Doris Miller oder Donald Trump: Debatte um neuen US-Träger

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Symbolbild mit KI erstellt

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Die US-Navy erwägt nach übereinstimmenden Medienberichten eine Änderung des Namens für einen neuen atomgetriebenen Flugzeugträger der Gerald-R.-Ford-Klasse. Der im Bau befindliche Träger mit der Kennung CVN-81 soll nach einer bereits 2020 bekannt gegebenen Entscheidung den Namen USS Doris Miller tragen. Nun wird nach Berichten mehrerer US-Medien innerhalb der Marine darüber gesprochen, das Schiff möglicherweise nach US-Präsident Donald Trump zu benennen. Eine entsprechende Entscheidung war bis Samstag, 22. August 2026, nicht offiziell bekannt gegeben worden.

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ABC News berichtete unter Berufung auf drei mit den Beratungen vertraute Personen über entsprechende Überlegungen. Auch CNN meldete interne Gespräche. Demnach gehört eine Benennung nach Trump zu den diskutierten Möglichkeiten. Unklar blieb zunächst, wie weit die Beratungen fortgeschritten sind und ob überhaupt eine Änderung des bereits angekündigten Namens beschlossen werden soll. Eine offizielle Bestätigung dafür, dass CVN-81 künftig Donald Trumps Namen tragen wird, lag zunächst nicht vor.

Flugzeugträger wurde 2020 nach Doris Miller benannt

Die damalige Führung der US-Navy gab im Januar 2020 während Trumps erster Amtszeit bekannt, dass CVN-81 nach Doris Miller benannt werden sollte. Miller diente während des Zweiten Weltkriegs in der US-Marine und wurde besonders für sein Verhalten beim japanischen Angriff auf Pearl Harbor am 7. Dezember 1941 bekannt. Während des Angriffs auf die USS West Virginia half er verwundeten Besatzungsmitgliedern und bediente anschließend ein Flugabwehrgeschütz, obwohl er dafür nicht regulär ausgebildet worden war.

Miller erhielt für seinen Einsatz das Navy Cross, eine der höchsten militärischen Auszeichnungen der Vereinigten Staaten. Er kam im November 1943 ums Leben, als der Geleitflugzeugträger Liscome Bay im Pazifik von einem japanischen U-Boot versenkt wurde. Die Benennung des neuen Trägers nach ihm hatte besondere historische Bedeutung. CVN-81 sollte der erste US-Flugzeugträger werden, der nach einem Afroamerikaner benannt ist, und zugleich der erste, dessen Namensgeber als Mannschaftsdienstgrad für seine Leistungen geehrt wird.

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Offizielle Dokumente verwenden zuletzt nur CVN-81

Zu den Punkten, die die Diskussion über eine mögliche Änderung verstärken, gehört die Bezeichnung des Schiffes in einem Memorandum des Weißen Hauses vom 13. August. Präsident Trump ordnete darin an, für den im Bau befindlichen Träger einen Plan zum Austausch des elektromagnetischen Flugzeugstartsystems und bestimmter elektrischer Aufzüge gegen Dampfkatapulte und hydraulische Systeme auszuarbeiten. In dem Dokument wird das Schiff ausschließlich als CVN-81 bezeichnet und nicht als Doris Miller.

Diese Schreibweise ist für sich genommen jedoch kein Beleg für eine Namensänderung. Offizielle Veröffentlichungen der Navy haben den Flugzeugträger bislang als künftige USS Doris Miller geführt. Auch eine Veröffentlichung des Naval Sea Systems Command aus dem Jahr 2026 verwendete noch diesen Namen. Die Debatte über den Flugzeugträger Doris Miller stützt sich deshalb derzeit vor allem auf Medienberichte über interne Beratungen und nicht auf eine veröffentlichte Entscheidung des Verteidigungsministeriums oder der Marine.

Schiffsnamen liegen in der Verantwortung der Navy-Führung

Die Benennung amerikanischer Kriegsschiffe folgt zwar langjährigen Traditionen, ist aber nicht für jede Schiffsklasse durch starre gesetzliche Vorgaben festgelegt. Nach den geltenden Vorschriften des US-Marineministeriums liegt die formelle Zuständigkeit für die Namen neuer Schiffe beim Secretary of the Navy. Der Präsident besitzt zugleich erheblichen politischen Einfluss auf solche Entscheidungen. Auch der US-Kongress kann durch Gesetze und politische Stellungnahmen auf die Namensgebung einwirken.

Bei Flugzeugträgern haben Namen früherer US-Präsidenten seit Jahrzehnten eine wichtige Rolle. Zu den bestehenden oder geplanten Trägern gehören Gerald R. Ford, John F. Kennedy, Ronald Reagan und George H. W. Bush. Für spätere Schiffe der Ford-Klasse wurden außerdem William J. Clinton und George W. Bush als Namensgeber angekündigt. Doris Miller stellte innerhalb dieser Tradition bewusst eine Ausnahme dar. Eine Benennung nach Trump wäre deshalb nicht allein wegen des Namens eines Präsidenten ungewöhnlich. Besonders wäre, dass ein bereits angekündigter Namensgeber ersetzt würde und Trump zum Zeitpunkt einer möglichen Entscheidung amtierender Präsident ist.

Kritik an möglicher Änderung

Die Berichte haben in den Vereinigten Staaten Kritik ausgelöst. Der demokratische Senator Mark Kelly, selbst ehemaliger Marinepilot, sprach sich öffentlich dagegen aus, Miller die bereits vorgesehene Ehrung zu entziehen. Auch die Bürgerrechtsorganisation NAACP kritisierte die berichteten Überlegungen und verwies auf Millers Bedeutung für die Geschichte schwarzer Soldaten in den US-Streitkräften.

Eine vergleichbar konkrete öffentliche Stellungnahme führender Regierungsvertreter zugunsten einer Umbenennung nach Trump war zunächst nicht bekannt. Befürworter einer Benennung von Flugzeugträgern nach Präsidenten können allerdings auf eine seit Jahrzehnten etablierte Praxis der Navy verweisen. Diese Tradition allein sagt jedoch nichts darüber aus, ob CVN-81 tatsächlich umbenannt wird.

CVN-81 befindet sich noch im Bau

Der Flugzeugträger gehört zur neuen Gerald-R.-Ford-Klasse und befindet sich bei Newport News Shipbuilding in Virginia im Bau. Die Klasse soll schrittweise ältere Flugzeugträger der Nimitz-Klasse ersetzen. Für CVN-81 werden Kosten von mehr als 15 Milliarden Dollar veranschlagt. Die Navy rechnet inzwischen mit einer Übergabe des Schiffes erst in den kommenden Jahren, wobei sich der Zeitplan gegenüber früheren Planungen bereits verschoben hat.

Offiziell bestätigt war am Samstag damit weiterhin die ursprüngliche Benennung nach Doris Miller. Die Möglichkeit eines Namens Donald Trump beruht auf Berichten über interne Gespräche. Weder die Navy noch das Pentagon hatten bis dahin öffentlich mitgeteilt, dass die 2020 verkündete Entscheidung aufgehoben worden sei.

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