Flatexdegiro wächst weiter und hält am Gewinnziel fest

Aktienhandel: Kurstafel mit Kursverläufen an der Börse
Quelle: Pixabay, sergeitokmakov

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Der Onlinebroker Flatexdegiro hat im dritten Quartal 2026 deutlich mehr verdient als ein Jahr zuvor. Vor allem höhere Zinserträge und zusätzliche Wertpapiergeschäfte haben das Geschäft gestützt. Trotz leicht verfehlter Analystenerwartungen reagierte die Aktie am Mittwochabend, 21. Oktober 2026, mit Kursgewinnen. An seiner angehobenen Jahresprognose hält der Frankfurter Konzern fest.

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Quartalsgewinn steigt um 29 Prozent

Flatexdegiro erwirtschaftete von Juli bis September einen Umsatz von 150,3 Millionen Euro. Im Vorjahresquartal waren es 132 Millionen Euro gewesen. Das entspricht einem Anstieg um rund 14 Prozent. Der Konzerngewinn erhöhte sich gleichzeitig von 39 auf 50,3 Millionen Euro und damit um 29 Prozent.

Eine wichtige Rolle spielten die Zinserträge. Diese stiegen um rund ein Drittel auf 55,9 Millionen Euro. Das Unternehmen profitierte nach eigenen Angaben von höheren Kundeneinlagen, der Nachfrage nach Wertpapierkrediten und seiner Anlage überschüssiger Liquidität. Die Provisionserträge aus dem Wertpapiergeschäft legten um sechs Prozent auf 89,4 Millionen Euro zu.

In den ersten neun Monaten des Geschäftsjahres erreichte Flatexdegiro damit einen Umsatz von 490,4 Millionen Euro. Der Konzerngewinn summierte sich auf 165,4 Millionen Euro. Gegenüber dem entsprechenden Vorjahreszeitraum entspricht dies einem Gewinnanstieg von rund 37 Prozent.

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Mehr Wertpapiergeschäfte und steigendes Kundenvermögen

Auch das operative Geschäft entwickelte sich positiv. Im dritten Quartal wickelte Flatexdegiro 19,2 Millionen Wertpapiertransaktionen ab und damit acht Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Die Zahl der Kundenkonten erhöhte sich auf rund 3,7 Millionen. Innerhalb von zwölf Monaten kamen etwa 390.000 neue Konten hinzu.

Das bei dem Broker verwahrte Kundenvermögen erreichte zum Quartalsende 113 Milliarden Euro. Gegenüber Ende Juni entspricht dies einem Zuwachs von rund fünf Milliarden Euro. Neben der Entwicklung der Kapitalmärkte trugen Nettozuflüsse von 1,7 Milliarden Euro im dritten Quartal zum Wachstum bei.

Flatexdegiro ist mit seinen Handelsplattformen Flatex, DEGIRO und ViTrade in mehreren europäischen Märkten tätig. Über diese Angebote können Privatanleger unter anderem Aktien und börsengehandelte Fonds handeln. Damit ist das Unternehmen sowohl von der Handelsaktivität seiner Kunden als auch von der Entwicklung des Zinsgeschäfts abhängig.

Aktie steigt trotz verfehlter Analystenerwartungen

An der Börse fielen die Reaktionen auf die Quartalszahlen zunächst positiv aus. Laut dpa-AFX notierte die Flatexdegiro-Aktie am Mittwochabend auf der Handelsplattform Tradegate bei 25,08 Euro. Das entsprach einem Plus von rund 1,9 Prozent gegenüber dem Xetra-Schlusskurs. Die Kursangabe stammt aus dem um 19:32 Uhr veröffentlichten Börsenbericht vom 21. Oktober.

Dabei hatten Analysten im Durchschnitt mit etwas höheren Ergebnissen gerechnet. Der vom Unternehmen bereitgestellte Analystenkonsens sah einen Quartalsumsatz von rund 155 Millionen Euro und einen Gewinn von 52 Millionen Euro vor. Beide Erwartungen wurden somit knapp verfehlt.

Die Kursgewinne folgten auf eine deutliche Schwächephase der Aktie. Noch am Dienstag war der Titel auf Xetra auf den niedrigsten Stand seit Sommer 2025 gefallen. Seit einem Zwischenhoch Anfang September hatte die Aktie zwischenzeitlich rund 38 Prozent ihres Wertes verloren.

Flatexdegiro bestätigt Gewinnprognose für 2026

Für das Gesamtjahr rechnet das Management weiterhin mit einem Umsatz von rund 650 Millionen Euro. Der Konzerngewinn soll zwischen 200 und 230 Millionen Euro liegen. Damit hält Flatexdegiro an der Prognose fest, die das Unternehmen im Juli nach einem starken ersten Halbjahr angehoben hatte.

Ursprünglich hatte der Onlinebroker diese Größenordnung erst für 2027 angestrebt. Nach der bisherigen Geschäftsentwicklung geht die Unternehmensführung davon aus, die damaligen Finanzziele bereits ein Jahr früher zu erreichen oder beim Gewinn zu übertreffen.

Mit einem Konzernergebnis von 165,4 Millionen Euro nach neun Monaten hat Flatexdegiro bereits einen großen Teil der für 2026 erwarteten Gewinne erzielt. Ob das obere Ende der Prognosespanne erreicht wird, hängt auch vom Geschäftsverlauf im Schlussquartal ab.

Aktienrückkauf über 100 Millionen Euro geplant

Neben dem operativen Wachstum plant Flatexdegiro eine weitere Kapitalmaßnahme. Der Vorstand hatte am 15. Oktober beschlossen, bei der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht die Genehmigung für ein Aktienrückkaufprogramm zu beantragen.

Das vorgesehene Volumen beträgt bis zu 100 Millionen Euro. Der Rückkauf steht allerdings unter dem Vorbehalt der aufsichtsrechtlichen Zustimmung. Eine Durchführung war zum Zeitpunkt der Quartalsveröffentlichung deshalb noch nicht gesichert.

Mit dem geplanten Programm will der Konzern überschüssiges Kapital an seine Aktionäre zurückführen. Zugleich investiert Flatexdegiro weiter in die Erweiterung seines Produktangebots und die Entwicklung seiner europäischen Handelsplattformen.

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