Ukraine treibt neue Raketen von Fire Point voran

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Symbolbild mit KI erstellt

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Der ukrainische Rüstungshersteller Fire Point arbeitet an mehreren neuen Raketen- und Drohnensystemen für Angriffe auf größere Entfernung. Besonders weit fortgeschritten ist derzeit die ballistische Rakete FP-7. Nach Angaben des Unternehmens hat sie frühere Boden- und Flugtests abgeschlossen und befindet sich inzwischen in militärischer Erprobung. Fire Point erwartet, dass das System innerhalb vergleichsweise kurzer Zeit einsatzbereit werden könnte. Eine offizielle Bestätigung der ukrainischen Streitkräfte für eine reguläre Einführung lag zunächst nicht vor.

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Damit erweitert Fire Point sein Portfolio über die bereits eingesetzten Langstreckendrohnen und den Marschflugkörper FP-5 Flamingo hinaus. Parallel entwickelt das Unternehmen die deutlich größere ballistische FP-9. Sie soll nach Herstellerangaben Ziele in mehr als 800 Kilometern Entfernung erreichen können.

FP-7 befindet sich in militärischer Erprobung

Fire-Point-Chefin Iryna Terekh hatte im September erklärt, die FP-7 habe zwei Testphasen durchlaufen. Dazu gehörten zunächst Prüfungen einzelner Komponenten am Boden sowie anschließend kontrollierte Flugversuche. Danach begann die militärische Erprobung unter Bedingungen, die näher am späteren Einsatz liegen.

Fire Point gibt für die FP-7 je nach veröffentlichter Spezifikation eine Reichweite von rund 200 Kilometern oder darüber hinaus an. Die öffentlich zugängliche Produktseite nennt eine Nutzlast von bis zu 150 Kilogramm, eine Reichweite von bis zu 200 Kilometern und eine maximale Geschwindigkeit von 1.500 Metern pro Sekunde. Auf anderen aktuellen Übersichtsseiten des Unternehmens werden teilweise höhere Werte genannt. Die technischen Angaben stammen vom Hersteller und sind nicht vollständig unabhängig überprüfbar.

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Terekh stellte im September einen möglichen Einsatz innerhalb weniger Wochen in Aussicht. Ob dieser Zeitplan eingehalten wird, war am 24. September nicht offiziell bestätigt.

FP-9 soll deutlich größere Reichweite bieten

Die FP-9 ist als wesentlich größeres ballistisches System vorgesehen. Fire Point nennt auf seiner Produktseite eine Reichweite von bis zu 855 Kilometern und eine Nutzlast von bis zu 800 Kilogramm. Die maximale Geschwindigkeit wird mit 2.200 Metern pro Sekunde angegeben.

Das Unternehmen hatte zuvor erklärt, dass auch dieses System Flugtests durchläuft. Einen bestätigten regulären Kampfeinsatz der FP-9 gab es zunächst nicht. Auch zur Stückzahl und zu einer möglichen Serienfertigung machte Fire Point keine belastbaren öffentlichen Angaben.

Mit einer Reichweite in dieser Größenordnung würde die FP-9 deutlich weiter reichen als die FP-7. Die angegebenen Leistungswerte würden der Ukraine grundsätzlich eine zusätzliche Möglichkeit für Angriffe weit hinter der Front eröffnen. Ob das System die genannten Werte unter Einsatzbedingungen tatsächlich erreicht, ist bislang nicht unabhängig bestätigt.

FP-5 Flamingo bereits Teil des ukrainischen Arsenals

Weiter fortgeschritten ist der FP-5 Flamingo. Fire Point bezeichnet das System als bodengestarteten Marschflugkörper beziehungsweise unbemanntes Fluggerät für weit entfernte Bodenziele. Frühere Herstellerangaben nennen eine Reichweite von bis zu 3.000 Kilometern und eine Nutzlast von mehr als einer Tonne.

Der Flamingo wurde bereits bei ukrainischen Angriffen eingesetzt. Fire Point erklärte unter anderem im September, FP-5 seien gegen ein Industrieobjekt im russischen Wolgograd eingesetzt worden. Einzelheiten zu Treffern und Schäden ließen sich dabei nicht in allen Punkten unabhängig bestätigen.

Die Ukraine versucht mit solchen Systemen, ihre Abhängigkeit von westlichen Langstreckenwaffen zu verringern. Westliche Marschflugkörper und ballistische Raketen stehen Kiew nur in begrenzter Stückzahl zur Verfügung und unterliegen teilweise politischen Beschränkungen.

FP-2 ist eine Angriffsdrohne und keine Rakete

Zum Sortiment von Fire Point gehören außerdem die Systeme FP-1 und FP-2. Anders als FP-5, FP-7 und FP-9 handelt es sich dabei nicht um ballistische Raketen. Fire Point führt beide als unbemannte Angriffssysteme.

Die FP-1 ist für größere Entfernungen ausgelegt und wurde bereits vielfach für ukrainische Angriffe auf Ziele in Russland eingesetzt. Die FP-2 ist stärker auf Ziele in geringerer Entfernung und im militärischen Hinterland ausgerichtet. Fire Point nennt unter anderem Flugabwehrstellungen, Radaranlagen, Treibstofflager und militärische Logistik als mögliche Ziele dieses Systems.

Fire Point baut zugleich europäische Produktion aus

Parallel zur Entwicklung neuer Waffen baut Fire Point seine Zusammenarbeit mit europäischen Staaten und Rüstungsunternehmen aus. In Dänemark entsteht nach Unternehmensangaben eine Produktionsanlage, in der künftig unter anderem Komponenten und Treibstoff für Raketen gefertigt werden sollen. Der Betrieb ist für 2027 vorgesehen.

Fire Point ist außerdem am europäischen Raketenabwehrprojekt FREYJA beteiligt. Das Unternehmen bezeichnet sich dort als Systemarchitekt und Integrator und entwickelt mit Partnern eine Variante der FP-7 als Abfangrakete.

Damit arbeitet Fire Point gleichzeitig an offensiven Langstreckenwaffen und an Systemen zur Raketenabwehr. Für die unmittelbare Entwicklung bleibt jedoch vor allem die FP-7 entscheidend: Sie ist von den neuen ballistischen Raketen des Unternehmens derzeit am weitesten in Richtung eines möglichen militärischen Einsatzes fortgeschritten.

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