
Borussia Dortmund möchte die Zusammenarbeit mit Serhou Guirassy über den Sommer 2028 hinaus fortsetzen. Bei den anstehenden Vertragsgesprächen soll der 30 Jahre alte Mittelstürmer allerdings zunächst hinter anderen Leistungsträgern zurückstehen. Das berichtete das Fußballportal 90min.de am Freitag, 30. Oktober 2026, unter Berufung auf Informationen aus dem Bild-Podcast „Dortmund Insider“. Sport-Geschäftsführer Lars Ricken hatte das grundsätzliche Interesse des BVB an einer Verlängerung bereits bestätigt. Eine verbindliche Reihenfolge der Verhandlungen gab der Verein bislang nicht bekannt.
Die Vertragsverlängerung mit Guirassy gehört zu mehreren Personalentscheidungen, die Borussia Dortmund in den kommenden Monaten beschäftigen. Neben dem guineischen Nationalspieler stehen auch Torhüter Gregor Kobel, Innenverteidiger Waldemar Anton und Außenverteidiger Julian Ryerson bis zum 30. Juni 2028 unter Vertrag.
Sport-Geschäftsführer Lars Ricken hatte sich bereits am 28. Oktober gegenüber Sport Bild zur Zukunft der vier Profis geäußert. Dabei bestätigte er, dass der Verein die Zusammenarbeit mit allen vier Spielern unter wirtschaftlich passenden Bedingungen fortsetzen wolle. Einen konkreten Termin für mögliche Vertragsabschlüsse nannte der 50-Jährige nicht.
Ricken erklärte ausdrücklich, dass der Klub keine laufenden Angaben zum zeitlichen Ablauf machen werde. Mit Blick auf Guirassy betonte er zudem, dass es nach seiner Darstellung bislang keine Gespräche mit dem Stürmer oder dessen Beratern gegeben habe, in denen Guirassy einen Abschiedswunsch geäußert habe. Die sportliche Führung sehe den Angreifer weiterhin als wichtigen Bestandteil der Mannschaft.
Eine mögliche Reihenfolge der Vertragsgespräche wurde im Bild-Format „Dortmund Insider“ thematisiert, das am 29. Oktober entsprechende Inhalte veröffentlichte. Am 30. Oktober griffen unter anderem 90min.de und Fussballtransfers.com die Angaben auf.
Nach der Darstellung von BVB-Reporter Sebastian Wessling soll zunächst Waldemar Anton einen neuen Vertrag erhalten. Mit dem Innenverteidiger würden demnach bereits Gespräche geführt. Anschließend stehe eine Verlängerung mit Gregor Kobel auf der Agenda. Beide Personalien sollen nach Möglichkeit noch 2026 geklärt werden.
Erst danach könnten Gespräche mit Julian Ryerson und Serhou Guirassy folgen. Für den Mittelstürmer wurde dabei ein möglicher Verhandlungsbeginn Anfang 2027 beziehungsweise im Frühjahr genannt. Eine unabhängige Bestätigung dieser Reihenfolge durch Borussia Dortmund lag zunächst nicht vor. Auch eine bereits erzielte Einigung mit einem der vier Spieler wurde nicht bekannt gegeben.
Sportlich gehört Guirassy weiterhin zu den prägenden Offensivspielern des BVB. Der am 12. März 1996 geborene Angreifer ist seit Juli 2024 in Dortmund unter Vertrag. Zuvor spielte er beim VfB Stuttgart, für den er in der Bundesligasaison 2023/24 insgesamt 28 Treffer in 28 Spielen erzielte.
In seiner ersten Dortmunder Spielzeit 2024/25 traf Guirassy 21 Mal in der Bundesliga und 13 Mal in der Champions League. Damit wurde er gemeinsam mit Raphinha vom FC Barcelona Torschützenkönig der europäischen Königsklasse.
Auch in der vergangenen Saison 2025/26 blieb der guineische Nationalspieler regelmäßig erfolgreich. Nach den Wettbewerbsstatistiken des Deutschen Fußball-Bundes absolvierte er 33 Bundesligaeinsätze und erzielte 17 Tore. In der Champions League gelangen ihm fünf Treffer in zehn Spielen. Hinzu kam ein Tor bei drei Einsätzen im DFB-Pokal. Insgesamt standen damit 23 Treffer in 46 Pflichtspielen zu Buche.
In der laufenden Saison 2026/27 hatte Guirassy bis zum 30. Oktober zwölf Pflichtspiele absolviert. Dabei erzielte er sieben Tore und bereitete zwei weitere Treffer vor. In der Bundesliga standen nach sieben Einsätzen zwei Tore und zwei Vorlagen in seiner Bilanz. In drei Champions-League-Spielen traf er viermal. Hinzu kamen ein Treffer im DFB-Pokal und ein Einsatz im Franz-Beckenbauer-Supercup.
Die Zahlen verdeutlichen, dass Guirassy trotz der offenen Vertragsfrage weiterhin regelmäßig eingesetzt wird. Unter Trainer Niko Kovac zählt er zu den wichtigen Spielern im Dortmunder Angriff.
Borussia Dortmund verpflichtete Guirassy am 18. Juli 2024 vom VfB Stuttgart. Der Klub bestätigte damals einen Vertrag bis zum 30. Juni 2028. Nach Angaben von Sky Sport lag die Ablösesumme bei rund 18 Millionen Euro. Möglich wurde der Wechsel durch eine entsprechende Ausstiegsklausel im damaligen Stuttgarter Vertrag.
Auch Guirassys Vertrag in Dortmund soll eine Ausstiegsklausel enthalten haben. Sky Sport berichtete am 6. Juli 2026, dass ausgewählte europäische Spitzenvereine den Mittelstürmer für eine Ablöse von knapp unter 40 Millionen Euro hätten verpflichten können. Zu diesem Kreis hätten unter anderem Real Madrid, der FC Barcelona und mehrere englische Spitzenklubs gehört.
Nach den damaligen Sky-Informationen sollte diese Option am 15. Juli 2026 auslaufen. Borussia Dortmund bestätigte weder die genaue Höhe noch die vertraglichen Einzelheiten öffentlich. Ob für spätere Transferperioden weitere Ausstiegsmöglichkeiten vereinbart wurden, blieb offen. Eine aktuell gültige Ausstiegsklausel lässt sich daraus nicht ableiten.
Trainer Niko Kovac hatte sich im Januar 2026 während einer Phase mit vergleichsweise wenigen Treffern öffentlich hinter Guirassy gestellt. Damals betonte Kovac, dass ein Mittelstürmer auch auf die Unterstützung seiner Mitspieler angewiesen sei. Er forderte sowohl vom Angreifer als auch von dessen Mannschaftskollegen weitere Arbeit an der offensiven Leistung.
Die langfristige sportliche Bedeutung Guirassys unterstrich zuletzt auch Lars Ricken. Im Gespräch mit Sport Bild erklärte der Geschäftsführer, dass die Dortmunder Neuverpflichtungen des Sommers 2026 dazu beitragen sollten, den Stürmer noch häufiger in aussichtsreiche Situationen zu bringen.
Damit verbindet der BVB seine Personalplanung nicht nur mit möglichen Vertragsverlängerungen, sondern auch mit der Weiterentwicklung des Offensivspiels. Eine Aussage von Kovac über die aktuelle Reihenfolge der Vertragsgespräche war zunächst nicht bestätigt.
Die anstehenden Verhandlungen betreffen unterschiedliche Mannschaftsteile. Mit Kobel steht die Torhüterposition im Mittelpunkt, Anton gehört zu den wichtigen Spielern in der Abwehr und Ryerson übernimmt Aufgaben auf den Außenbahnen. Guirassy besetzt die zentrale Position im Angriff.
Für die sportliche Planung sind die Entscheidungen auch deshalb bedeutsam, weil alle vier Verträge im Sommer 2028 auslaufen. Ohne Verlängerung würden die Spieler im Sommer 2027 in ihr jeweils letztes Vertragsjahr gehen. Ein ablösefreier Wechsel nach Vertragsende wäre grundsätzlich möglich.
Die Verantwortung für die Kaderplanung liegt bei der sportlichen Führung um Geschäftsführer Lars Ricken und Sportdirektor Ole Book, der im März 2026 die Nachfolge von Sebastian Kehl angetreten hatte. Der BVB verfolgt dabei auch das Ziel, junge Spieler zu entwickeln und langfristig sportliche sowie wirtschaftliche Werte aufzubauen.
Ob Dortmund zunächst die Verträge mit Anton und Kobel abschließen und anschließend mit Guirassy verhandeln wird, ist offiziell weiterhin offen. Bestätigt ist das Interesse des Vereins an einer längerfristigen Zusammenarbeit mit dem Torjäger. Für eine Vertragsunterzeichnung oder einen konkreten Verhandlungsbeginn gibt es bislang keinen verbindlich angekündigten Termin.
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