Friedrich Vorwerk steigert Gewinnkraft und hebt Jahresziele erneut an

Aktienhandel: Kurstafel mit Kursverläufen an der Börse
Quelle: Pixabay, sergeitokmakov

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Der Energieinfrastruktur-Spezialist Friedrich Vorwerk hat im dritten Quartal 2026 neue Rekordwerte bei Umsatz und operativem Ergebnis erreicht. Das Unternehmen aus Tostedt in Niedersachsen profitiert von einer verbesserten Rentabilität und hebt seine Jahresprognose zum zweiten Mal an. Zugleich zeigt die Entwicklung des Auftragsbestands, dass das starke Ergebniswachstum nicht mit einem entsprechenden Zuwachs beim gesamten Projektvolumen einhergeht.

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Operatives Ergebnis steigt um 58 Prozent

Die Friedrich Vorwerk Group erzielte im dritten Quartal 2026 einen Umsatz von 228,3 Millionen Euro. Das entspricht einem Zuwachs von 13 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Deutlich stärker entwickelte sich das operative Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA). Es erhöhte sich von 51,3 Millionen Euro auf 80,9 Millionen Euro und damit um rund 58 Prozent. Sowohl beim Umsatz als auch beim EBITDA erreichte der Konzern nach eigenen Angaben neue Quartalsrekorde.

Die EBITDA-Marge lag rechnerisch bei rund 35,4 Prozent. Ein Jahr zuvor hatte sie 25,4 Prozent erreicht. Als wesentliche Gründe für die höhere Rentabilität nennt Friedrich Vorwerk einen gestiegenen Anteil von Projekten in Arbeitsgemeinschaften sowie eine geringere Materialaufwandsquote. In solchen Arbeitsgemeinschaften arbeiten mehrere Unternehmen gemeinsam an Infrastrukturvorhaben und teilen sich bestimmte Leistungen und Ergebnisse.

Auch in den ersten neun Monaten des Geschäftsjahres setzte Friedrich Vorwerk seinen Wachstumskurs fort. Der Umsatz stieg um zwölf Prozent auf 565,6 Millionen Euro. Das EBITDA erhöhte sich um rund 64 Prozent auf 173,4 Millionen Euro. Die Produktionsleistung einschließlich anteiliger Leistungen aus Arbeitsgemeinschaften wuchs um 40,1 Prozent auf 791,7 Millionen Euro.

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Friedrich Vorwerk erhöht Prognose für 2026 zum zweiten Mal

Angesichts der Geschäftsentwicklung rechnet der Vorstand für das Gesamtjahr inzwischen mit einem EBITDA zwischen 220 und 230 Millionen Euro. Bislang hatte die Prognose bei 180 bis 200 Millionen Euro gelegen. Bezogen auf die jeweiligen Mittelwerte entspricht die neue Erwartung einer Anhebung um rund 18 Prozent.

Auch die Umsatzprognose wird nach oben angepasst. Friedrich Vorwerk erwartet nun Erlöse zwischen 760 und 790 Millionen Euro. Zuvor hatte der Konzern 730 bis 780 Millionen Euro in Aussicht gestellt. Bereits im Juli hatte das Unternehmen seine EBITDA-Prognose nach einem starken ersten Halbjahr erhöht. Die nun veröffentlichten Zahlen markieren damit die zweite Anhebung der Gewinnerwartung innerhalb weniger Monate.

Die höhere Ergebnisprognose bei einer vergleichsweise kleinen Veränderung der Umsatzerwartung verdeutlicht die gestiegene Profitabilität des Unternehmens. Auf Basis der neuen Jahresziele ergibt sich eine erwartete EBITDA-Marge von rund 28 bis 30 Prozent. Die tatsächliche Entwicklung im Schlussquartal bleibt dabei maßgeblich für das Jahresergebnis.

Auftragsbestand sinkt trotz hoher Nachfrage nach Infrastruktur

Während Umsatz und Ergebnis deutlich zulegten, ging der Auftragsbestand gegenüber dem Vorjahr zurück. Zum 30. September 2026 verfügte Friedrich Vorwerk über einen Auftragsbestand von 907,2 Millionen Euro. Ein Jahr zuvor waren es noch 1,10 Milliarden Euro gewesen. Einschließlich der anteiligen Projekte aus Arbeitsgemeinschaften verringerte sich der Bestand von rund 1,54 Milliarden Euro auf 1,25 Milliarden Euro.

Der Auftragseingang im eigentlichen Konzerngeschäft entwickelte sich dagegen positiv. In den ersten neun Monaten erreichte er 451,4 Millionen Euro nach 419 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum. Das gesamte neu akquirierte Projektvolumen einschließlich Arbeitsgemeinschaften sank allerdings von 815,3 Millionen Euro auf 618,1 Millionen Euro. Damit bleibt der Konzern zwar mit umfangreichen Projekten ausgestattet, die Entwicklung der neuen Aufträge fällt jedoch je nach betrachteter Kennzahl unterschiedlich aus.

Friedrich Vorwerk ist auf Energieinfrastruktur für Erdgas, Strom und Wasserstoff spezialisiert. Das Unternehmen gehört zum SDAX und ist damit auch für Anleger im deutschen Nebenwerte-Segment relevant. Zum Ende des dritten Quartals verfügte der Konzern über eine Nettoliquidität von 262,7 Millionen Euro, nach 111,4 Millionen Euro ein Jahr zuvor. Den vollständigen Quartalsbericht will Friedrich Vorwerk am 12. November 2026 veröffentlichen.

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