Eurowings kürzt Winterflugplan: Dubai-Verbindungen gestrichen, Kurzarbeit möglich

Mittendrin Flughafen Frankfurt – Terminal 3 Testbetrieb mit Komparsen
Mittendrin Flughafen Frankfurt heute um 21:00 Uhr im HR (Foto: Symbolbild)

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Die Fluggesellschaft Eurowings reagiert auf die stark gestiegenen Kerosinpreise mit Einschnitten im Winterflugplan. Die Lufthansa-Tochter will ihr ursprünglich geplantes Flugangebot zunächst um rund fünf Prozent reduzieren. Unter anderem fallen Verbindungen nach Dubai weg. Gleichzeitig prüft das Unternehmen, ob Beschäftigte während der Wintermonate in Kurzarbeit gehen könnten.

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Eurowings streicht Dubai-Flüge ab Köln und Stuttgart

Von den Streichungen betroffen sind die für den Winterflugplan 2026/27 angekündigten Verbindungen von Köln/Bonn und Stuttgart nach Dubai. Die Flüge von Berlin in die Metropole der Vereinigten Arabischen Emirate sollen dagegen weiterhin angeboten werden. Weitere Kürzungen sollen nach Angaben der Fluggesellschaft vor allem einzelne Flüge im bestehenden Streckennetz betreffen und nicht die vollständige Einstellung weiterer Routen.

Als Grund für die Anpassungen nennt Eurowings die hohen Treibstoffkosten. Auf längeren Strecken fällt der Kerosinverbrauch besonders ins Gewicht. Hinzu kommt nach Angaben der Airline, dass sich die Nachfrage nach Flügen nach Dubai noch nicht vollständig von den Folgen der militärischen Auseinandersetzungen in der Golfregion erholt hat.

Die Kürzungen betreffen zunächst rund fünf Prozent des geplanten Winterflugprogramms. Welche weiteren Verbindungen im Einzelnen betroffen sein werden, war am Freitag noch nicht vollständig bekannt.

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Kerosin kostet Eurowings fast 250 Millionen Euro mehr

Die wirtschaftliche Belastung ist erheblich. Nach Angaben der Geschäftsführung liegen die Kerosinkosten im laufenden Jahr voraussichtlich fast 250 Millionen Euro über dem ursprünglich vorgesehenen Budget. Das geht aus einem internen Schreiben hervor, das auch der Nachrichtenagentur Reuters vorliegt.

Hintergrund sind die stark gestiegenen Treibstoffpreise infolge des Iran-Kriegs. Die Entwicklung belastet Fluggesellschaften weltweit und verschärft den Kostendruck in einer Branche, in der Treibstoff zu den wesentlichen Ausgaben gehört.

Eurowings verweist darauf, dass die Flüge weiterhin gut gebucht seien. Dennoch rechnet das Unternehmen damit, dass sich die wirtschaftliche Belastung in den kommenden Wintermonaten verstärkt. Mit dem reduzierten Flugangebot sollen insbesondere Verbindungen vermieden werden, deren Betrieb sich unter den aktuellen Bedingungen nicht ausreichend rechnet.

Eurowings prüft Kurzarbeit für den Winter

Neben den Flugstreichungen könnte der Kostendruck auch Auswirkungen auf die Beschäftigten haben. Eurowings untersucht derzeit, ob im deutschen Flugbetrieb während der Wintermonate Kurzarbeit eingeführt werden kann. Dazu laufen bereits Gespräche mit der Bundesagentur für Arbeit. Die Belegschaft wurde in dieser Woche über die Überlegungen informiert.

Eine Entscheidung über die Einführung der Kurzarbeit ist bislang nicht gefallen. Ebenso offen ist, wie viele Beschäftigte davon betroffen wären und über welchen Zeitraum die Maßnahme gelten könnte. Eurowings machte dazu zunächst keine näheren Angaben.

Die Gewerkschaft Verdi fordert, an der möglichen Ausgestaltung beteiligt zu werden. Außerdem setzt sie sich dafür ein, dass Leistungen der Arbeitsagentur gegebenenfalls durch zusätzliche Zahlungen ergänzt werden. Dabei verweist die Gewerkschaft auf die Gewinne des Lufthansa-Konzerns.

Weitere Einsparungen auch in der Verwaltung

Die Maßnahmen beschränken sich nicht auf den Flugbetrieb. Eurowings will auch seine Verwaltungskosten reduzieren. Nach den Plänen der Geschäftsführung soll die Verwaltung bis Ende 2028 mit rund 100 Stellen weniger auskommen. Wie dieser Personalabbau umgesetzt werden soll, geht aus den bisherigen Angaben nicht hervor.

Darüber hinaus wurde eine geplante interne Weihnachtsfeier abgesagt.

Hohe Treibstoffpreise belasten internationale Luftfahrt

Der wirtschaftliche Druck auf Eurowings ist Teil einer größeren Entwicklung. Die gestiegenen Kerosinpreise infolge des Krieges im Nahen Osten treffen zahlreiche Fluggesellschaften. Auch der Lufthansa-Konzern rechnet für das laufende Jahr mit höheren Treibstoffkosten als ursprünglich erwartet.

Für Eurowings fallen die Anpassungen in die Wintersaison 2026/27, in der die Nachfrage auf vielen touristischen Strecken saisonal zurückgeht. Die Fluggesellschaft versucht deshalb, ihr Angebot an die gestiegenen Kosten anzupassen und wirtschaftlich schwächere Verbindungen vorübergehend aus dem Programm zu nehmen.

Für Reisende stehen damit zunächst die gestrichenen Dubai-Verbindungen und weitere mögliche Änderungen einzelner Flugfrequenzen im Mittelpunkt. Wie umfangreich die zusätzlichen Anpassungen ausfallen und ob es tatsächlich zur Kurzarbeit kommt, war am 16. Oktober noch offen.

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