
Der Dialysekonzern Fresenius Medical Care hat im dritten Quartal 2026 zwar seinen Umsatz leicht gesteigert, zugleich aber einen erheblichen Gewinnrückgang verzeichnet. Belastungen durch höhere Personalkosten, regulatorische Veränderungen und die Neuausrichtung des Geschäfts in China wirkten sich auf die Ergebnisse aus. Trotz besser als erwarteter bereinigter Quartalszahlen hat der Konzern am Dienstag, 3. November 2026, seine Prognose für das Gesamtjahr eingeschränkt.
Zwischen Juli und September erzielte Fresenius Medical Care einen Umsatz von 4,94 Milliarden Euro. Das entspricht einem Anstieg um rund ein Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal. Bereinigt um Wechselkurseffekte gingen die Erlöse allerdings um rund ein Prozent zurück.
Deutlich stärker fiel der Rückgang beim Gewinn aus. Das auf die Aktionäre entfallende Konzernergebnis sank von 275 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum auf 160 Millionen Euro. Das entspricht einem Minus von 42 Prozent.
Das operative Ergebnis verringerte sich um 19 Prozent auf 384 Millionen Euro. Ohne Sondereffekte erreichte es 545 Millionen Euro und lag damit nominal rund fünf Prozent unter dem Vorjahreswert von 574 Millionen Euro. Marktbeobachter hatten im Durchschnitt mit einem stärkeren Rückgang gerechnet. Die bereinigten Ergebnisse übertrafen damit die Erwartungen.
Eine wesentliche Ursache für den deutlichen Rückgang des ausgewiesenen Gewinns liegt in der Neuausrichtung des China-Geschäfts. Fresenius Medical Care hat dort die lokale Herstellung und den Vertrieb des älteren Dialysesystems 4008A eingestellt. Außerdem beendet das Unternehmen seine Aktivitäten im Bereich der Bauchfelldialyse in China.
Durch diese Veränderungen entstanden im dritten Quartal einmalige Aufwendungen von 108 Millionen Euro. Sie betreffen insbesondere Wertminderungen, die Entsorgung von Beständen sowie die Beendigung bestehender Verträge.
Der Konzern erklärte, seinen bereits bestehenden Verpflichtungen auf dem chinesischen Markt weiterhin nachzukommen. Die Sonderkosten werden bei der Berechnung des bereinigten operativen Ergebnisses ausgeklammert.
Neben den Veränderungen in China machten sich höhere Personalkosten und gestiegene allgemeine Betriebsausgaben bemerkbar. Hinzu kamen Belastungen durch Erstattungsregelungen im wichtigen US-amerikanischen Gesundheitsmarkt.
Gleichzeitig profitierte Fresenius Medical Care von seinem laufenden Sparprogramm und höheren Vergütungen für bestimmte Dialyseleistungen. Im Bereich der Dialysedienstleistungen stieg das bereinigte operative Ergebnis gegenüber dem Vorjahresquartal um vier Prozent auf 513 Millionen Euro.
Auch das Geschäft mit Dialyseprodukten entwickelte sich beim Umsatz positiv. Der entsprechende Unternehmensbereich Care Enablement steigerte seine Erlöse um sieben Prozent auf rund 1,45 Milliarden Euro.
Das Unternehmen setzt zudem die Einführung des neuen Dialysesystems 5008X in den Vereinigten Staaten fort. Bis Ende September waren 348 amerikanische Kliniken auf das System umgestellt worden. Nach Unternehmensangaben wurden damit bereits mehr als 1,3 Millionen Behandlungen durchgeführt.
Für das Gesamtjahr 2026 wird Fresenius Medical Care vorsichtiger. Das Unternehmen erwartet beim bereinigten operativen Ergebnis, nach Berücksichtigung konstanter Wechselkurse, nun eine Entwicklung zwischen Stagnation und einem Rückgang im mittleren einstelligen Prozentbereich.
Bislang hatte der Konzern innerhalb seiner Prognosespanne auch einen Anstieg des operativen Ergebnisses im mittleren einstelligen Prozentbereich für möglich gehalten. Dieser positive Teil der bisherigen Prognose entfällt nun.
Der neue Vorstandsvorsitzende Shervin J. Korangy begründete die Eingrenzung mit der bisherigen Ergebnisentwicklung und den für das vierte Quartal erwarteten Belastungen. Korangy hatte die Führung des Unternehmens erst wenige Wochen vor der Veröffentlichung der Quartalszahlen übernommen.
Die Umsatzprognose bleibt dagegen unverändert. Fresenius Medical Care rechnet für das Gesamtjahr weiterhin mit Erlösen ungefähr auf Vorjahresniveau. Im Jahr 2025 hatte der Konzern einen Umsatz von rund 19,63 Milliarden Euro erzielt.
In den ersten neun Monaten des Jahres 2026 erwirtschaftete Fresenius Medical Care einen Umsatz von 14,41 Milliarden Euro. Das waren nominal rund ein Prozent weniger als im entsprechenden Vorjahreszeitraum. Das um Sondereffekte bereinigte operative Ergebnis stieg dagegen um fünf Prozent auf 1,58 Milliarden Euro.
Das laufende Transformationsprogramm FME25+ soll die Kostenstruktur des Unternehmens weiter verbessern. Allein im dritten Quartal erzielte Fresenius Medical Care nach eigenen Angaben zusätzliche nachhaltige Einsparungen von 74 Millionen Euro. Für das gesamte Jahr 2026 erwartet der Konzern Einsparungen von 250 Millionen Euro aus dem Programm.
Auch der operative Mittelzufluss entwickelte sich positiv und stieg im dritten Quartal um acht Prozent auf 798 Millionen Euro.
Fresenius Medical Care gehört zu den weltweit größten Anbietern von Dialysedienstleistungen und entsprechender Medizintechnik. Zum 30. September betreute das Unternehmen rund 289.000 Patientinnen und Patienten in 3.512 Dialysekliniken weltweit. Die Entwicklung des Konzerns hängt damit wesentlich von den Gesundheitsmärkten in den Vereinigten Staaten und weiteren internationalen Regionen ab.
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