
Der US-Cybersicherheitskonzern Fortinet hat im dritten Quartal 2026 Umsatz und Gewinn deutlich gesteigert und die Erwartungen der Analysten übertroffen. Dennoch verlor die Aktie nach der Veröffentlichung der Geschäftszahlen zeitweise mehr als ein Viertel ihres Wertes. Hintergrund sind unter anderem das vergleichsweise schwache Wachstum im Servicegeschäft und eine gesenkte Prognose für diesen Geschäftsbereich.
Die am Mittwoch, 28. Oktober 2026, veröffentlichten Quartalszahlen von Fortinet zeigen einen Umsatzanstieg um 20 Prozent auf 2,08 Milliarden US-Dollar. Analysten hatten im Durchschnitt mit rund 2,06 Milliarden Dollar gerechnet. Der bereinigte Gewinn je Aktie erreichte 0,91 Dollar und lag damit fünf Cent über den Markterwartungen.
Besonders kräftig entwickelte sich das Geschäft mit Sicherheitsprodukten. Der Umsatz mit Hardware und anderen Produkten stieg um 37 Prozent auf 765 Millionen Dollar. Das Servicegeschäft legte dagegen lediglich um 13 Prozent auf 1,31 Milliarden Dollar zu.
Die sogenannten Billings, eine Kennzahl für das fakturierte Geschäftsvolumen, erhöhten sich um 29 Prozent auf 2,34 Milliarden Dollar. Der freie Cashflow erreichte 865 Millionen Dollar. Die bereinigte operative Gewinnmarge lag bei 38,2 Prozent.
Trotz der positiven Gesamtentwicklung zeigen sich Unterschiede zwischen den Geschäftsbereichen. Im zweiten Quartal hatte Fortinet den Produktumsatz noch um 52 Prozent gesteigert. Im dritten Quartal verlangsamte sich das Wachstum auf 37 Prozent.
Für das laufende Geschäftsjahr reduzierte Fortinet zudem die erwarteten Serviceerlöse. Statt bislang 5,18 bis 5,22 Milliarden Dollar rechnet der Konzern jetzt mit 5,15 bis 5,17 Milliarden Dollar. Gemessen an den Mittelwerten entspricht dies einer Kürzung um 40 Millionen Dollar.
Finanzchefin Christiane Ohlgart führte das schwächere Servicewachstum in den vorbereiteten Aussagen zur Bilanzkonferenz unter anderem auf die zeitlich gestaffelte Aktivierung von Dienstleistungen bei neuen Großkunden zurück. Auch die Zusammenfassung bestehender Serviceverträge in umfassendere Unternehmensvereinbarungen habe sich ausgewirkt.
Gleichzeitig verwies das Unternehmen auf einen Anstieg der Service-Billings um 26 Prozent. Fortinet erwartet für 2027 wieder ein höheres Wachstum der Serviceumsätze als im laufenden Jahr.
Für 2026 stellte Fortinet nun einen Gesamtumsatz zwischen 8,125 und 8,215 Milliarden Dollar in Aussicht. Bisher hatte der Konzern mit 8,02 bis 8,18 Milliarden Dollar gerechnet.
Auch die Gewinnprognose wurde erhöht. Der bereinigte Gewinn je Aktie soll im Gesamtjahr zwischen 3,54 und 3,58 Dollar erreichen. Zuvor hatte Fortinet 3,41 bis 3,47 Dollar erwartet.
Für das vierte Quartal prognostiziert das Unternehmen einen Umsatz zwischen 2,155 und 2,245 Milliarden Dollar. Der Mittelwert entspricht nach Unternehmensangaben einem Wachstum von rund 15 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal. Damit würde sich das Umsatzwachstum gegenüber den 20 Prozent des dritten Quartals weiter abschwächen.
An der Börse überwogen nach der Veröffentlichung die negativen Reaktionen. Die Fortinet-Aktie hatte den regulären US-Handel am Mittwoch bei 174,08 Dollar beendet. Bis zum Ende des nachbörslichen Handels um 19.59 Uhr US-Ostküstenzeit, entsprechend 0.59 Uhr MEZ am Donnerstag, fiel sie laut Google Finance auf 129,33 Dollar. Das entsprach einem Rückgang um 25,71 Prozent.
Am Donnerstag setzte sich die Schwäche im vorbörslichen Handel fort. Die Handelsplattform Webull wies am 29. Oktober um 11.40 Uhr MEZ einen Kurs von 129,06 Dollar aus. Gegenüber dem regulären Schlusskurs des Vortages bedeutete dies ein Minus von 25,86 Prozent. Die reguläre US-Börsensitzung hatte zu diesem Zeitpunkt noch nicht begonnen.
Nach Angaben der Nachrichtenagentur Reuters senkten mindestens 14 Analysehäuser ihre Kursziele für Fortinet, darunter Piper Sandler, Jefferies und Deutsche Bank. Analysten verwiesen insbesondere auf das nachlassende Wachstum im Servicegeschäft.
Auch die kanadische Bank Scotiabank äußerte Zweifel daran, ob neue Anwendungsbereiche rund um künstliche Intelligenz und industrielle Netzwerke die bisherige Dynamik im Firewall-Geschäft dauerhaft aufrechterhalten können. Sie reduzierte ihr Kursziel von 163 auf 140 Dollar.
Die Aktie hatte nach Reuters-Angaben seit Jahresbeginn vor Veröffentlichung der Zahlen bereits um 119 Prozent zugelegt. Damit waren die Erwartungen an die weitere Geschäftsentwicklung entsprechend hoch.
Fortinet entwickelt unter anderem Firewalls, Netzwerksicherheitslösungen und cloudbasierte Schutzdienste für Unternehmen und öffentliche Einrichtungen. Der Konzern profitiert nach eigenen Angaben von Investitionen in die Absicherung komplexer IT-Infrastrukturen und neuer Anwendungen künstlicher Intelligenz.
Die jüngsten Zahlen verdeutlichen zugleich die unterschiedliche Entwicklung innerhalb des Geschäftsmodells. Während der Verkauf von Sicherheitsprodukten weiterhin kräftig wächst, bleiben die Serviceerlöse hinter der Dynamik des Produktgeschäfts zurück.
Auch andere US-Softwareunternehmen gerieten am Donnerstag unter Druck. Die Aktien von ServiceNow, Palo Alto Networks und weiteren Technologiekonzernen verzeichneten im vorbörslichen Handel deutliche Verluste. Die Entwicklung bei Fortinet fiel damit in eine breitere Schwäche des amerikanischen Softwaresektors.
Texte werden mit Unterstützung von KI-Tools erstellt und vor Veröffentlichung redaktionell geprüft. Mehr dazu