Gold nähert sich 4.600 Dollar: Was die Rally im August treibt

Aktienhandel: Kurstafel mit Kursverläufen an der Börse
Quelle: Pixabay, sergeitokmakov

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Der Goldpreis hat im August kräftig zugelegt und sich wieder der Marke von 4.600 US-Dollar je Feinunze angenähert. Am Donnerstag, 27. August 2026, lag der Preis für eine Feinunze am internationalen außerbörslichen Spotmarkt um 13.54 Uhr New Yorker Zeit bei 4.607,90 Dollar. Das waren 0,4 Prozent mehr als am Vortag. Der Dezember-Future auf Gold an der US-Terminbörse COMEX, die zur CME Group gehört, schloss bei 4.664 Dollar je Feinunze. Damit hat sich die Goldpreis-Rally im August 2026 nach einem Rücksetzer zur Monatsmitte wieder gefestigt.

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Verglichen mit einem Spotkurs von rund 4.055 Dollar am frühen 4. August lag Gold zuletzt etwa 13,6 Prozent höher. Die häufig genannte Größenordnung von rund 14 Prozent für die Entwicklung im August ist damit nachvollziehbar. Sie hängt allerdings vom gewählten Ausgangszeitpunkt und Kursfixing ab.

Schwächerer Dollar und Renditen stützen Gold

Mehrere Faktoren haben die Aufwärtsbewegung im August unterstützt. Anfang des Monats sorgten zunächst sinkende Ölpreise für geringere Inflationssorgen und damit für niedrigere Erwartungen an weitere Zinserhöhungen in den USA. Am 5. August legte Spot-Gold innerhalb eines Tages um mehr als vier Prozent auf rund 4.253 Dollar zu. Gleichzeitig fielen Renditen von US-Staatsanleihen und der Dollar verlor an Wert.

Ein schwächerer Dollar kann Gold für Käufer außerhalb des Dollarraums günstiger machen. Sinkende Anleiherenditen verringern zugleich den Nachteil des Edelmetalls gegenüber verzinslichen Anlagen. Gold selbst wirft weder Zinsen noch laufende Erträge ab.

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In der zweiten Augusthälfte kam ein weiterer Faktor hinzu. Maßnahmen des US-Finanzministeriums zum verstärkten Rückkauf länger laufender Staatsanleihen drückten zeitweise auf den Dollar und die Renditen. Zugleich überschritt der Goldpreis wichtige technische Marken. Am 21. August lag Spot-Gold um 13.41 Uhr New Yorker Zeit bei 4.623,94 Dollar. Im Tagesverlauf wurden 4.631,99 Dollar erreicht, der höchste Stand seit Mitte Mai.

Fed hält Zinsausblick offen

Die amerikanische Geldpolitik bleibt ein zentraler Unsicherheitsfaktor. Die US-Notenbank Federal Reserve ließ ihre Zielspanne für den Leitzins bei ihrer Sitzung Ende Juli unverändert bei 3,50 bis 3,75 Prozent. Drei Mitglieder des geldpolitischen Ausschusses stimmten für eine Anhebung um 0,25 Prozentpunkte.

Gleichzeitig liegt die Inflation weiterhin über dem Ziel der Notenbank. Der Preisindex für die persönlichen Konsumausgaben, der für die Fed eine wichtige Rolle spielt, lag im Juli 3,7 Prozent über dem Vorjahresniveau.

An den Terminmärkten verschoben sich die Erwartungen zuletzt mehrfach. Am Donnerstag wurde die Wahrscheinlichkeit einer Zinserhöhung bei der Fed-Sitzung im September nach Daten des CME FedWatch Tool mit rund 34 Prozent eingepreist. Für eine Erhöhung bis Dezember lag die entsprechende Wahrscheinlichkeit bei rund 74 Prozent.

Damit unterscheidet sich die aktuelle Situation von klassischen Goldrallys, die häufig durch klare Erwartungen sinkender Leitzinsen begleitet werden. Der Markt wägt derzeit vielmehr zwischen anhaltendem Inflationsdruck, möglichen Zinserhöhungen und Sorgen über langfristige US-Renditen und den Dollar ab.

Zentralbanken kaufen weiter, aber langsamer als zuvor

Auch Zentralbanken bleiben ein wichtiger Teil der Goldnachfrage. Nach Daten des World Gold Council beliefen sich ihre Nettokäufe im zweiten Quartal 2026 auf rund 289 Tonnen. Das waren deutlich mehr als die revidierten 57 Tonnen im ersten Quartal.

Im gesamten ersten Halbjahr belief sich die Nettogoldnachfrage der Zentralbanken allerdings nur auf 345 Tonnen. Damit lag sie auf dem niedrigsten Niveau eines ersten Halbjahres seit 2022. Von einer durchgehend steigenden Zentralbanknachfrage kann deshalb für 2026 bislang nicht gesprochen werden.

Parallel dazu hat sich die Nachfrage über börsengehandelte Goldprodukte wieder verbessert. Physisch besicherte Gold-ETFs verzeichneten im Juli weltweit Nettozuflüsse von rund drei Milliarden Dollar. Ihre Goldbestände erhöhten sich um 23 Tonnen auf 4.068 Tonnen. Seit Jahresbeginn beliefen sich die Nettozuflüsse bis Ende Juli auf rund elf Milliarden Dollar.

Gold bleibt unter dem Rekord aus dem Januar

Der Blick auf das Gesamtjahr zeigt, wie stark die Schwankungen inzwischen sind. Am 2. Januar lag Spot-Gold um 5.53 Uhr GMT bei 4.378,75 Dollar je Feinunze. Ende Januar beschleunigte sich die damalige Rally deutlich. Am 29. Januar wurde im Spotmarkt ein Rekordhoch von 5.594,82 Dollar erreicht.

Danach korrigierte der Markt erheblich. Ende Juli und Anfang August bewegte sich Gold zeitweise nur noch um 4.000 bis 4.100 Dollar. Der aktuelle Kurs von rund 4.608 Dollar liegt damit etwa fünf Prozent über dem Niveau des ersten Handelstages des Jahres, aber noch rund 18 Prozent unter dem Rekord vom Januar.

Auch im längerfristigen Vergleich bleibt das Preisniveau außergewöhnlich hoch. Bereits 2025 war Gold um rund 64 Prozent gestiegen und hatte damit den stärksten Jahreszuwachs seit 1979 verzeichnet.

Silber zieht mit Gold nach oben

Die Aufwärtsbewegung erfasst auch andere Edelmetalle. Am Donnerstag lag der Silberpreis am internationalen Spotmarkt um 13.54 Uhr New Yorker Zeit bei 69,35 Dollar je Feinunze und damit 1,8 Prozent höher als am Vortag. Spot-Platin lag zur selben Zeit bei 1.848,08 Dollar, Palladium bei 1.344,72 Dollar.

Silber reagiert neben Finanzmarkt- und Währungseinflüssen stärker als Gold auf industrielle Nachfrage. Entsprechend können die Schwankungen noch ausgeprägter ausfallen. Das zeigte sich bereits 2025, als Silber deutlich stärker zulegte als Gold.

Hohe Schwankungen bleiben ein Risiko

Die Entwicklung seit Januar verdeutlicht zugleich die Risiken am Edelmetallmarkt. Ein Preisrückgang von fast 1.000 Dollar zwischen dem Rekordhoch im Januar und den Kursen Anfang August zeigt, dass auch ausgeprägte Aufwärtsphasen von starken Korrekturen unterbrochen werden können.

Steigende US-Zinsen, höhere Anleiherenditen oder ein stärkerer Dollar könnten Gold belasten. Umgekehrt können sinkende Renditen, zusätzliche ETF-Zuflüsse, Zentralbankkäufe sowie wirtschaftliche oder geopolitische Unsicherheit die Nachfrage stützen. Wie sich diese Faktoren entwickeln, ist nicht verlässlich vorhersehbar. Edelmetallkurse können innerhalb kurzer Zeit stark schwanken.

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