeichnete im dritten Quartal eine starke Nachfrage im europäischen Direktverkehr. Die durchschnittlichen Erlöse lagen nach Konzernangaben acht Prozent über dem Vorjahresniveau.

Allerdings hatte Eurowings sein Flugangebot im dritten Quartal bereits um 3,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr reduziert. Flüge in die Golfregion wurden vor dem Hintergrund der Krise im Nahen Osten zunächst ausgesetzt und teilweise durch kürzere Verbindungen nach Südeuropa ersetzt.

Das Geschäftsfeld der Punkt-zu-Punkt-Airlines, zu dessen Ergebnis neben Eurowings auch Beteiligungserträge aus SunExpress beitragen, erzielte einen bereinigten operativen Gewinn von 214 Millionen Euro. Das waren 16 Millionen Euro mehr als ein Jahr zuvor.

Eurowings beschäftigt mehrere Tausend Mitarbeiter

Die Bedeutung der Kurzarbeitsentscheidung zeigt sich auch an der Größe des Unternehmens. Nach dem Lufthansa-Geschäftsbericht beschäftigte Eurowings zum Jahresende 2025 insgesamt 5.481 Mitarbeiter.

Im Geschäftsjahr 2025 beförderte die Fluggesellschaft rund 23,7 Millionen Passagiere und erzielte einen Umsatz von gut drei Milliarden Euro. Das bereinigte operative Ergebnis lag bei 132 Millionen Euro.

Eurowings ist auf direkte Flugverbindungen spezialisiert und bedient zahlreiche touristische Ziele sowie Verbindungen für Geschäftsreisende. Zum Unternehmen gehören sowohl der deutsche Flugbetrieb als auch die europäische Tochter Eurowings Europe.

Die geplante Kurzarbeit hatte sich auf den deutschen Flugbetrieb bezogen. Die Gewerkschaft Verdi hatte im Oktober angekündigt, sich bei einer möglichen Einführung für zusätzliche finanzielle Leistungen und eine Beschäftigungssicherung einzusetzen.

Die nun vorerst ausbleibende Kurzarbeit bedeutet nicht, dass sämtliche Sparmaßnahmen beendet werden. Die Fluggesellschaft verfolgt weiterhin eine Reduzierung ihrer Kosten und eine Anpassung des Flugangebots.

Zugleich bleibt die Erneuerung der Flotte Bestandteil der Unternehmensplanung. Nach dem Lufthansa-Geschäftsbericht sind für Eurowings 40 neue Flugzeuge des Typs Boeing 737-8 MAX vorgesehen, deren Auslieferung zwischen 2027 und 2032 geplant ist. Sie sollen ältere Flugzeuge ersetzen und den Treibstoffverbrauch verringern.

Damit setzt Eurowings im Winter 2026/2027 zunächst auf ein reduziertes Flugangebot und weitere Kostenmaßnahmen, ohne die ursprünglich geprüfte Kurzarbeit einzuführen.

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