81 Jahre nach der Befreiung: Gedenken in Buchenwald bei Weimar

Gedenken Buchenwald Weimar Gedenkfeier
Tatiana Rodriguez

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Das Gedenken an die Befreiung des Konzentrationslagers Buchenwald bei Weimar ist weitgehend ohne größere Störungen verlaufen, obwohl es im Vorfeld mehrere Kontroversen gegeben hatte. Im Mittelpunkt der Veranstaltung standen die Erinnerung an die Opfer des Lagers, der Auftritt von Hape Kerkeling mit dem Verweis auf das Schicksal seines Großvaters sowie Debatten um Proteste und Redebeiträge. Der Jahrestag erinnerte daran, dass US-Truppen das Lager am 11. April 1945 erreichten.

Hape Kerkeling erinnert an das Schicksal seines Großvaters

Besondere Aufmerksamkeit erhielt der Beitrag von Hape Kerkeling, der mit einer persönlichen Familiengeschichte an die Geschichte des Lagers anknüpfte. Nach Medienberichten erinnerte er an seinen Großvater Hermann, der wegen Flugblättern gegen Hitler 1942 nach Buchenwald gebracht worden war. Kerkeling stellte damit nicht nur ein individuelles Schicksal in den Mittelpunkt, sondern verband seine Rede auch mit einem Appell, die Auseinandersetzung mit der NS-Zeit und ihren Folgen nicht als abgeschlossen zu betrachten.

Dass in diesem Jahr kein Überlebender auf der Bühne sprach, markierte eine weitere Besonderheit der Gedenkveranstaltung. Hintergrund waren Einschränkungen im Flugverkehr aus Israel. Vor Ort waren nach den vorliegenden Berichten dennoch zwei ehemalige Häftlinge anwesend: der 98 Jahre alte Alojzy Maciak aus Polen und der 99-jährige Andrej Moiseenko aus Belarus. Ihre Anwesenheit verlieh der Veranstaltung zusätzliches Gewicht, auch ohne eigenen Redebeitrag.

Proteste, Kritik an Weimer und der historische Hintergrund

Bereits vor dem Jahrestag war die Gedenkfeier von Auseinandersetzungen begleitet worden. Propalästinensische Aktivisten hatten Proteste angekündigt. Eine Kundgebung direkt an der Gedenkstätte wurde jedoch gerichtlich untersagt. Bei der eigentlichen Feier blieb es nach den Berichten ohne größere Zwischenfälle. Lediglich am Bahnhof versammelte sich laut Polizei eine kleinere Gruppe aus dem propalästinensischen Spektrum, während es in Weimar zudem eine proisraelische Demonstration gab.

Unruhe gab es zudem bei der Rede von Kulturstaatsminister Wolfram Weimer. Während seines Auftritts kam es zu Zwischenrufen und Gesang. Auch inhaltlich wurde Kritik an ihm laut. Damit bekam die Gedenkveranstaltung neben dem stillen Erinnern auch eine politische Ebene. Die historische Dimension des Ortes bleibt davon unberührt: In Buchenwald waren zwischen 1937 und 1945 mehr als 250.000 Menschen inhaftiert, rund 56.000 starben dort oder wurden von der SS getötet. Nach Kriegsende nutzte auch die sowjetische Besatzungsmacht Teile des Geländes ab August 1945 als Speziallager.

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