Gladbachs Krise verschärft sich: Sechs Ausfälle und ein Trainer unter Druck

Das Bild zeigt eine Lupe, die etwas sucht und symbolisiert eine Internetsuche
Symbolbild mit KI erstellt

Teilen:

Borussia Mönchengladbach kommt auch nach dem Trainerwechsel nicht aus der sportlichen Krise. Nach der 1:2-Niederlage beim 1. FC Köln steht der Traditionsverein mit null Punkten aus fünf Bundesligaspielen auf dem letzten Tabellenplatz. Für den neuen Trainer Alexander Blessin wird die Aufgabe zusätzlich durch erhebliche Personalprobleme erschwert. Gleich sechs Profis fehlten im Derby verletzungsbedingt. Während bei Ko Itakura inzwischen eine genaue Diagnose vorliegt, hofft der Verein bei Kapitän Tim Kleindienst auf eine baldige Rückkehr. Auch der frühere Gladbacher Manager Max Eberl hat sich zur angespannten Situation seines ehemaligen Vereins geäußert.

Anzeige

Sechs verletzte Spieler fehlen Borussia Mönchengladbach

Die angespannte Personalsituation betrifft mehrere Mannschaftsteile. Besonders schwer wiegen die Ausfälle von Kapitän Tim Kleindienst, Verteidiger Ko Itakura und Offensivspieler Franck Honorat. Hinzu kommen drei längerfristig verletzte Profis, die sich weiterhin in der Rehabilitation befinden.

Nach der offiziellen Aufstellung und dem Spielbericht von Borussia Mönchengladbach fehlten am Sonntag folgende sechs Spieler:

Tim Kleindienst: Muskuläre Beschwerden. Eine genaue Diagnose oder verbindliche Ausfalldauer veröffentlichte der Verein zunächst nicht.

Anzeige

Ko Itakura: Muskelfaserriss im linken mittleren Gesäßmuskel. Die Verletzung zog sich der japanische Nationalspieler während seines Einsatzes bei der Nationalmannschaft zu.

Franck Honorat: Muskelverletzung, die er sich während der Länderspielpause im Training zuzog. Ein konkreter Rückkehrtermin wurde nicht genannt.

Jens Castrop: Rehabilitation nach einer Schulteroperation. Der Mittelfeldspieler arbeitet weiter an seinem Comeback.

Enzo Leopold: Kreuzbandriss. Der Mittelfeldspieler zählt zu den längerfristigen Ausfällen.

Nicolas Kühn: Muskelbündelriss. Auch der Offensivspieler befindet sich weiterhin in der Rehabilitation.

Die Angaben zu den Verletzungen stammen vom Verein selbst. Konkrete Daten für die Rückkehr aller sechs Profis wurden bis Montag, 12. Oktober, nicht veröffentlicht.

Ko Itakura verletzt sich bei Japans Nationalmannschaft

Besonders konkret ist inzwischen die Diagnose bei Ko Itakura. Der 29 Jahre alte Innenverteidiger erlitt nach Vereinsangaben einen Muskelfaserriss im linken mittleren Gesäßmuskel. Die genaue Bezeichnung der betroffenen Muskelregion ist ungewöhnlich für eine öffentliche Verletzungsmeldung im Profifußball, medizinisch bezeichnet sie jedoch eine klar eingegrenzte Verletzung.

Für Gladbach fällt damit ein Spieler aus, der in der Defensive eine wichtige Rolle übernehmen soll. Itakura war im Sommer 2026 von Ajax Amsterdam zur Borussia gewechselt. Noch beim vorherigen Bundesligaspiel gegen Mainz 05 hatte der japanische Nationalspieler in der Startelf gestanden.

Im Derby gegen Köln rückte Daiki Hashioka in die Defensive. Wann Itakura wieder uneingeschränkt trainieren und spielen kann, blieb zunächst offen. Eine verbindliche Prognose zur Dauer seiner Pause gab der Verein nicht bekannt.

Hoffnung bei Tim Kleindienst trotz erneuter Pause

Auch die Situation von Tim Kleindienst beschäftigt die Borussia. Der Kapitän hatte nach früheren Knieproblemen bereits längere Verletzungsphasen hinter sich. Zuletzt war er jedoch wieder auf dem Spielfeld zurückgekehrt und hatte am 3. Oktober im Testspiel gegen seinen ehemaligen Trainerklub FC St. Pauli sogar den Gladbacher Führungstreffer erzielt.

In der Vorbereitung auf das Köln-Spiel musste Kleindienst eine Trainingseinheit vorsichtshalber vorzeitig beenden. Trainer Alexander Blessin zeigte sich auf der Pressekonferenz am Freitag noch zuversichtlich, dass sowohl Kleindienst als auch Itakura rechtzeitig einsatzfähig werden könnten. Diese Hoffnung erfüllte sich nicht.

Am Sonntag fehlte Kleindienst wegen muskulärer Beschwerden vollständig im Kader. Ob er bereits gegen die TSG Hoffenheim wieder zur Verfügung stehen kann, war zunächst nicht bestätigt. Die aktuellen Beschwerden dürfen dabei nicht automatisch mit seinen früheren Knieverletzungen gleichgesetzt werden.

Blessin sieht Fortschritte, Schröder fordert Zusammenhalt

Für Alexander Blessin war das Derby in Köln das erste Bundesligaspiel als Cheftrainer von Borussia Mönchengladbach. Trotz der erneuten Niederlage hob der 53-Jährige anschließend die Einsatzbereitschaft seiner Mannschaft hervor.

Blessin verwies darauf, dass sein Team den vorgesehenen Spielplan über längere Phasen umgesetzt habe. Besonders die Bereitschaft zur Defensivarbeit und das Verhalten nach Rückschlägen bewertete er positiv. Gleichzeitig räumte er ein, dass die Mannschaft nach der Halbzeit zeitweise zu passiv gewesen sei.

Sportchef Rouven Schröder äußerte sich ähnlich. Er sah insbesondere in der ersten Halbzeit Ansätze der Spielweise, die Blessin etablieren möchte. Als entscheidendes Problem benannte Schröder die schwächere Phase nach der Pause. Beide Verantwortlichen betonten nach der Partie, dass die Mannschaft trotz des Ergebnisses geschlossen aufgetreten sei.

Schröder zeigte sich überzeugt, dass die Mannschaft aus der schwierigen Situation herausfinden könne. Dazu müsse der Verein gemeinsam weiterarbeiten.

Keine neue Trainerentscheidung bei Borussia bestätigt

Die sportliche Krise hat bereits zu einem Trainerwechsel geführt. Eugen Polanski musste nach dem misslungenen Saisonstart gehen. Zwischenzeitlich betreute Jan-Moritz Lichte die Mannschaft, bevor Alexander Blessin am 22. September offiziell übernahm.

Der frühere Trainer des FC St. Pauli unterschrieb einen Vertrag bis 2028. Bei seiner Vorstellung hatte Sportchef Rouven Schröder ausdrücklich betont, dass der Verein langfristig mit Blessin plane. Gesucht worden sei kein Trainer ausschließlich für eine kurzfristige Rettungsmission.

Eine Änderung dieser grundsätzlichen Planung wurde nach der Niederlage in Köln nicht bekannt gegeben. Auch eine neue Entscheidung über Blessins Zukunft wurde von den Gladbacher Verantwortlichen nicht angekündigt.

Damit liegt die unmittelbare Aufgabe weiterhin beim neuen Trainer: Er soll die Defensive stabilisieren, den Spielern feste Abläufe vermitteln und möglichst schnell die ersten Punkte holen.

Max Eberl äußert sich zur Gladbacher Krise

Auch Max Eberl verfolgt die Entwicklung bei Borussia Mönchengladbach. Der heutige Sportvorstand des FC Bayern München war insgesamt 23 Jahre für die Borussia tätig und prägte den Verein über viele Jahre als sportlich Verantwortlicher.

Am Montag, 12. Oktober, äußerte sich Eberl vor dem Abflug des FC Bayern zum Champions-League-Spiel bei Viking Stavanger in Norwegen. Wie die Deutsche Presse-Agentur berichtete, hatte er das Derby am Sonntag vollständig verfolgt.

Eberl bezeichnete die Lage seines früheren Vereins als schwierig, zeigte sich aber zuversichtlich, dass die Verantwortlichen geeignete Lösungen finden würden. Gleichzeitig appellierte er an das Gladbacher Umfeld, die sportliche Realität anzuerkennen. Statt früheren Erfolgen oder großen Erwartungen nachzuhängen, müsse die Konzentration zunächst darauf liegen, den Tabellenkeller zu verlassen.

Eine persönliche Kritik an Alexander Blessin oder eine Forderung nach einem weiteren Trainerwechsel formulierte Eberl dabei nicht. Seine Aussagen richteten sich vielmehr auf die Gesamtsituation des Vereins und die Erwartungen an dessen sportliche Entwicklung.

Kaderumbruch und Verletzungen erschweren den Neustart

Die derzeitige Situation ist auch vor dem Hintergrund der personellen Veränderungen im Sommer zu betrachten. Borussia Mönchengladbach verlor mit Rocco Reitz, der zu RB Leipzig wechselte, und Innenverteidiger Nico Elvedi, der sich Leeds United anschloss, zwei wichtige Spieler.

Im Gegenzug kamen unter anderem Ko Itakura, Enzo Leopold, Isac Lidberg und Nicolas Kühn. Die sportliche Integration mehrerer Neuzugänge fällt nun mit dem Trainerwechsel und der anhaltenden Verletzungsserie zusammen.

Gerade die Ausfälle von Itakura, Leopold und Kühn treffen damit auch drei Spieler, die erst zur laufenden Saison zum Kader gestoßen sind. Gleichzeitig fehlen mit Kleindienst und Honorat zwei erfahrene Offensivkräfte.

Im Derby setzte Blessin unter anderem auf Isac Lidberg, Robin Hack und Hugo Bolin. Später erhielten auch junge Spieler wie Wael Mohya, Fritz Fleck und Zento Uno Einsatzzeit. Fleck und Uno feierten dabei ihr Bundesligadebüt. Die personelle Situation erhöht somit den Stellenwert von Spielern, die bislang weniger Erfahrung auf höchstem Niveau gesammelt haben.

Nächstes Heimspiel gegen Hoffenheim

Für Borussia Mönchengladbach steht am Sonntag, 18. Oktober, das nächste Bundesligaspiel auf dem Programm. Im heimischen Borussia-Park empfängt die Mannschaft die TSG Hoffenheim.

Bis dahin richtet sich der Blick auf die verletzten Spieler und die weitere Trainingsarbeit unter Blessin. Besonders die Verfügbarkeit von Kleindienst und Itakura könnte Einfluss auf die personellen Möglichkeiten des Trainers haben. Bei den übrigen Ausfällen sind ebenfalls die weiteren Genesungsverläufe entscheidend.

Nach fünf Niederlagen zum Saisonauftakt steht Gladbach bereits früh unter erheblichem sportlichem Druck. Der neue Trainer soll nun mit einem durch Verletzungen geschwächten Kader für Stabilität sorgen und verhindern, dass der Abstand zu den Mannschaften außerhalb der Abstiegsplätze weiter wächst.

Texte werden mit Unterstützung von KI-Tools erstellt und vor Veröffentlichung redaktionell geprüft. Mehr dazu