
Der frühere BayernLB-Vorstand Gerhard Gribkowsky soll bei einem Motorradunfall in Österreich ums Leben gekommen sein. Nach Informationen der BILD starb der 68-Jährige bereits am 4. Oktober 2026 im Höllental in Niederösterreich. Der tödliche Unfall wurde von der österreichischen Polizei bestätigt. Die Identität des Verstorbenen wurde in der ursprünglichen Polizeimitteilung allerdings nicht öffentlich genannt.
Der Unfall ereignete sich am Sonntag, 4. Oktober, gegen 14.10 Uhr im Gemeindegebiet von Schwarzau im Gebirge im Bezirk Neunkirchen. Nach Angaben der Landespolizeidirektion Niederösterreich war ein 68-jähriger deutscher Staatsbürger mit seinem Motorrad auf der B27 in Richtung Reichenau unterwegs.
Bei Straßenkilometer 14,5 kam der Fahrer von der Fahrbahn ab. Sein Motorrad geriet auf den unbefestigten Straßenrand und prallte mit dem Vorderrad gegen einen Regenschachtdeckel. Der Mann wurde vom Fahrzeug geschleudert. Nachfolgende Verkehrsteilnehmer leisteten Erste Hilfe und alarmierten die Rettungskräfte. Eine Notärztin konnte nur noch seinen Tod feststellen.
Die Polizei vermutete zunächst einen Fahrfehler. Eine abschließend bestätigte Unfallursache lag jedoch nicht vor. Auch eine eigenständige namentliche Bestätigung des Todes von Gerhard Gribkowsky durch die zuständigen Behörden oder Angehörige lag zunächst nicht vor.
Gerhard Gribkowsky gehörte von 2003 bis 2008 dem Vorstand der Bayerischen Landesbank an und war dort unter anderem für das Risikomanagement verantwortlich. Internationale Aufmerksamkeit erlangte er durch seine Beteiligung am Verkauf der Formel-1-Anteile der Landesbank an den Finanzinvestor CVC Capital Partners.
Bei diesem Geschäft spielte der damalige Formel-1-Chef Bernie Ecclestone eine zentrale Rolle. Gribkowsky erhielt im Zusammenhang mit dem Verkauf rund 44 Millionen US-Dollar. Nach den späteren gerichtlichen Feststellungen hatte er sich finanzielle Vorteile dafür zusagen lassen, dass er auf die Entscheidungen innerhalb der BayernLB Einfluss nahm.
Die Zahlungen wurden über zwischengeschaltete Gesellschaften und eine Stiftung in Österreich abgewickelt. Außerdem verschwieg Gribkowsky die Einnahmen gegenüber den deutschen Finanzbehörden.
Am 27. Juni 2012 verurteilte das Landgericht München I den früheren Bankmanager wegen Bestechlichkeit in Tateinheit mit Untreue sowie wegen Steuerhinterziehung in zwei Fällen zu acht Jahren und sechs Monaten Freiheitsstrafe.
Das Gericht stellte fest, dass Gribkowsky im Zusammenhang mit den Geschäften insgesamt 32,5 Millionen Euro erhalten hatte. Sowohl die Staatsanwaltschaft als auch der Verurteilte legten zunächst Revision ein, zogen ihre Rechtsmittel später jedoch zurück. Damit wurde das Urteil im Mai 2013 rechtskräftig.
Gribkowsky kam im März 2016 vorzeitig aus der Haft frei.
Das Verfahren hatte erhebliche Auswirkungen auf die damalige Führung der Formel 1. Auch Bernie Ecclestone musste sich wegen des Verdachts der Bestechung und Anstiftung zur Untreue vor dem Landgericht München I verantworten.
Sein Verfahren wurde im August 2014 gegen eine Geldauflage von 100 Millionen US-Dollar eingestellt. Eine strafrechtliche Verurteilung Ecclestones erfolgte in diesem Verfahren nicht.
Gribkowskys rechtskräftiges Urteil blieb dagegen bestehen. Der Fall zählt zu den international bekannt gewordenen Korruptionsverfahren im Zusammenhang mit dem früheren Eigentümerwechsel der Formel 1.
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