Berliner Datenleck könnte weitreichendere Folgen haben

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Grzegorz Walczak

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Nach dem schweren Hackerangriff auf die Berliner Verwaltung wächst die Sorge über die Folgen des Datenabflusses. Rund 1,44 Millionen Dateien mit einem Gesamtumfang von etwa 5,8 Terabyte wurden nach dem Ende eines Erpressungsversuchs im Darknet veröffentlicht. Während die Berliner Behörden die Daten weiterhin auswerten, beschäftigen sich inzwischen auch Bundesbehörden mit möglichen Sicherheitsrisiken.

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Betroffen sind Bereiche der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Bauen und Wohnen sowie der Senatsverwaltung für Mobilität, Verkehr, Klimaschutz und Umwelt. Nach Angaben der Berliner Datenschutzbeauftragten wurden bei dem Angriff zwischen dem 7. und 12. August 2026 umfangreiche Daten kopiert. Darunter befinden sich personenbezogene Informationen von Beschäftigten. Auch Daten von Bürgerinnen und Bürgern könnten betroffen sein.

Millionen Dateien nach Erpressungsversuch veröffentlicht

Zu dem Angriff hat sich die Ransomware-Gruppe Rhysida bekannt. Sie verlangte vom Land Berlin 30 Bitcoin, umgerechnet rund zwei Millionen Euro. Berlin lehnte eine Zahlung ab. Nach Ablauf der gesetzten Frist wurden die gestohlenen Daten veröffentlicht.

Die Größenordnung ist erheblich. Nach übereinstimmenden Angaben handelt es sich um rund 1,44 Millionen Dateien mit insgesamt etwa 5,8 Terabyte Daten. Noch vor der Veröffentlichung hatte die Gruppe selbst behauptet, ungefähr 5,7 Terabyte erbeutet zu haben. Die vollständige Zusammensetzung des Datenbestands ist weiterhin Gegenstand der Untersuchungen.

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Die Berliner Datenschutzbeauftragte weist darauf hin, dass die große Datenmenge bislang nicht vollständig gesichtet werden konnte. Deshalb steht noch nicht fest, wie viele Menschen tatsächlich betroffen sind und welche Kategorien personenbezogener Informationen veröffentlicht wurden.

Hinweise auf sicherheitsrelevante Unterlagen

Besondere Aufmerksamkeit gilt möglichen Unterlagen zu kritischen Infrastrukturen und anderen sicherheitsrelevanten Bereichen. ARD und weitere Medien berichten auf Grundlage eigener Prüfungen über Dokumente, die unter anderem Heizkraftwerke, Wasserwerke, Notstromanlagen, Umspannwerke, Rüstungsunternehmen sowie Bereiche der Bundeswehr betreffen sollen. Eine abschließende behördliche Bestätigung des gesamten Umfangs dieser Angaben lag zunächst nicht vor.

Dass die Sicherheitsdimension über den unmittelbaren Datenschutzfall hinausgehen könnte, zeigt die Beteiligung des Bundes. Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik, das Bundeskriminalamt und das Bundesamt für Verfassungsschutz unterstützen die Ermittlungen. Erkenntnisse werden auch im Gemeinsamen Cyberabwehrzentrum zusammengeführt.

Die Bundesregierung erklärte zudem, mögliche Auswirkungen auf die militärische Sicherheit würden geprüft. Nach bisherigem Kenntnisstand seien Datensysteme des Bundes selbst nicht betroffen.

Berlin richtet zentrale Steuerungseinheit ein

In der Berliner Senatskanzlei wurde inzwischen eine zusätzliche Steuerungseinheit eingerichtet. Sie soll die Sichtung und Bewertung der abgeflossenen Daten koordinieren. Beteiligt sind unter anderem das Landeskriminalamt, die betroffenen Senatsverwaltungen, die Berliner Datenschutzaufsicht und weitere Sicherheitsstellen.

Die Analyse erfolgt nach Angaben des Senats nach Dringlichkeit. Sicherheitskritische Erkenntnisse sollen unmittelbar an betroffene Behörden oder Einrichtungen weitergegeben werden. Parallel sollen Bürger und Unternehmen informiert werden, wenn sich bei der Auswertung eine konkrete Betroffenheit feststellen lässt.

BSI warnt vor Phishing und möglichem Missbrauch

Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik warnt nach der Veröffentlichung vor zusätzlichen Risiken. Gestohlene personenbezogene Informationen können beispielsweise für gezielte Phishing-Versuche genutzt werden. Auch Daten zu Unternehmen oder kritischen Infrastrukturen könnten abhängig von ihrer Sensibilität die Bedrohungslage verschärfen.

Vor der Berliner Abgeordnetenhauswahl am 20. September weist das BSI außerdem grundsätzlich auf das Risiko sogenannter Hack-and-Leak-Aktionen hin. Dabei können gestohlene Dokumente veröffentlicht oder in irreführende Zusammenhänge gestellt werden. Für den konkreten Berliner Angriff gehen die Sicherheitsbehörden bislang jedoch von einem finanziellen Motiv der Tätergruppe aus.

Für möglicherweise betroffene Menschen empfiehlt die Berliner Datenschutzbeauftragte unter anderem, ungewöhnliche Nachrichten besonders kritisch zu prüfen, verdächtige Links nicht zu öffnen und Konto- sowie Kreditkartenbewegungen zu beobachten. Wer konkrete Hinweise auf den Missbrauch eigener Daten erhält, kann sich an die Polizei und die zuständigen Senatsverwaltungen wenden.

Wie weit die Folgen des Angriffs tatsächlich reichen, hängt nun vor allem davon ab, welche Informationen sich unter den Millionen veröffentlichten Dateien befinden. Die Behörden prüfen deshalb nicht nur mögliche Datenschutzverletzungen, sondern auch Auswirkungen auf staatliche Stellen, Unternehmen und sicherheitsrelevante Einrichtungen.

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