Plünderungen und Stornierungen belasten Frankreichs Wirtschaft

Aktienhandel: Kurstafel mit Kursverläufen an der Börse
Quelle: Pixabay, sergeitokmakov

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Die anhaltenden Proteste in Frankreich haben zunehmend wirtschaftliche Folgen. Tausende Geschäfte wurden beschädigt oder geplündert, Hotels verzeichnen Stornierungen und große Handelsketten müssen zusätzliche Sicherheitskosten tragen. Besonders betroffen sind die Innenstädte von Paris und anderen Metropolen. Während die Regierung finanzielle Hilfen bereitstellt, bereiten sich Unternehmen auf weitere Demonstrationen und einen landesweiten Streik Anfang November vor.

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Mindestens 3.000 Geschäfte durch Ausschreitungen betroffen

Nach Angaben des französischen Wirtschaftsministeriums waren bei den Ausschreitungen am 17. und 18. Oktober landesweit mindestens 3.000 Geschäfte von Beschädigungen oder Plünderungen betroffen. Zu den betroffenen Städten gehören Paris, Marseille und Lille. Neben zerstörten Schaufenstern und gestohlenen Waren belasten auch vorübergehende Schließungen die Unternehmen.

Vor den erneuten Demonstrationen am 24. Oktober sicherten zahlreiche Händler ihre Filialen mit Holzplatten und zusätzlichen Wachleuten. In Paris blieben unter anderem Geschäfte von Rolex und De Beers geschlossen. Auch Luxusmarken wie Louis Vuitton, Dior und Hermès verstärkten ihre Sicherheitsmaßnahmen.

Die jüngsten Proteste verliefen überwiegend weniger gewaltsam als eine Woche zuvor. Das französische Innenministerium registrierte am Samstag landesweit 410.000 Demonstrierende. Nach seinem vorläufigen Bericht vom Sonntag wurden 24 Geschäfte geplündert.

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Carrefour rechnet mit erheblichen finanziellen Belastungen

Wie stark die Unruhen einzelne Unternehmen treffen, zeigt die Entwicklung beim französischen Handelskonzern Carrefour. Das Unternehmen senkte am 20. Oktober seine Gewinnprognose für das laufende Jahr.

Finanzvorstand Matthieu Malige bezifferte die möglichen Auswirkungen der Ausschreitungen auf das operative Ergebnis auf 80 bis 200 Millionen Euro. Dazu zählen Schäden an Filialen und Warenbeständen, zusätzliche Sicherheitsausgaben sowie Umsatzausfälle durch Geschäftsschließungen. Nach Angaben von Konzernchef Alexandre Bompard waren bereits am ersten Protestwochenende rund 50 Carrefour-Filialen angegriffen worden.

Carrefour reduzierte zudem seine geplanten Investitionen in Frankreich für 2026 von 1,7 auf 1,6 Milliarden Euro. Die genannten Ergebniseinbußen sind eine Unternehmensschätzung und kein bereits abschließend festgestellter Schaden.

Hotelstornierungen setzen Tourismus unter Druck

Auch Frankreichs Tourismusbranche spürt erste Folgen. Besonders in Paris reagieren Gäste auf die Ausschreitungen und Einschränkungen rund um touristische Sehenswürdigkeiten. Nach Angaben des Beratungsunternehmens MKG Consulting verlangsamte sich die Buchungsentwicklung in Pariser Hotels.

Für Aufenthalte vom 20. bis 29. Oktober verringerte sich der Buchungsvorsprung gegenüber dem Vorjahr zwischen dem 19. und 20. Oktober von einem auf 0,2 Prozentpunkte. Damit lagen die Buchungen weiterhin über dem Vergleichswert von 2025, allerdings nur noch knapp.

Der Tourismusberater Didier Arino von Protourisme schätzte, dass die Ausschreitungen vom 17. Oktober zur Stornierung von ungefähr einem Prozent der Pariser Hotelbuchungen für den Monat geführt hätten. Eine landesweite amtliche Bilanz der touristischen Verluste lag zunächst nicht vor.

Restaurants und Hotels verlangen Unterstützung

Neben dem Einzelhandel kämpfen auch Gastronomiebetriebe mit den Auswirkungen. Der französische Hotel- und Gastronomieverband UMIH meldete beschädigte Schaufenster, Betriebsschließungen und unterbrochene Geschäftsabläufe. Der Verband startete eine Erhebung, um Sachschäden, ausgefallene Buchungen und wirtschaftliche Verluste betroffener Betriebe zu erfassen.

Die französische Regierung kündigte am 20. Oktober mehrere Hilfsmaßnahmen an. Dazu gehören eine vollständig staatlich finanzierte Sonderregelung für Kurzarbeit, mögliche Zahlungsaufschübe bei Steuern und Sozialabgaben sowie zinslose Kredite von bis zu 50.000 Euro. Zusätzlich wurde ein Unterstützungsfonds für kleinere Unternehmen angekündigt. Dessen genaue Zugangsbedingungen waren zunächst noch nicht vollständig festgelegt.

Gewerkschaften rufen für 5. November zum Streik auf

Die wirtschaftliche Unsicherheit könnte anhalten. Französische Gewerkschaften haben für Donnerstag, den 5. November 2026, zu einem landesweiten Streik- und Demonstrationstag aufgerufen. Die Gewerkschaft CGT fordert eine möglichst breite Beteiligung. Im Mittelpunkt stehen höhere Löhne, die Lebenshaltungskosten und die Finanzierung öffentlicher Dienstleistungen.

Bereits für den 31. Oktober sind weitere Demonstrationen angekündigt. Welche Branchen sich am Streiktag tatsächlich beteiligen und in welchem Umfang Verkehr, Handel oder touristische Angebote eingeschränkt werden, war zunächst offen.

Das Auswärtige Amt empfiehlt Reisenden weiterhin, Demonstrationen möglichst zu meiden und die Hinweise der örtlichen Behörden zu beachten. Eine allgemeine Reisewarnung für Frankreich besteht wegen der Proteste nicht.

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