Gold und Silber geraten weiter unter Druck

Überfall auf eine Goldschmiede in Greven: Maskierter Täter bedroht Mitarbeiterin mit Pistole und flüchtet mit Schmuck.
Symbolbild: Zlaťáky.cz

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Gold und Silber stehen weiter stark unter Druck. Zum Wochenstart setzt sich die Schwäche am Edelmetallmarkt fort, nachdem bereits die Vorwoche von deutlichen Verlusten geprägt war. Eine Feinunze Gold kostet am Montagmorgen noch 4.277 Dollar, Silber liegt bei rund 64 Dollar je Feinunze. Damit haben sich Goldpreis und Silberpreis deutlich von ihren Höchstständen Ende Januar entfernt. Damals hatte Gold noch bei 5.595 Dollar notiert, Silber bei mehr als 121 Dollar. Die Entwicklung zeigt, wie stark Edelmetalle unter Druck geraten sind, obwohl das Umfeld mit geopolitischen Spannungen eigentlich als stützend gelten könnte.

Starke Verluste trotz unsicherer Weltlage

Besonders auffällig ist, dass die Verluste bei Gold und Silber in eine Phase fallen, in der viele Anleger eigentlich mit stabilen oder sogar steigenden Notierungen gerechnet hätten. Hintergrund ist die angespannte Lage an den Märkten, die unter anderem vom Iran-Krieg, hohen Energiepreisen und zunehmender Unsicherheit über die weitere Konjunkturentwicklung geprägt ist. In klassischen Krisenphasen profitieren Edelmetalle häufig davon, dass Anleger Sicherheit suchen. Genau dieses Muster zeigt sich derzeit jedoch nur eingeschränkt.

Stattdessen dominiert offenbar ein anderes Marktverhalten. Viele Investoren ziehen Gewinne aus Positionen ab, die über längere Zeit deutlich im Plus lagen. Das betrifft vor allem Anlagen, die in den vergangenen Monaten stark gestiegen waren. Gold hatte in der vergangenen Woche die schwächste Wochenentwicklung seit 15 Jahren verzeichnet. Zugleich steuert das Edelmetall auf den schwächsten Monat seit der Finanzkrise 2008 zu. Auch Silber geriet massiv unter die Räder und hat seit seinem Hoch inzwischen fast die Hälfte seines Wertes verloren.

Diese Entwicklung spricht für ein Marktumfeld, in dem Anleger Liquidität schaffen und Gewinne sichern wollen. Wenn Unsicherheit an vielen Fronten steigt, werden oft nicht nur schwache Positionen verkauft. Häufig geraten gerade die Werte unter Druck, die zuvor besonders gut gelaufen sind. Genau dieses Muster scheint sich derzeit bei Gold und Silber zu zeigen.

Energiepreise und Zinssorgen belasten den Edelmetallmarkt

Ein zentraler Belastungsfaktor sind die weiter hohen Energiepreise. Sie schüren Inflationssorgen und nähren die Befürchtung, dass die Hoffnung auf sinkende Zinsen zu früh gewesen sein könnte. Teilweise rückt inzwischen sogar wieder das Szenario möglicher Zinserhöhungen in den Fokus. Für den Edelmetallmarkt ist das eine problematische Entwicklung, denn Gold und Silber konkurrieren in solchen Phasen stärker mit verzinslichen Anlagen.

Steigen die Renditen am Anleihemarkt oder bleiben sie auf hohem Niveau, verlieren Edelmetalle einen Teil ihrer Attraktivität. Gold wirft keine laufenden Erträge ab und steht deshalb besonders unter Druck, wenn sichere Zinsanlagen wieder interessanter werden. Der Rückgang bei Gold und Silber ist damit nicht nur Ausdruck allgemeiner Nervosität, sondern auch eine Reaktion auf veränderte Zinserwartungen. Hohe Energiepreise wirken in diesem Zusammenhang wie ein Verstärker, weil sie Inflationsrisiken erhöhen und den geldpolitischen Spielraum der Notenbanken begrenzen können.

Gleichzeitig deutet vieles darauf hin, dass am Markt derzeit eine klare „Sell-the-winners“-Tendenz vorherrscht. Anleger verkaufen bevorzugt Werte, mit denen sich bis vor Kurzem noch ordentliche Gewinne realisieren ließen. Für Gold und Silber ist das kurzfristig belastend. Mittel- bis langfristig könnte sich das Bild jedoch wieder drehen, wenn sich die Krise verschärft und Gold erneut stärker als stabilisierender Baustein in Portfolios gefragt wird.

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Wichtige Marken bei Gold und Silber rücken in den Fokus

Nach dem deutlichen Rückgang rücken nun charttechnisch wichtige Unterstützungszonen in den Mittelpunkt. Bei Gold liegt eine erste entscheidende Marke am Januartief bei 4.274 Dollar. Diese Zone wurde mit dem aktuellen Preisniveau beinahe erreicht. Darunter richtet sich der Blick auf die psychologisch wichtige Schwelle von 4.000 Dollar. Eine weitere relevante Unterstützung verläuft am Oktobertief 2025 bei 3.887 Dollar.

Auch bei Silber achten Marktteilnehmer auf markante Preisbereiche. Eine wichtige Zone liegt im Bereich des Dezembertiefs 2025 bei gut 56 Dollar. Hinzu kommt das Oktoberhoch 2025 bei 54,50 Dollar, das nun ebenfalls als möglicher Unterstützungsbereich gilt. Solche Marken spielen an der Börse eine wichtige Rolle, weil sie Hinweise darauf geben können, ob eine Korrektur allmählich ausläuft oder ob weiterer Verkaufsdruck droht.

Trotz der aktuellen Schwäche bleibt Gold für viele Investoren ein klassischer Krisenwert. Die derzeitige Entwicklung zeigt allerdings, dass auch Edelmetalle in Phasen breiter Marktverunsicherung nicht automatisch als sicherer Hafen funktionieren. Kurzfristig stehen Goldpreis und Silberpreis damit weiter unter Druck. Ob daraus später wieder eine Kaufchance entsteht, dürfte vor allem davon abhängen, wie sich Energiepreise, Zinserwartungen und die geopolitische Lage in den kommenden Wochen entwickeln.

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