
Beim FC Bayern München zeichnet sich vor dem nächsten Champions-League-Spiel ein Wechsel im Tor ab. Manuel Neuer hat nach dem Bundesliga-Unentschieden beim FC Augsburg Beschwerden am Fuß gemeldet und soll beim Auswärtsspiel gegen Viking Stavanger am Dienstag, 13. Oktober 2026, nicht zum Einsatz kommen. Stattdessen wird voraussichtlich Jonas Urbig zwischen den Pfosten stehen. Trainer Vincent Kompany bestätigte die gesundheitlichen Probleme des 40-jährigen Kapitäns am Montag. Der Wechsel fällt in eine Phase, in der nach Neuers Fehlern gegen Augsburg verstärkt über die Zukunft im Bayern-Tor diskutiert wird. Eine sportliche Entscheidung gegen Neuer ist damit allerdings nicht verbunden.
Die Probleme des Bayern-Kapitäns wurden nach dem 2:2 gegen den FC Augsburg am vergangenen Samstag bekannt. Wie Kompany auf der Pressekonferenz in Stavanger erklärte, hatte Neuer nach der Partie Beschwerden am Fuß angegeben. Daraufhin verzichtete der Torhüter auf Trainingseinheiten. Auch beim Abschlusstraining am Montag in Norwegen fehlte er.
Kompany stellte klar, dass medizinische Überlegungen für die Torwartentscheidung ausschlaggebend seien. Angesichts der Beschwerden wolle der Verein kein unnötiges Risiko eingehen. Gleichzeitig äußerte sich der Trainer vorsichtig optimistisch, dass es sich nicht um eine schwerwiegende gesundheitliche Beeinträchtigung handelt.
Eine genaue Diagnose hat der FC Bayern bislang nicht veröffentlicht. Während das Fußballportal 90min die Beschwerden als Fußverletzung bezeichnet, wollte Kompany die Probleme nach Angaben von SPORT1 zunächst noch nicht ausdrücklich als Verletzung einstufen. Auch eine konkrete Ausfallzeit wurde nicht genannt.
Unklar blieb am Montag zudem, ob Neuer gegen Stavanger zumindest als Ersatzspieler zum Kader gehören wird. Für die Anfangsformation rechnet Kompany dagegen mit Urbig. Wann Neuer wieder vollständig trainieren und spielen kann, hängt von der weiteren Entwicklung seiner Beschwerden ab.
Mit Jonas Urbig erhält der 23 Jahre alte Torhüter eine weitere Bewährungsmöglichkeit auf internationaler Bühne. Der frühere Kölner wechselte im Januar 2025 zum FC Bayern und besitzt einen Vertrag bis zum 30. Juni 2029. Innerhalb der Münchner Torwartgruppe gilt er als langfristiger Kandidat für die Nachfolge von Manuel Neuer.
Urbig hat bereits Erfahrungen in der Champions League gesammelt. Sein Debüt für die Münchner gab er im März 2025 ausgerechnet nach einer Verletzung Neuers im Achtelfinalspiel gegen Bayer Leverkusen. Seitdem hat er weitere Einsätze in unterschiedlichen Wettbewerben absolviert und sich zunehmend als Vertreter der langjährigen Nummer eins etabliert.
In der laufenden Saison stand Urbig bisher zweimal für Bayern im Tor. Beim 4:1 im DFB-Pokal gegen den VfL Osnabrück und beim 2:1 in der Bundesliga gegen die SV Elversberg kam er zum Einsatz. In Stavanger würde er nun erstmals in dieser Spielzeit in der Champions League beginnen.
Kompany lobte am Montag die Entwicklung des jungen Schlussmanns. Dessen bisherige Einsatzzeiten entsprächen den Vorstellungen des Vereins. Auch seine jüngsten Auftritte in der deutschen Nationalmannschaft wertete der Trainer als Zeichen seiner Fortschritte. Zum Torwartteam gehört außerdem Sven Ulreich, der weiterhin als erfahrener Ersatz zur Verfügung steht.
Unabhängig von den Fußbeschwerden steht Manuel Neuer nach seinem jüngsten Bundesliga-Auftritt unter besonderer Beobachtung. Beim 2:2 gegen Augsburg am 10. Oktober verursachte der Weltmeister von 2014 einen ungewöhnlichen Gegentreffer unmittelbar nach Spielbeginn.
Nach einem Rückpass versuchte Neuer, den heranstürmenden Augsburger Robin Fellhauer zu überwinden. Der Gegenspieler fing den Ball jedoch ab und erzielte nach nur 8,4 Sekunden die Führung. Damit fiel das schnellste Tor in der Geschichte der Fußball-Bundesliga. Neuer übernahm anschließend die Verantwortung für seinen Fehler.
Auch beim zweiten Gegentor durch Rodrigo Ribeiro in der 64. Minute hinterließ der Bayern-Kapitän keinen überzeugenden Eindruck. Einen Abschluss von Cedric Brackelmann wehrte Neuer ab, den Nachschuss verwertete Ribeiro. Die Münchner erreichten durch Treffer von Ismael Saibari und Nathaniel Brown noch ein Unentschieden.
Nach dem Spiel verteidigte Kompany seinen Torhüter. Neuer verfüge über genügend Erfahrung, um mit solchen Situationen umzugehen. Ein einzelner Fehler ändere nichts am grundsätzlichen Vertrauen des Trainers.
Auch Sportvorstand Max Eberl stellte nach der Partie ausdrücklich klar, dass der Verein seine Torwartplanung nicht aufgrund des Fehlers verändern werde. Neuer bleibe die Nummer eins des FC Bayern. Gleichzeitig betonte Eberl die positive Entwicklung von Jonas Urbig, der zunehmend Spielpraxis erhalten soll.
Die Münchner verfolgen damit weiterhin ein Modell, das auf Erfahrung und schrittweisen Übergang setzt. Neuer soll seine Rolle als Stammtorhüter ausfüllen, während Urbig an zusätzliche Verantwortung herangeführt wird. Nach Angaben von Vereinspräsident Herbert Hainer ist vorgesehen, dass der jüngere Keeper in der laufenden Saison mehr Einsätze erhält als in der vergangenen Spielzeit. Damals absolvierte Urbig 20 Pflichtspiele für Bayern.
Die Diskussion über den richtigen Zeitpunkt für einen Generationswechsel wird dennoch weitergeführt. Der frühere Nationalspieler Steffen Freund sprach sich in der Sendung Sky90 dafür aus, Urbig bereits im Laufe dieser Saison zur Nummer eins zu machen. Rekordnationalspieler Lothar Matthäus lobte ebenfalls Urbigs Entwicklung, machte den Zeitpunkt einer möglichen Ablösung aber auch von Neuers weiteren Leistungen abhängig.
Eine andere Position vertritt die frühere Bayern-Torwartlegende Sepp Maier. Der Weltmeister von 1974 hält die Kritik an Neuer für überzogen und warnt davor, dessen Fähigkeiten allein aufgrund seines Alters oder einzelner Fehler infrage zu stellen.
Für die längerfristige Personalplanung ist auch Neuers Vertrag entscheidend. Der inzwischen 40-Jährige verlängerte seine Zusammenarbeit mit Bayern erst im Mai 2026 um ein weiteres Jahr bis zum 30. Juni 2027. Der Verein bestätigte damals gleichzeitig die Vertragsverlängerung von Sven Ulreich.
Bei der Bekanntgabe beschrieb Eberl die Zusammenarbeit von Neuer, Urbig und Ulreich als bewusst gewählte Lösung für die künftige Besetzung der Torwartposition. Die beiden erfahrenen Keeper sollen Urbig auf seinem Weg begleiten und unterstützen.
Neuer spielt seit 2011 für den deutschen Rekordmeister und ist seit 2017 Mannschaftskapitän. Er gewann mit Bayern unter anderem zweimal die Champions League und zahlreiche nationale Titel. Sein Einfluss auf den Verein reicht damit weit über die aktuelle sportliche Situation hinaus.
Ob der Torhüter seine Karriere nach Ablauf des aktuellen Vertrags beenden oder noch einmal verlängern wird, ist nicht verbindlich geklärt. Der FC Bayern hat keinen vorgezogenen Wechsel zur neuen Nummer eins angekündigt.
Das Auswärtsspiel gegen Viking Stavanger beginnt am Dienstag um 21 Uhr in der norwegischen Lyse Arena. Die Partie ist für Bayern das zweite Spiel der Champions-League-Ligaphase 2026/27. Zum Auftakt hatten die Münchner den norwegischen Vertreter FK Bodø/Glimt mit 5:0 besiegt.
Eine Besonderheit in Stavanger ist der Kunstrasen. Deshalb verlegte der FC Bayern sein Abschlusstraining nach Norwegen, um sich unmittelbar vor Ort auf die Bedingungen vorzubereiten. Abgesehen von Jamal Musiala, der nach einem Muskelfaserriss im Aufbautraining steht, reiste der Kader weitgehend vollständig an.
Nach der Champions-League-Partie wartet am Samstag, 17. Oktober, das Bundesliga-Heimspiel gegen RB Leipzig. Bereits am Mittwoch, 21. Oktober, empfängt Bayern den FC Arsenal in der europäischen Königsklasse.
Ob Manuel Neuer bis dahin wieder zur Verfügung steht, war am Montagabend offen. Für Jonas Urbig bietet sich in Stavanger zunächst die Gelegenheit, weitere Erfahrung auf höchstem europäischen Vereinsniveau zu sammeln. An der grundsätzlichen Torwarthierarchie der Münchner hat sich durch Neuers aktuelle Beschwerden bislang nichts geändert.
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