
Der deutsche Bluesgitarrist Frank Diez ist gestorben. Der langjährige Wegbegleiter von Peter Maffay starb am 1. November 2026 im Alter von 75 Jahren in Berlin. Das geht aus einer Mitteilung auf seiner offiziellen Website hervor. Diez gehörte über Jahrzehnte zu den prägenden Gitarristen der deutschen Rockmusik. Neben seiner Zusammenarbeit mit Maffay war er an Produktionen von Udo Lindenberg beteiligt und spielte mit internationalen Musikgrößen wie Jimi Hendrix, Chuck Berry und Eric Burdon.
Frank Diez wurde am 2. November 1950 in Berlin geboren. Nur wenige Minuten vor seinem 76. Geburtstag starb der Musiker am 1. November 2026 in seiner Heimatstadt. Auf seiner offiziellen Internetseite wird mitgeteilt, dass er nach schwerer Krankheit gestorben sei. Welche Erkrankung vorlag, wird dort nicht näher erläutert.
Am Dienstag, 3. November 2026, wurde sein Tod auch durch mehrere Musikportale bekannt. Das Portal Schlagerprofis berief sich dabei auf das Good Times Magazin und eine persönliche Bestätigung aus dem Umfeld des Musikers.
Mit Frank Diez verliert die deutsche Musikszene einen Gitarristen, dessen Karriere mehr als fünf Jahrzehnte umfasste. Er war als Studiomusiker, Komponist und Produzent tätig und entwickelte gleichzeitig zahlreiche eigene musikalische Projekte.
Die musikalischen Wurzeln von Frank Diez lagen im Blues. Als Jugendlicher beschäftigte er sich intensiv mit den Aufnahmen der American Folk Blues Festivals, die in den 1960er-Jahren internationale Bluesmusiker nach Europa brachten. Mit 16 Jahren begann er selbst Gitarre zu spielen.
Bereits in den frühen Jahren seiner Laufbahn arbeitete er in unterschiedlichen Rockformationen. Zu seinen Stationen gehörten Armaggedon, Atlantis, Karthago, Emergency und Snowball. Die Bands waren Teil einer deutschen Rockszene, die sich zunehmend von klassischen Beat- und Schlagereinflüssen löste und eigene musikalische Ausdrucksformen entwickelte.
Zu den bemerkenswerten Begegnungen seiner Karriere zählten Auftritte und Sessions mit Jimi Hendrix, Chuck Berry und Little Richard. Auch mit dem früheren Animals-Sänger Eric Burdon und dem britischen Bluesmusiker John Mayall stand Diez musikalisch in Verbindung.
Bei Eric Burdon wirkte er unter anderem an den Produktionen „Survivor“ von 1977 und „Last Drive“ von 1980 mit. Seine Diskografie dokumentiert darüber hinaus Arbeiten mit Giorgio Moroder, Donna Summer und weiteren internationalen Künstlern.
Besonders eng blieb Frank Diez mit Peter Maffay verbunden. Mitte der 1970er-Jahre gehörte er zu den Gründungsmitgliedern der Peter-Maffay-Band. Bis 2004 arbeitete er über einen Zeitraum von rund 30 Jahren mit dem Sänger zusammen.
Diez war dabei nicht ausschließlich Gitarrist. Er übernahm auch Aufgaben bei der musikalischen Gestaltung und Produktion. Seine Gitarrenarbeit gehörte zum Klang der Band, mit der sich Maffay zunehmend als Rockmusiker etablierte.
Die gemeinsame Diskografie umfasst zahlreiche Veröffentlichungen. Dazu zählen die Alben „Und es war Sommer“ von 1976, „Steppenwolf“ von 1979, „Revanche“ von 1980 und „Sonne in der Nacht“ von 1985. Auch an Produktionen aus der „Tabaluga“-Reihe war Diez beteiligt, darunter „Tabaluga oder die Reise zur Vernunft“ aus dem Jahr 1983.
Die Verbindung zu Maffay endete nicht mit seinem Ausscheiden aus der festen Bandbesetzung. Bei späteren Konzerten kehrte Diez als Gastmusiker zurück. Dazu gehörten die Tournee 2009 sowie Auftritte im Rahmen der späteren Jubiläums- und Abschiedskonzerte.
Neben seiner langjährigen Arbeit für Peter Maffay war Frank Diez an Produktionen weiterer bekannter deutschsprachiger Künstler beteiligt.
Dazu gehörte Udo Lindenberg. Auf dessen 1979 veröffentlichtem Album „Der Detektiv – Rock Revue II“ ist Diez als Gitarrist in den Besetzungsangaben aufgeführt. Die Platte entstand mit Musikern aus dem Umfeld des Panikorchesters und enthielt deutschsprachige Bearbeitungen international bekannter Songs.
Darüber hinaus arbeitete Diez mit Konstantin Wecker, Milva und anderen Künstlern zusammen. Seine musikalische Tätigkeit beschränkte sich damit nicht auf eine bestimmte Band oder Stilrichtung. Neben Rock und Blues umfasste sie auch Popproduktionen und instrumentale Projekte.
Eine besondere Stellung in seiner Laufbahn nahm das Electric Blues Duo ein, das Frank Diez gemeinsam mit dem britischen Bassisten Colin Hodgkinson gründete.
Die beiden Musiker hatten sich 1986 während einer Zusammenarbeit mit Konstantin Wecker kennengelernt. Aus einem gemeinsamen Auftritt entwickelte sich eine langfristige musikalische Partnerschaft.
Die ungewöhnliche Besetzung mit Gitarre und Bass eröffnete beiden Musikern große Freiheiten. Statt sich auf klassische Bandarrangements zu verlassen, setzten sie auf das unmittelbare Zusammenspiel und ausgedehnte Improvisationen.
Nach Angaben der offiziellen Website von Frank Diez absolvierten die beiden gemeinsam mehr als 1.500 Konzerte im In- und Ausland. Ihre Zusammenarbeit erstreckte sich über mehr als drei Jahrzehnte und führte zu mehreren Veröffentlichungen.
Zu den Tonträgern des Duos zählen „Bitch“, „Make Mine a Double“, „Out on the Highway“ und „The Last Fair Deal“. Die Aufnahmen dokumentieren die musikalische Eigenständigkeit eines Projekts, das über viele Jahre ein wichtiger Bestandteil von Diez‘ Karriere blieb.
Auch unabhängig von bekannten Sängern und Bands verfolgte Frank Diez eigene musikalische Vorstellungen. Mit Gitarrist Alex Conti arbeitete er an der Bärlin Blues Band. Im Jahr 2000 veröffentlichte er außerdem das Soloalbum „Stranded on Fantasy Island“.
Als Produzent war Diez unter anderem für Projekte mit Miller Anderson, der Blues Company und den Telecats tätig. Neben seiner Arbeit im Studio blieb ihm das unmittelbare Musizieren mit anderen Künstlern wichtig.
In einem Interview mit dem Musikmagazin RockTimes vom 28. September 2006 beschrieb er den Blues als musikalischen Ausgangspunkt, zu dem er auch nach Ausflügen in andere Stilrichtungen immer wieder zurückgefunden habe.
Auf die Frage, wie lange er noch aktiv Musik machen wolle, antwortete er damals: „So lange es irgendwie geht.“
Die Aussage verdeutlichte seinen Wunsch, weiterhin als Musiker tätig zu sein. Auch nach mehreren Jahrzehnten im Musikgeschäft beschäftigte er sich mit neuen Bandprojekten und musikalischen Ideen.
Im September 2025 wurde Frank Diez beim 45. Lahnsteiner Bluesfestival mit dem „Blues-Louis“ ausgezeichnet. Der Preis würdigt besondere Verdienste um die Bluesmusik und wird seit 1997 im Rahmen des Festivals vergeben.
Die Stadt Lahnstein hatte Diez im Vorfeld der Veranstaltung als langjährigen Wegbegleiter von Peter Maffay und bedeutenden europäischen Bluesgitarristen gewürdigt.
Die Auszeichnung unterstrich seinen Stellenwert über die deutsche Rockmusik hinaus. Durch seine Zusammenarbeit mit internationalen Künstlern, die zahlreichen eigenen Veröffentlichungen und sein Engagement für den Blues blieb sein musikalisches Wirken nicht auf die Rolle eines Begleitgitarristen beschränkt.
Frank Diez hinterlässt ein umfangreiches musikalisches Werk. Aufnahmen mit Peter Maffay und anderen bekannten Künstlern gehören ebenso dazu wie seine eigenen Bluesproduktionen und die Konzerte des Electric Blues Duo. Mit seinem Tod endet die Laufbahn eines Musikers, der die Entwicklung des deutschen Rock und Blues über Jahrzehnte mitgestaltet hat.
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