
Am höchsten Berg Deutschlands haben sich am Dienstag größere Gesteinsmassen gelöst. Der Felssturz an der Zugspitze war noch aus mehreren Kilometern Entfernung zu erkennen. Eine große Staubwolke zog über die Bergflanke, auch am frühen Abend soll noch Gestein nachgebrochen sein. Wo genau sich die Felsen lösten, war am Mittwochmorgen weiterhin nicht abschließend geklärt. Verletzte oder Schäden waren zunächst nicht bekannt.
Der Felssturz ereignete sich am Dienstag, 22. September. Beobachter auf der deutschen Seite der Zugspitze berichteten bereits tagsüber von deutlich sichtbaren Staubwolken. Noch nach 18 Uhr wurden weitere Gesteinsbewegungen wahrgenommen. Der Münchner Merkur berichtete unter Berufung auf Beobachter vor Ort, dass wiederholt Material vom Berg gekommen sei.
Auch Aufnahmen aus der Region zeigen eine ausgedehnte Staubwolke an der Zugspitze. Die Tiroler Tageszeitung dokumentierte ebenfalls, dass sich am Dienstag Gesteinsmassen vom Berg gelöst hatten.
Das genaue Ausmaß ließ sich zunächst nicht beziffern. Angaben dazu, wie viele Kubikmeter Fels abgebrochen sind oder welche Fläche betroffen ist, lagen am frühen Mittwochmorgen nicht vor.
Unklar blieb zunächst auch, auf welcher Seite des deutsch-österreichischen Grenzbergs der Abbruch seinen Ausgang nahm. Beobachter hatten am Dienstag unterschiedliche Einschätzungen dazu abgegeben. Der Grainauer Bürgermeister Stephan Märkl und ein Vertreter der Bergwacht Grainau vermuteten den Ursprung auf der Tiroler Seite. Eine genaue Lokalisierung war zu diesem Zeitpunkt jedoch noch nicht erfolgt.
Radio Oberland berichtete am Mittwochmorgen ebenfalls, dass die Abbruchstelle noch nicht feststehe und auf der österreichischen Seite vermutet werde. Drohnen sollten das Gebiet am Mittwoch untersuchen und dabei helfen, den Ausgangspunkt des Felssturzes zu bestimmen.
Eine amtliche Angabe zur exakten Lage lag zunächst nicht vor.
Hinweise auf Verletzte gab es bis Mittwochmorgen nicht. Auch größere Schäden wurden zunächst nicht gemeldet.
Für Besucher der Zugspitze war damit vor allem entscheidend, ob aus der Untersuchung der Bergflanke Einschränkungen folgen. Die Tiroler Zugspitzbahn hatte für Mittwoch bereits reguläre beziehungsweise verlängerte Fahrzeiten mit einer Sonnenuntergangsfahrt bis 21.30 Uhr angekündigt. Eine wegen des Felssturzes verhängte generelle Betriebssperre war auf den veröffentlichten Betriebsinformationen am frühen Morgen nicht ausgewiesen.
Die weitere Bewertung hängt jedoch davon ab, was die Erkundung des betroffenen Bereichs ergibt.
Felsstürze und Steinschlag treten im alpinen Raum regelmäßig auf. Temperaturschwankungen, Frostwechsel, Wasser in Gesteinsklüften und langfristige Veränderungen von Eis und Permafrost können die Stabilität von Felswänden beeinflussen. Das Umweltbundesamt führt auftauenden Permafrost sowie Bergstürze, Felsstürze und Steinschlag als miteinander verbundene Klimawirkungen im Gebirge auf. Daraus lässt sich jedoch keine konkrete Ursache für den aktuellen Felssturz ableiten.
Auch an und nahe der Zugspitze hat es in den vergangenen Jahren größere Felsabbrüche gegeben. Im August 2024 lösten sich auf der Tiroler Seite Gesteinsmassen, woraufhin unter anderem ein betroffener Klettersteig überprüft wurde. Geologen bezeichneten derartige Ereignisse damals grundsätzlich als im Hochgebirge vorkommende Naturprozesse.
Beim aktuellen Ereignis blieben Ursache, Abbruchvolumen und genaue Lage zunächst offen. Weitere Erkenntnisse wurden von der Untersuchung des Geländes erwartet.
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