
Der FC Energie Cottbus hat Leon Guwara erneut unter Vertrag genommen. Der 30 Jahre alte Linksverteidiger gehört damit wieder offiziell zum Kader des Zweitliga-Aufsteigers. Besonders bemerkenswert ist die Vorgeschichte: Obwohl Guwara bereits in der vergangenen Saison für die Lausitzer gespielt hatte, war sein Vertrag im Sommer nicht verlängert worden. In den vergangenen Monaten trainierte er dennoch weiter mit der Mannschaft. Nun haben die muskulären Probleme von Kapitän Axel Borgmann die Entscheidung beschleunigt.
Am Mittwoch, 14. Oktober 2026, bestätigte Energie Cottbus die Verpflichtung des erfahrenen Abwehrspielers. Guwara hatte zuvor über einen längeren Zeitraum am regulären Mannschaftstraining teilgenommen und steht deshalb unmittelbar als zusätzliche Option zur Verfügung.
Trainer Claus-Dieter Wollitz erklärte, dass die Verantwortlichen dem Linksverteidiger bewusst die Möglichkeit gegeben hätten, weiterhin mitzutrainieren. Gleichzeitig habe sich der Verein zunächst offengehalten, wie es mit dem Spieler weitergeht.
Ausschlaggebend für den neuen Vertrag ist die aktuelle Personalsituation auf der linken Abwehrseite. Kapitän Axel Borgmann hat muskuläre Probleme. Dadurch sieht Wollitz kurzfristig zusätzlichen Handlungsbedarf.
An Guwaras sportlichen Fähigkeiten habe es dagegen keine Zweifel gegeben. Der Trainer betonte in der offiziellen Vereinsmitteilung: „Von seinen Qualitäten waren wir und sind wir komplett überzeugt.“
Nach Angaben der Deutschen Presse-Agentur ist Guwaras Rückkehr für die verbleibende Saison 2026/27 vorgesehen. Eine konkrete Vertragslaufzeit veröffentlichte der Verein in seiner Mitteilung allerdings nicht.
Guwaras Rückkehr folgt auf eine ungewöhnliche Phase. Im Juli 2025 war der Außenverteidiger nach einem dreiwöchigen Probetraining zum FC Energie gewechselt. Er gehörte anschließend zum Kader, der den Aufstieg aus der 3. Liga schaffte.
Nach Saisonende lief sein Vertrag aus. Ein neues Arbeitspapier erhielt Guwara zunächst nicht. Bereits beim Trainingsauftakt im Juni 2026 war seine Zukunft offen. Damals stand fest, dass er die Vorbereitung mitmachen durfte und anschließend über eine weitere Zusammenarbeit entschieden werden sollte.
Auch nach dem Beginn der Zweitligasaison blieb Guwara ohne Vertrag. Er trainierte jedoch weiterhin regelmäßig mit seinen bisherigen Mannschaftskollegen.
Neben der sportlichen Planung spielten wirtschaftliche Überlegungen eine Rolle. Noch am 9. Oktober hatte Wollitz erklärt, dass der Verein durch eine spätere Verpflichtung Geld sparen könne. Auf der Pressekonferenz zur Bekanntgabe des Vertrags verwies der Trainer erneut auf die begrenzten finanziellen Möglichkeiten des Aufsteigers.
Die Entscheidung fiel schließlich, als der Bedarf auf der Linksverteidigerposition durch Borgmanns Beschwerden größer wurde.
Die Verpflichtung von Guwara verschafft Energie Cottbus zusätzliche personelle Möglichkeiten auf der linken Defensivseite. Borgmann musste zuletzt beim Auswärtsspiel gegen Darmstadt 98 vorzeitig ausgewechselt werden und hat weiterhin mit gesundheitlichen Problemen zu kämpfen.
Wollitz machte deutlich, dass Guwara für die Position über besondere Qualitäten verfüge. Zwar besitzt der Kader mit Hasan Zaydan, Anderson Lucoqui und Fousseny Doumbia weitere Spieler, die dort eingesetzt werden können. Nach Einschätzung des Trainers bietet Guwara jedoch Eigenschaften, die für die gewünschte Besetzung der Position besonders wichtig sind.
Ein wesentlicher Vorteil ist seine unmittelbare Verfügbarkeit. Guwara kennt die Mannschaft, die Trainingsabläufe und die taktischen Vorstellungen des Trainers. Nach Angaben von Wollitz hat er mehr als drei Monate ohne Verletzungsunterbrechung am Training teilgenommen.
Damit unterscheidet sich die Personalentscheidung von einer gewöhnlichen Verpflichtung eines vereinslosen Spielers, der zunächst wieder in den Trainingsbetrieb integriert werden müsste.
Guwara könnte bereits am Freitag, 16. Oktober, im Heimspiel gegen den 1. FC Nürnberg zum Einsatz kommen. Ob er tatsächlich in der Startelf steht, war zum Zeitpunkt der Vertragsbekanntgabe noch offen.
Leon Guwara wurde am 28. Juni 1996 in Köln geboren. Seine fußballerische Ausbildung begann er bei Schwarz-Weiß Köln, bevor er in den Nachwuchsbereich des 1. FC Köln wechselte. Anschließend setzte er seine Karriere beim SV Werder Bremen fort.
Bei Werder kam Guwara zunächst in der zweiten Mannschaft zum Einsatz und sammelte später erste Erfahrungen in der Bundesliga. Weitere Erstligaspiele absolvierte er für den SV Darmstadt 98.
Auch die 2. Bundesliga kennt der 1,85 Meter große Verteidiger bereits. Er spielte dort für den 1. FC Kaiserslautern und den SSV Jahn Regensburg. Das DFB-Datencenter verzeichnet insgesamt 63 Zweitligaeinsätze sowie 18 Bundesligapartien.
Hinzu kommen internationale Erfahrungen. In den Niederlanden stand Guwara beim FC Utrecht und bei VVV-Venlo unter Vertrag. Für beide Vereine absolvierte er nach Angaben von Energie Cottbus insgesamt 44 Spiele in der Eredivisie, der höchsten niederländischen Spielklasse.
Nach seiner Rückkehr nach Deutschland spielte er für Jahn Regensburg und den FC Ingolstadt 04, bevor er im Sommer 2025 nach Cottbus wechselte.
In seiner ersten Spielzeit bei Energie Cottbus gehörte Guwara zum Kader, der den Aufstieg in die 2. Bundesliga erreichte. Nach Angaben des Vereins absolvierte er in der Saison 2025/26 insgesamt 20 Pflichtspiele.
Die Statistik des Deutschen Fußball-Bundes weist für diesen Zeitraum 15 Einsätze in der 3. Liga sowie zwei weitere Partien im DFB-Pokal aus. In den 15 Drittligaspielen gelangen ihm weder ein Treffer noch eine Torvorlage.
Guwaras Einsatzmöglichkeiten waren während der Saison auch durch Verletzungsprobleme eingeschränkt. Schon beim Trainingsauftakt im Juni 2026 war seine weitere Zukunft deshalb nicht abschließend geklärt.
Mit seiner erneuten Verpflichtung erhält der Außenverteidiger nun die Gelegenheit, erstmals im Trikot von Energie Cottbus in der 2. Bundesliga aufzulaufen. Für den Verein ist er ein erfahrener Spieler, der bereits mit der Mannschaft vertraut ist und keine längere Eingewöhnungsphase benötigt.
Die Rückkehr von Guwara steht zugleich für die besonderen Herausforderungen, denen sich Energie Cottbus nach dem Aufstieg gegenübersieht. Der Verein muss einen konkurrenzfähigen Zweitligakader aufbauen und dabei seine wirtschaftlichen Möglichkeiten berücksichtigen.
Schon während der Sommervorbereitung hatte Wollitz zusätzliche Verstärkungen gefordert. Nicht alle geplanten Verpflichtungen konnten umgesetzt werden. Im September erklärte der Trainer, dass mehrere mögliche Transfers aus wirtschaftlichen Gründen nicht realisierbar gewesen seien.
Bei Guwara bot sich dem Verein nun eine andere Möglichkeit. Der Verteidiger war bereits in den Trainingsbetrieb eingebunden, hatte keinen laufenden Vertrag bei einem anderen Klub und konnte kurzfristig verpflichtet werden.
Die Entscheidung bedeutet allerdings nicht, dass sämtliche personellen Fragen in der Defensive geklärt sind. Sie erweitert zunächst die Optionen auf der linken Abwehrseite und soll den unmittelbaren Druck durch die Probleme von Kapitän Borgmann verringern.
Nach sieben Spieltagen steht Energie Cottbus mit acht Punkten auf dem achten Tabellenplatz der 2. Bundesliga. Am Freitag empfängt die Mannschaft den bislang ungeschlagenen Tabellenzweiten 1. FC Nürnberg.
Für Guwara könnte die Partie bereits die Rückkehr in den Pflichtspielbetrieb bedeuten. Fest steht, dass aus dem monatelang mittrainierenden Spieler wieder ein reguläres Mitglied des Profikaders geworden ist.
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