Abstieg bremst Fortuna: Drittes Plus, aber kein Rekord

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Quelle: Pixabay, sergeitokmakov

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Fortuna schreibt Gewinn, und das zum dritten Mal in Folge. Trotz des Abstiegs aus der 2. Bundesliga hat der inzwischen in der 3. Liga spielende Traditionsverein auch das abgelaufene Geschäftsjahr mit einem positiven Ergebnis abgeschlossen. Das berichtet die Rheinische Post auf RP Online. Nach dem Bericht hätte ein Verbleib in der 2. Bundesliga sogar ein besonders starkes Ergebnis ermöglicht. Der sportliche Absturz hat damit einen mehrjährigen finanziellen Aufwärtstrend gebremst.

Eine detaillierte öffentliche Mitteilung mit den vollständigen Kennzahlen des Geschäftsjahres 2025/26 hatte Fortuna Düsseldorf bis Dienstagvormittag, 6. Oktober, auf seiner Vereinsseite nicht veröffentlicht. Der Club hatte allerdings bereits am 12. Juni erklärt, in den vorherigen drei Jahren jeweils die Gewinnzone erreicht zu haben. Zu diesem Zeitpunkt lief das Geschäftsjahr noch bis Ende Juni. Der aktuelle RP-Bericht bestätigt nun auch für den abgeschlossenen Zeitraum ein positives Ergebnis.

Fortuna hatte seine Bilanz zuvor deutlich verbessert

Die Entwicklung der beiden vorherigen Geschäftsjahre ist vom Verein detailliert dokumentiert. 2023/24 meldete Fortuna nach drei Jahren mit Fehlbeträgen erstmals wieder einen Gewinn. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern lag bei 1,885 Millionen Euro, der Jahresüberschuss bei rund 568.000 Euro. Der Verein führte die Verbesserung unter anderem auf sportliche Erfolge, Transfereinnahmen, den DFB-Pokal sowie höhere Einnahmen aus Sponsoring, Ticketing und Merchandising zurück.

Noch deutlicher fiel der Abschluss 2024/25 aus. Fortuna veröffentlichte damals ein EBIT von 2,959 Millionen Euro und einen Jahresüberschuss von 2,079 Millionen Euro. Das Eigenkapital stieg auf 3,499 Millionen Euro. Bei der Mitgliederversammlung nannte der damalige Finanzvorstand Arnd Hovemann Erlöse von knapp 69 Millionen Euro. Die Aufwendungen lagen nach der vorherigen Vereinsmitteilung bei 66,1 Millionen Euro. Hovemann erklärte seinerzeit: „Zwei positive Jahresabschlüsse in Folge zeigen unsere Fortschritte, doch die Herausforderungen bleiben groß.“

Auch die DFL-Zahlen zeigen, wie sich die Ausgangslage zuvor stabilisiert hatte. Zum Bilanzstichtag 30. Juni 2024 wies Fortuna ein Eigenkapital von 1,420 Millionen Euro und Verbindlichkeiten von 21,239 Millionen Euro aus. Bereits ein Jahr später hatte sich das vom Verein genannte Eigenkapital auf knapp 3,5 Millionen Euro erhöht. Eine entsprechend aktuelle öffentlich ausgewiesene Zahl zu den Verbindlichkeiten für 2025/26 liegt bislang nicht vor.

Der Abstieg verhindert laut RP Online ein Rekordergebnis

Nach dem Bericht von RP Online hätte Fortuna bei einem Verbleib in der 2. Bundesliga einen besonders hohen Überschuss erzielen können. Stattdessen endete die Saison im Mai mit dem Abstieg. Welche einzelnen Positionen des Abschlusses 2025/26 durch den Abstieg noch belastet wurden und wie hoch der endgültige Jahresüberschuss ausfiel, wurde vom Verein bislang nicht in einer frei zugänglichen Finanzmitteilung ausgewiesen.

Die wesentlich größeren wirtschaftlichen Folgen treffen ohnehin das laufende Geschäftsjahr 2026/27. Der WDR bezifferte die Einnahmen aus den Fernsehgeldern nach dem Abstieg auf nur noch rund eine Million Euro, nachdem Fortuna in der 2. Bundesliga etwa 16 Millionen Euro erhalten habe. Zugleich sei der Sportetat von 18 Millionen auf 7,5 Millionen Euro reduziert worden. Mehr als 60 Arbeitsplätze seien im Zuge der Sparmaßnahmen weggefallen. Vorstandschef Alexander Jobst bezeichnete die Einschnitte gegenüber dem WDR als „drastisch und unschön“.

Der Verein selbst machte die Tragweite des Abstiegs auch an seiner Führungsstruktur deutlich. Der Vertrag des bisherigen Finanzvorstands Hovemann wurde zum 30. Juni nicht verlängert. Als Grund nannte Fortuna ausdrücklich die „erheblichen wirtschaftlichen Einschnitte infolge des Abstiegs“. Seit dem 1. Juli verantwortet Michael Staade Finanzen, Recht und Personal als nicht hauptamtliches Vorstandsmitglied. Auch diese Konstruktion begründete der Club mit den veränderten wirtschaftlichen Bedingungen der 3. Liga.

Kaderetat soll später noch einmal erhöht worden sein

Für die sportliche Planung bedeutete der Abstieg zunächst einen erheblich kleineren finanziellen Rahmen. Der WDR nannte im Juli einen Sportetat von 7,5 Millionen Euro. Nach Informationen der Bild, die das Portal liga3-online im August aufgriff, soll der Aufsichtsrat den Kaderetat anschließend auf acht Millionen Euro erhöht haben. Möglich geworden sei dies durch zusätzliche Einnahmen aus Spielerverkäufen und Partnerverträgen. Eine eigene Vereinsmitteilung mit dieser Etatgröße liegt nicht vor, deshalb lässt sich die Aufstockung nicht unabhängig bestätigen.

Auch organisatorisch wurde der Profibereich inzwischen neu aufgestellt. Seit Ende September ist Patrick Fabian Sportdirektor und insbesondere für Kaderplanung und Scouting verantwortlich. Er arbeitet dabei mit Sportvorstand Samir Arabi zusammen. Die wirtschaftlichen Grenzen treffen damit auf eine sportlich anspruchsvolle Ausgangslage: Nach sieben Partien der Drittligasaison steht Fortuna mit zehn Punkten und einer Bilanz von drei Siegen, einem Unentschieden und drei Niederlagen auf Rang zehn.

Der Umbruch muss somit zwei Ziele gleichzeitig erfüllen. Fortuna will sportlich in der 3. Liga konkurrenzfähig bleiben, kann aber nicht mehr mit den Erlösstrukturen der 2. Bundesliga kalkulieren. Gerade die Differenz bei den Medienerlösen zeigt die wirtschaftliche Dimension des Abstiegs. Die 3. Liga wird vom DFB organisiert und verfügt über deutlich geringere zentrale Ausschüttungen als die beiden höchsten deutschen Profiligen.

Freispiele bei Fortuna für alle müssen pausieren

Die geringeren Einnahmen wirken sich auch auf das viel beachtete Vereinsmodell „Fortuna für alle“ aus. Der Verein bestätigt auf seiner eigenen Website ausdrücklich, dass die Freispiele in der 3. Liga pausieren müssen. Als Grund nennt Fortuna die finanziellen Folgen des Abstiegs. Die Gesamtstrategie soll dagegen fortgesetzt werden. Dazu gehören unter anderem Nachwuchsförderung, Frauen- und Mädchenfußball, Inklusion und weitere gesellschaftliche Projekte.

Das ist wirtschaftlich deshalb relevant, weil Fortuna die positive Entwicklung der vergangenen Jahre selbst auch mit seiner strategischen Neuausrichtung verbunden hatte. Für 2023/24 meldete der Verein einen Erlöszuwachs von rund 35 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Für 2024/25 wurden erneut Zuwächse in Sponsoring, Merchandising und Ticketing genannt. Die Freispiele waren dabei durch Partner finanziert und Teil eines größeren Modells, das zusätzliche Sponsoren und Zuschauer an den Club binden sollte.

Drei Gewinne schaffen Puffer für schwierigere Zeiten

Der dritte positive Abschluss in Folge ist deshalb mehr als eine Momentaufnahme. Fortuna hat vor dem Abstieg seine finanzielle Position deutlich verbessert und insbesondere das Eigenkapital wieder aufgebaut. Gleichzeitig zeigt der Einschnitt nach dem Abstieg, wie stark das Geschäftsmodell eines Profivereins weiterhin von Ligazugehörigkeit, Medienerlösen und Transfergeschäft abhängig ist.

Die wirtschaftliche Trendwende der vergangenen Jahre ist damit nicht aufgehoben, ihre Fortsetzung ist aber deutlich schwieriger geworden. Der aktuelle Gewinn stammt noch aus einem Geschäftsjahr, das nahezu vollständig unter den Bedingungen der 2. Bundesliga lief. Das laufende Jahr muss Fortuna dagegen mit den wesentlich niedrigeren Einnahmen der 3. Liga bestreiten. Der positive Abschluss 2025/26 verschafft dafür einen besseren Ausgangspunkt, ersetzt aber nicht die weggefallenen Millionen aus dem Zweitligageschäft.

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