Felsmassen lösen sich an der Tofana: Wege bei Cortina gesperrt

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Ein großer Felssturz hat am Sonntagnachmittag Teile der Tofana di Dentro in den Dolomiten erfasst. Von der Nordseite des Berges westlich von Cortina d’Ampezzo lösten sich erhebliche Gesteinsmassen und erzeugten eine weithin sichtbare Staubwolke. Bergrettung und weitere Einsatzkräfte kontrollierten das Gebiet anschließend aus der Luft, mit Drohnen und teilweise zu Fuß. Nach dem bisherigen Stand gibt es keine Hinweise darauf, dass Menschen von den Gesteinsmassen verschüttet wurden. Mehrere Wanderbereiche wurden vorsorglich gesperrt.

Felssturz an der Tofana ereignete sich am Sonntagnachmittag

Der Felssturz an der Tofana ereignete sich am 4. Oktober gegen Nachmittag an den nördlichen Wänden der Tofana di Dentro. Der Gipfel gehört zur Tofane-Gruppe westlich von Cortina d’Ampezzo in der norditalienischen Provinz Belluno. Das Gebiet liegt damit in Venetien und nicht in Südtirol.

Nach Angaben der Bergrettung lösten sich große Mengen Fels und Geröll. Augenzeugen nahmen einen lauten Knall wahr, anschließend breitete sich eine dichte Staubwolke aus. Nach Informationen von Rai Südtirol kam es innerhalb kurzer Zeit zu mehreren Geröllabgängen. Die Gesteinsmassen blieben demnach auf einem Geländeband oberhalb des Tals liegen und erreichten den Talboden nicht.

Bergrettung fand keine Hinweise auf Verschüttete

Besondere Aufmerksamkeit galt zunächst dem Val Travenanzes, weil das Tal von mehreren Wanderwegen durchzogen wird. Ein Rettungshubschrauber des italienischen Notfalldienstes Suem aus Pieve di Cadore versuchte nach dem Felssturz, das betroffene Gebiet aus der Luft zu überprüfen. An Bord befanden sich auch zwei Einsatzkräfte der Finanzpolizei aus Cortina.

Die starke Staubentwicklung verhinderte zunächst jedoch eine Annäherung an die Abbruchstelle. Später wurden nach Angaben der Bergrettung weitere Kontrollen mit Drohnen sowie vom Boden aus vorgenommen. Dabei ergaben sich keine Hinweise darauf, dass Wanderer oder Bergsteiger unter den Felsmassen eingeschlossen worden waren. Die Bergrettung beendete ihren Einsatz schließlich ohne Verdacht auf verschüttete Personen.

Verletzte Wanderin stand nicht mit dem Felssturz in Verbindung

Zum Zeitpunkt des Abbruchs war ein Rettungshubschrauber bereits in der Region unterwegs. Er hatte zuvor eine 52 Jahre alte Wanderin geborgen, die sich auf dem Normalweg zur Tofana di Rozes am Knie verletzt hatte. Sie wurde mit einer Seilwinde aufgenommen und anschließend in das Krankenhaus Codivilla in Cortina gebracht.

Die Verletzung der Frau stand nach den vorliegenden Angaben nicht im Zusammenhang mit dem Felssturz. Erst nach Abschluss dieses Einsatzes nahm der Hubschrauber weitere Rettungskräfte an Bord, um das Gebiet des Abbruchs zu kontrollieren. Die anhaltende Staubwolke machte einen unmittelbaren Nahflug zunächst unmöglich.

Weg 401 und Cengia Paolina vorsorglich gesperrt

Nach dem Felssturz wurden auch Konsequenzen für Wanderer gezogen. Der Bürgermeister von Cortina d’Ampezzo ordnete die Sperrung von Wegen im betroffenen Gebiet an. Nach übereinstimmenden Angaben betrifft die Maßnahme unter anderem den Weg 401 durch das Val Travenanzes sowie den Bereich der Cengia Paolina.

Die Sperrungen dienen dazu, den Bereich unterhalb der betroffenen Felswände zunächst nicht zu betreten. Angaben dazu, wann die Wege wieder freigegeben werden können, lagen am Montagmorgen zunächst nicht vor. Auch das genaue Volumen der abgestürzten Gesteinsmassen war zunächst nicht abschließend beziffert.

Abbruchstelle liegt oberhalb des Tals

Die ersten Erkundungen relativierten zugleich die Befürchtung, große Felsmassen könnten bis in den Talgrund vorgedrungen sein. Nach Angaben der Bergrettung blieb das Material oberhalb des Val Travenanzes auf einer Geländestufe beziehungsweise einem Felsband liegen. Der Talboden wurde demnach nicht erreicht.

Damit blieb der Felssturz räumlich begrenzter, als die große Staubentwicklung unmittelbar nach dem Abbruch zunächst vermuten ließ. Die Staubwolke war über weite Entfernung sichtbar und erschwerte auch den Einsatzkräften zunächst die Einschätzung der Lage. Behördliche Angaben zu einer konkreten Ursache des Felsabbruchs lagen am Montagmorgen nicht vor.

Dolomiten in Italien bleiben geologisch sensibles Hochgebirge

Die Tofane gehören zu den markanten Berggruppen der Dolomiten in Italien und liegen westlich des bekannten Wintersportortes Cortina. Das Gebiet ist von anspruchsvollen Wanderwegen, Kletterrouten und hochalpinen Übergängen durchzogen. Gerade deshalb wurden nach dem Abbruch zunächst mögliche Auswirkungen auf die Wege kontrolliert.

Zu den Ursachen dieses konkreten Ereignisses gab es zunächst keine gesicherten Angaben. Aussagen über einen unmittelbaren Zusammenhang mit Wetterverhältnissen, Frostwechseln oder langfristigen klimatischen Veränderungen wären ohne eine Untersuchung der betroffenen Felswand nicht belastbar. Für den aktuellen Fall offiziell bestätigt sind der große Felsabbruch, die Kontrollen durch die Bergrettung, das Fehlen von Hinweisen auf Verschüttete sowie die Sperrung betroffener Wege.

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