
In der Karlsruher Südstadt ist am Mittwoch, 26. August 2026, bei Bauarbeiten eine Fliegerbombe aus dem Zweiten Weltkrieg entdeckt worden. Nach Angaben von Polizei und Stadt soll der Blindgänger noch am selben Tag entschärft werden. Für die Arbeiten muss der Bereich um den Fundort abgesperrt und teilweise evakuiert werden. Auch Auswirkungen auf den Bahnverkehr sind möglich, weil der Fundort in der Nähe wichtiger Gleisanlagen liegt.
Bei der Fliegerbombe in Karlsruhe handelt es sich nach den bislang veröffentlichten Angaben um einen rund 250 Kilogramm schweren Blindgänger. Das Kampfmittel wurde im Bereich der Stuttgarter Straße entdeckt. Nach einem Bericht des SWR bestätigte die Stadt Karlsruhe, dass die Entschärfung noch am Mittwoch vorgenommen werden soll. Die Polizei kündigte Absperrungen rund um den Fundort an.
Der Fund erfolgte nach übereinstimmenden Angaben bei Bauarbeiten im Bereich einer Kleingartenanlage an der Stuttgarter Straße. Der Blindgänger stammt aus dem Zweiten Weltkrieg. Nach Angaben, die unter anderem von der dpa verbreitet wurden, handelt es sich um eine amerikanische Fliegerbombe mit einem Gewicht von etwa 250 Kilogramm.
Nach dem Fund wurde der Bereich zunächst gesichert. Der Kampfmittelbeseitigungsdienst soll die Bombe untersuchen und entschärfen. Solche Arbeiten können erst beginnen, wenn sich im festgelegten Gefahrenbereich keine unbefugten Personen mehr aufhalten und die erforderlichen Verkehrswege gesperrt sind.
Wie groß der endgültige Sicherheitsradius sein wird, war am Mittwochnachmittag zunächst nicht amtlich bestätigt. Auch eine belastbare Zahl der von der Evakuierung betroffenen Menschen lag zu diesem Zeitpunkt noch nicht vor. Fest stand lediglich, dass Teile der Südstadt geräumt werden sollen.
Die Polizei teilte mit, dass das betroffene Gebiet abgesperrt werden soll. Die Stadt bereitet nach den bislang vorliegenden Angaben die Evakuierung des erforderlichen Sicherheitsbereichs vor. Wann sämtliche betroffenen Gebäude verlassen sein müssen und welche Straßen genau innerhalb der Sperrzone liegen, war zunächst noch offen.
Damit unterscheidet sich die aktuelle Lage von früheren Bombenfunden in Karlsruhe, bei denen nach Begutachtung des Sprengkörpers konkrete Radien und Zeitfenster festgelegt worden waren. Bei einem Bombenfund in der Südstadt-Ost im Mai 2023 hatte die Stadt beispielsweise einen Sicherheitsradius von 400 Metern eingerichtet und auch Bahnstrecken sowie Straßen gesperrt. Diese damaligen Maßnahmen lassen jedoch keine Rückschlüsse auf den Umfang der aktuellen Evakuierung zu.
Für den jetzigen Einsatz gelten ausschließlich die Anweisungen von Stadt, Polizei und Kampfmittelbeseitigungsdienst. Angaben zu einem bestimmten Evakuierungsradius oder einer konkreten Zahl betroffener Bewohner, die nicht von den zuständigen Stellen bestätigt wurden, lassen sich derzeit nicht belastbar beziffern.
Nach Angaben der Stadt Karlsruhe soll die Bombe noch am Mittwoch entschärft werden. Ein genauer Beginn der Arbeiten war zunächst nicht offiziell veröffentlicht. Voraussetzung für die Entschärfung ist, dass der festgelegte Gefahrenbereich vollständig geräumt und abgesichert ist.
Der Kampfmittelbeseitigungsdienst Baden-Württemberg ist für die technische Bewertung und die Entschärfung solcher Blindgänger zuständig. Erst nach der Untersuchung des Zünders und des Zustands der Bombe lässt sich festlegen, wie genau der Sprengkörper unschädlich gemacht werden kann.
Ob bei dem aktuellen Fund besondere technische Schwierigkeiten bestehen, war zunächst nicht bekannt. Behördliche Angaben dazu lagen am Nachmittag noch nicht vor.
Besondere Bedeutung hat der Fund auch wegen der Lage nahe der Karlsruher Bahnanlagen. Die Stuttgarter Straße verläuft südöstlich des Hauptbahnhofs in einem Bereich mit mehreren Bahnstrecken und dem Güterverkehr.
Nach den bislang vorliegenden Angaben können deshalb auch Einschränkungen im Bahnverkehr notwendig werden. Dazu könnten zeitweise Sperrungen von Gleisen oder Verzögerungen gehören. Eine bereits laufende vollständige Sperrung des Karlsruher Hauptbahnhofs oder konkrete Zugausfälle infolge des Bombenfundes waren am Mittwochnachmittag jedoch nicht offiziell bestätigt.
Reisende sollten deshalb aktuelle Fahrplaninformationen beachten. Karlsruhe ist ein wichtiger Knotenpunkt für den Fernverkehr auf Verbindungen unter anderem zwischen Mannheim, Basel, Stuttgart und dem südwestdeutschen Raum. Schon zeitlich begrenzte Sperrungen einzelner Gleisabschnitte können deshalb Auswirkungen über die Region hinaus haben.
Wie stark der Fernverkehr, Regionalverkehr oder einzelne ICE-Verbindungen tatsächlich betroffen sein werden, hängt vom endgültigen Sicherheitsbereich und vom Zeitpunkt der Entschärfung ab.
Funde dieser Art sind auch mehr als 80 Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs keine Seltenheit. Nach Angaben des Regierungspräsidiums Stuttgart wurden während des Krieges rund 100.000 Tonnen Abwurfmunition über dem Gebiet des heutigen Baden-Württemberg abgeworfen. Schätzungsweise zehn bis 15 Prozent der Bomben detonierten damals nicht.
Der Kampfmittelbeseitigungsdienst wird deshalb regelmäßig zu Baustellen und anderen Verdachtsflächen gerufen. Allein 2024 wurden in Baden-Württemberg nach den veröffentlichten Behördenangaben 19 Blindgänger mit einem Gewicht von mindestens 50 Kilogramm unschädlich gemacht.
Auch im Raum Karlsruhe gab es in den vergangenen Jahren mehrfach vergleichbare Einsätze. Im Juli 2026 musste nach einem Bombenfund am Bahnhof Bruchsal der Zugverkehr zeitweise vollständig eingestellt werden. Dort waren nach Angaben der Stadt rund 530 Menschen von einer Evakuierung betroffen. Die Bombe wurde am Abend erfolgreich entschärft.
Für Karlsruhe selbst konzentrieren sich die Maßnahmen am Mittwoch zunächst auf die sichere Räumung des Gefahrenbereichs und die anschließende Entschärfung. Wann sämtliche Sperrungen wieder aufgehoben werden können, hängt vom Verlauf des Einsatzes ab.
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