
In der St. Louise Frauen- und Kinderklinik in Paderborn ist ein Frühgeborenes nach einer bakteriellen Infektion gestorben. Nach Angaben der Klinik vom Samstag, 22. August 2026, wurde bei insgesamt vier Kindern auf der neonatologischen Intensivstation ein Enterobacter-Bakterium nachgewiesen. Ein Kind entwickelte demnach eine Blutvergiftung und starb. Ein weiteres erkranktes Frühgeborenes befindet sich weiterhin in einem ernsten Zustand. Nach Angaben der Klinik vom Samstagvormittag hatte sich sein Gesundheitszustand jedoch verbessert. Außer Lebensgefahr sei das Kind noch nicht. Bei zwei weiteren Kindern wurde der Erreger nachgewiesen, ohne dass sie nach Angaben der Klinik derzeit entsprechende Krankheitssymptome zeigen.
Nach Bekanntwerden der Fälle hat die Klinik die Sicherheits- und Hygienemaßnahmen auf der neonatologischen Intensivstation nach eigenen Angaben deutlich verstärkt. Neue Kinder werden derzeit nicht regulär auf der betroffenen Station aufgenommen. Die medizinische Versorgung von Notfällen bleibt nach Klinikangaben sichergestellt. Das Krankenhaus arbeitet bei der Untersuchung des Geschehens mit dem zuständigen Gesundheitsamt, der Krankenhaushygiene und der Mikrobiologie zusammen. Auch die Polizei wurde informiert. Nach Angaben eines Polizeisprechers handelt es sich dabei um ein übliches Vorgehen in einem solchen Fall. Unmittelbare polizeiliche Maßnahmen waren nach dem am Samstag bekannten Stand zunächst nicht vorgesehen.
Woher der Erreger stammt und auf welchem Weg er zu den betroffenen Kindern gelangt sein könnte, war am Samstag zunächst nicht geklärt. Nach Darstellung der Klinik seien bei der Aufnahme der Kinder zunächst keine entsprechenden Erreger nachgewiesen worden. Der Nachweis sei erst im weiteren Verlauf erfolgt. Deshalb würden verschiedene mögliche Übertragungswege untersucht. Außerdem werde mikrobiologisch geprüft, ob bei allen betroffenen Kindern derselbe Erreger beziehungsweise ein übereinstimmender Bakterienstamm vorliege. Eine bestätigte gemeinsame Quelle für die Fälle gab es zunächst nicht. Auch ein bestimmter Übertragungsweg war nach dem veröffentlichten Stand nicht nachgewiesen.
Bei dem festgestellten Bakterium handelt es sich nach Angaben der Klinik um einen Erreger aus der Gattung Enterobacter. Diese Bakterien kommen weit verbreitet in der Umwelt vor und gehören auch zur normalen menschlichen Darmflora. Ein Nachweis bedeutet daher nicht automatisch, dass eine Erkrankung vorliegt. Problematisch können solche Bakterien werden, wenn sie bei besonders gefährdeten Menschen in Körperbereiche gelangen, in denen sie Infektionen auslösen können. Dazu zählt unter anderem der Blutkreislauf. Die Klinik teilte mit, dass der in Paderborn bislang nachgewiesene Erreger nicht als multiresistent eingestuft werde.
Frühgeborene gehören zu den Patientengruppen, bei denen bakterielle Infektionen einen schweren Verlauf nehmen können. Ihre körpereigene Infektionsabwehr ist noch nicht vollständig entwickelt. Auf neonatologischen Intensivstationen benötigen viele dieser Kinder außerdem medizinische Zugänge, Katheter oder andere invasive Behandlungen. Dadurch können zusätzliche Eintrittsmöglichkeiten für Mikroorganismen entstehen. Aus diesem Grund gelten auf solchen Stationen besonders strenge Vorgaben zur Infektionsprävention und zur mikrobiologischen Überwachung. Ein Erregernachweis wird dabei von einer tatsächlichen Infektion unterschieden. Das zeigt sich auch im aktuellen Fall: Nach Angaben der Klinik zeigten zwei der vier Kinder trotz des Nachweises des Enterobacter-Bakteriums bislang keine entsprechenden Krankheitssymptome.
Die Bakterien-Infektion auf der Frühchenstation in Paderborn wird damit weiterhin medizinisch und hygienisch untersucht. Offiziell bestätigt war am Samstag, 22. August, dass bei vier Kindern ein Enterobacter-Bakterium festgestellt wurde und ein Frühgeborenes nach einer Sepsis gestorben ist. Bei einem weiteren Kind hatte sich der Gesundheitszustand nach Angaben der Klinik verbessert, eine Entwarnung gab es jedoch noch nicht. Zwei weitere Kinder trugen den Erreger nach Klinikangaben ohne entsprechende Symptome. Unklar blieb zunächst, ob sämtliche Nachweise auf eine gemeinsame Quelle zurückzuführen sind und wie eine mögliche Übertragung stattgefunden haben könnte. Weitere Aussagen zu Ursache oder Verantwortlichkeit lassen sich aus dem bislang bestätigten Untersuchungsstand nicht ableiten.
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