
Florian Wellbrock hat bei der Schwimm-Europameisterschaft in Paris innerhalb von zwei Tagen seinen zweiten Titel im Freiwasser gewonnen. Der 28-Jährige triumphierte am Mittwochmorgen über fünf Kilometer und machte sich damit zum Doppel-Europameister. Bereits am Vortag hatte Wellbrock die olympische Zehn-Kilometer-Distanz für sich entschieden. Ausgerechnet in der Seine, in der er bei den Olympischen Spielen 2024 seine eigenen Erwartungen nicht erfüllen konnte, feierte der deutsche Schwimmstar damit eine eindrucksvolle sportliche Rückkehr.
Im Fünf-Kilometer-Rennen übernahm Wellbrock früh die Kontrolle und bestimmte mit mehreren Tempoverschärfungen den Verlauf. Auf der Schlussrunde musste er noch einmal einen Angriff des Ungarn Dávid Betlehem abwehren, setzte sich jedoch erneut durch und schlug nach 55:40,2 Minuten als Erster an. Betlehem gewann wie schon über zehn Kilometer Silber, der Italiener Gregorio Paltrinieri sicherte sich Bronze. Wellbrocks deutscher Teamkollege Oliver Klemet erreichte nach 56:34,0 Minuten den zehnten Platz.
Damit stand für Florian Wellbrock bei der Freiwasser-EM auch nach seinem zweiten Start die zweite Goldmedaille fest. Der Deutsche knüpfte an seine großen internationalen Erfolge an und zeigte trotz einer von gesundheitlichen Rückschlägen geprägten Vorbereitung erneut seine Stärke im offenen Wasser. Für Wellbrock war es die insgesamt fünfte EM-Medaille im Freiwasser.
Bereits am Dienstag hatte Wellbrock erstmals in seiner Karriere einen Europameistertitel im Freiwasser gewonnen. Über die olympische Distanz von zehn Kilometern lieferte er sich auf den letzten Metern ein enges Duell mit Betlehem. Nach 1:55:18,3 Stunden setzte sich der Deutsche im Schlussspurt durch. Der Ungar folgte mit knappem Abstand, während Oliver Klemet als Dritter das starke deutsche Ergebnis komplettierte.
Der Sieg war auch deshalb überraschend, weil Wellbrock vor dem Wettkampf seine Erwartungen bewusst niedrig gehalten hatte. Wegen mehrerer gesundheitlicher Probleme und ausgefallener Trainingseinheiten hatte er einen Platz unter den besten Zehn als realistisches Ziel bezeichnet. Stattdessen gewann er zunächst den Freiwasser-Krimi über zehn Kilometer und dominierte einen Tag später auch die halbe Distanz.
Die beiden Erfolge haben für Wellbrock in Paris eine besondere Bedeutung. Bei den Olympischen Spielen 2024 war der damalige Titelverteidiger im Zehn-Kilometer-Rennen nur Achter geworden. Mehr als eine Minute hatte ihn damals vom Olympiasieger Kristóf Rasovszky getrennt. Die Rückkehr an den früheren Olympia-Ort war deshalb auch mit schwierigen Erinnerungen verbunden.
Zwei Jahre später präsentiert sich Wellbrock nun wieder als dominierender Freiwasserschwimmer. Seine beiden Siege wurden in einem Seitenarm der Seine in der Nähe des Eiffelturms ausgetragen. Die Strecke führte im Bereich der Île aux Cygnes und des Bras de Grenelle entlang. Nach den Debatten um die Wasserqualität bei Olympia standen die Bedingungen erneut besonders im Fokus, während Wellbrock sportlich ein deutliches Zeichen setzte.
Der Florian Wellbrock Doppel-Europameister hat bei den Titelkämpfen noch weitere Medaillenchancen. Im Freiwasserprogramm folgen das Drei-Kilometer-Ausscheidungsrennen und die Mixed-Staffel. Nach seinen ersten beiden Auftritten gehört Wellbrock auch dort zu den deutschen Hoffnungsträgern.
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