
Ein deutscher Flughafen steht in einem internationalen Airport-Ranking ganz oben. Düsseldorf belegt im World Consumer Airport Index 2026 den ersten Platz unter den untersuchten Flughäfen mit weniger als 47,2 Millionen Passagieren pro Jahr. Auch München und Berlin Brandenburg schaffen es in dieser Kategorie unter die ersten zehn. Deutschlands größter Flughafen Frankfurt schneidet dagegen in der Gruppe der großen internationalen Drehkreuze deutlich schwächer ab.
Für die zweite Ausgabe des World Consumer Airport Index hat das Consumer Choice Center insgesamt 60 Flughäfen weltweit untersucht. 35 davon wurden der Gruppe der kleineren Airports zugeordnet. Die Grenze lag bei 47,2 Millionen Passagieren pro Jahr. Weitere 25 Flughäfen bildeten die Kategorie der großen Drehkreuze.
Düsseldorf erreicht in der kleineren Kategorie Platz eins vor Zürich und Kopenhagen. Dahinter folgen Helsinki, Mailand Malpensa und Oslo Gardermoen. München liegt auf dem siebten Platz, Vancouver auf Rang acht und Brüssel auf Rang neun. Der Flughafen Berlin Brandenburg komplettiert die Top Ten auf Platz zehn.
Beim für die Rangfolge verwendeten angepassten I-Distance-Wert lag Düsseldorf bei 26,861. Zürich kam auf 25,511, Kopenhagen auf 24,509. Für München lag der Wert bei 21,841, für den BER bei 21,132. Das Consumer Choice Center bezeichnet Düsseldorf zugleich als bestplatzierten Flughafen der gesamten Untersuchung.
Für Düsseldorf sprechen nach den Daten des Index mehrere Faktoren. Erfasst wurden dort 67 Fluggesellschaften und 171 angebotene Ziele. Besonders positiv wirkte sich die durchschnittliche Wartezeit an den Sicherheitskontrollen aus. Das Ranking setzt sie für Düsseldorf nahe null Minuten an. Flughäfen erhielten zusätzliche Punkte, wenn die durchschnittliche Wartezeit an der Sicherheitskontrolle höchstens drei Minuten erreichte.
Die Untersuchung beschränkt sich allerdings nicht auf Wartezeiten. Berücksichtigt werden unter anderem die Entfernung zum Stadtzentrum, die Verfügbarkeit von Fahrdiensten, direkte Anschlüsse an Metro oder Stadtbahn sowie an das nationale Bahnnetz. Hinzu kommen ein Hotel am Flughafen, die Verbindung zwischen Gates und Terminals, die Wettbewerbssituation zwischen den Airlines, die Zahl der Fluggesellschaften und Ziele sowie das Verhältnis von Passagieren zu Geschäften und Restaurants.
Auch Verspätungen fließen ein. Dafür betrachteten die Autoren den Anteil der Flüge mit Verzögerungen von durchschnittlich mehr als 29 Minuten. Als Referenztag für diese Daten nennt die Methodik den 1. Juni 2026. Weitere Bonuspunkte gab es für Flughäfen ohne strikte Nachtflugbeschränkungen.
Mit München und Berlin Brandenburg sind insgesamt drei deutsche Flughäfen unter den zehn bestplatzierten Airports der kleineren Kategorie vertreten. München erreicht Rang sieben und liegt damit hinter Oslo, aber vor Vancouver. Der BER steht auf Platz zehn hinter Brüssel.
Die Einordnung als kleinerer Flughafen bedeutet dabei nicht, dass es sich um einen Regionalairport handelt. Entscheidend ist ausschließlich die für dieses Ranking festgelegte Grenze von 47,2 Millionen Passagieren. Dadurch werden international bedeutende Flughäfen wie München, Zürich, Kopenhagen oder Mailand Malpensa in derselben Gruppe geführt.
Die Autoren haben die Schwelle gegenüber der vorherigen Ausgabe verändert. Deshalb sind Veränderungen der Platzierungen gegenüber 2025 nur eingeschränkt vergleichbar. Darauf weist das Consumer Choice Center im Bericht ausdrücklich hin. Auch das statistische Verfahren wurde weiterentwickelt.
Unter den 25 größten untersuchten Airports liegt Barcelona El Prat auf dem ersten Platz. Der angepasste I-Distance-Wert lag dort bei 23,835. Es folgen Rom Fiumicino und Los Angeles. Auf den weiteren Top-Ten-Plätzen stehen Bangkok, Paris Charles de Gaulle, Dschidda, London Heathrow, Madrid, Tokio Haneda und Dubai.
Barcelona profitiert dem Index zufolge unter anderem von einer breiten Auswahl an Flugverbindungen und Fluggesellschaften. Die durchschnittliche Wartezeit an der Sicherheitskontrolle wird mit drei Minuten angegeben. Damit erreicht der Flughafen ebenfalls die Schwelle für die zusätzlichen Punkte bei kurzen Kontrollzeiten.
Frankfurt landet in dieser Kategorie dagegen auf Platz 23 von 25. Der I-Distance-Wert lag bei 15,754. Nur Guangzhou Baiyun und Seattle Tacoma werden noch niedriger eingestuft. In die Bewertung flossen unter anderem die Verbindungen zwischen den Terminals, die Beschilderung und weitere Infrastrukturmerkmale ein.
Anders als klassische Passagierbefragungen basiert der Index überwiegend auf messbaren Standort- und Betriebsdaten. Die Autoren nennen Flughafenangaben, Geschäftsberichte, öffentlich verfügbare Statistiken und eigene Recherchen als Datengrundlage. Die einzelnen Werte werden nicht einfach gleich gewichtet. Stattdessen verwendet die Untersuchung ein statistisches Verfahren auf Basis der sogenannten Ivanovic-Distanz.
Dadurch soll verhindert werden, dass ein einzelner besonders guter Wert das Gesamtergebnis zu stark bestimmt. Ein Flughafen mit einem vergleichsweise ausgeglichenen Profil kann deshalb vor einem Konkurrenten landen, der in einzelnen Kategorien höhere Punktzahlen erreicht. Die maximal mögliche Basispunktzahl der zugrunde liegenden Einzelkriterien liegt weiterhin bei 235 Punkten, für die Rangfolge ist jedoch der daraus abgeleitete I-Distance-Wert entscheidend.
Die Aussage, Düsseldorf sei der beste Flughafen der Welt, gilt damit innerhalb dieses konkreten Rankings und seiner Methodik. Der Index bildet keine einheitliche internationale Qualitätsnorm für Flughäfen ab. Das Consumer Choice Center weist zudem darauf hin, dass einzelne Daten zwischen Airports unterschiedlich erhoben werden und bei nicht ausreichend belastbaren Angaben teilweise keine Werte angesetzt wurden. Innerhalb dieser Untersuchung landet Düsseldorf dennoch eindeutig an der Spitze seiner Kategorie und vor allen anderen 59 betrachteten Flughäfen auch im Gesamtwert.
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