Union Berlin: Jens Härtel gibt Traineramt nach wenigen Monaten ab

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Der 1. FC Union Berlin muss seine U19 neu aufstellen. Trainer Jens Härtel hat sein Amt niedergelegt und angekündigt, vorerst nicht mehr als Fußballtrainer zu arbeiten. Hintergrund ist ein Strafantrag des Kontrollausschusses des Deutschen Fußball-Bundes (DFB). Dem 57-Jährigen werden diskriminierende Äußerungen während des Trainings vorgeworfen. Der Verein bestätigte die personelle Entscheidung am Sonntag, 11. Oktober 2026.

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Damit endet die Tätigkeit von Jens Härtel bei Union Berlin bereits wenige Monate nach seinem Amtsantritt. Der erfahrene Fußballlehrer räumte in einer vom Verein veröffentlichten Stellungnahme eigenes Fehlverhalten ein und entschuldigte sich bei der Mannschaft, dem Trainerteam und den Verantwortlichen. Zugleich erklärte er, dass es niemals seine Absicht gewesen sei, andere Menschen durch seine Aussagen zu verletzen oder zu diskriminieren.

DFB-Kontrollausschuss beantragte Betätigungsverbot

Auslöser der jüngsten Entwicklung ist ein Verfahren auf Verbandsebene. Nach Angaben von Union Berlin hat der DFB-Kontrollausschuss ein mehrwöchiges Betätigungsverbot gegen Härtel beantragt. Grundlage seien diskriminierende Äußerungen im Trainingsbetrieb der Nachwuchsmannschaft.

Ein solcher Strafantrag ist allerdings nicht mit einer bereits verhängten Sanktion gleichzusetzen. Ob das zuständige Sportgericht über den Antrag bereits entschieden hat, war zunächst nicht offiziell bestätigt. Auch die genaue Dauer eines möglichen Betätigungsverbots wurde nicht genannt.

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Der Verein machte keine detaillierten Angaben zum Inhalt der beanstandeten Aussagen. Ebenso blieb offen, auf welche konkreten Situationen sich der Antrag des Kontrollausschusses bezieht.

Härtel zog unabhängig von einer abschließenden Verbandsentscheidung persönliche Konsequenzen. Er informierte Union darüber, dass er seine Trainertätigkeit auf unbestimmte Zeit unterbrechen wolle.

Anonymes Schreiben führte zu interner Aufarbeitung

Den Ausgangspunkt bildete nach Darstellung des Berliner Bundesligisten ein anonymes Schreiben. Darin seien Vorwürfe gegen Härtel erhoben worden, die sich auf diskriminierendes Verhalten bezogen hätten.

Union Berlin leitete daraufhin nach eigenen Angaben eine interne Aufarbeitung ein, bei der externe fachliche Unterstützung hinzugezogen wurde.

Dabei betonte der Verein, dass bei den angebotenen internen und externen Anlaufstellen bislang keine persönliche Beschwerde eines unmittelbar Betroffenen eingegangen sei. Nach Einschätzung der an der Aufarbeitung Beteiligten habe außerdem keine Gefährdung von Spielern bestanden.

Das Fehlen einer persönlichen Beschwerde bedeutet allerdings nicht, dass die beanstandeten Äußerungen nicht stattgefunden haben. Unklar blieb zunächst, welche konkreten Feststellungen im Zuge der vereinsinternen Untersuchungen getroffen wurden.

Union Berlin bestätigte jedoch, dass Härtels Verhalten bereits vor seinem Rücktritt Konsequenzen innerhalb des Vereins hatte. Welche Maßnahmen im Einzelnen ergriffen wurden, teilte der Klub nicht mit.

Härtel kündigt persönliche Aufarbeitung an

In seiner Stellungnahme übernahm Härtel Verantwortung für eigenes Fehlverhalten. Er erklärte, seiner besonderen Rolle als Vorbild im Nachwuchsfußball nicht ausreichend gerecht geworden zu sein.

Seine Entschuldigung richtete sich ausdrücklich nicht nur an die jungen Fußballer, sondern auch an die Beschäftigten im unmittelbaren Umfeld der Mannschaft sowie den gesamten Verein.

Gleichzeitig machte der 57-Jährige deutlich, dass er keine diskriminierende Absicht verfolgt habe. Er wolle die Zeit außerhalb des Trainerberufs nutzen, um sein Verhalten kritisch zu betrachten und fachliche Unterstützung in Anspruch zu nehmen.

Nach seinen Angaben hatte dieser persönliche Prozess bereits in den vergangenen Wochen begonnen. Härtel dankte seinen bisherigen Kollegen und Union Berlin für die Unterstützung.

Einen Termin für eine mögliche Rückkehr in den Trainerberuf nannte er nicht. Die Entscheidung betrifft damit zunächst nicht nur seine bisherige Aufgabe bei der U19, sondern seine berufliche Tätigkeit insgesamt.

Union Berlin bestätigt vereinsinterne Sanktionen

Auch Unions Geschäftsführer für den Nachwuchs- und Amateurfußball und Präsidiumsmitglied Lutz Munack äußerte sich zu dem Vorgang.

Munack bestätigte, dass sich Härtel aus Sicht des Vereins falsch verhalten habe und deshalb sanktioniert worden sei. Die Entscheidung des Trainers, seine Tätigkeit zu unterbrechen, werde respektiert. Verein und Trainer hätten sich auf eine Auszeit verständigt.

Zugleich würdigte Munack Härtels bisherige Bemühungen, sich mit den Vorwürfen auseinanderzusetzen. Das Verhältnis zwischen Trainer und Mannschaft beschrieb er weiterhin als intakt.

Der Bundesligist kündigte darüber hinaus organisatorische Konsequenzen an. Maßnahmen zur Verhinderung diskriminierender Äußerungen und Verhaltensweisen sollen künftig verpflichtend in die Fortbildung der Trainer im Nachwuchsbereich aufgenommen werden.

Dabei will der Verein ausdrücklich auch unbeabsichtigtes Fehlverhalten berücksichtigen. Zudem sollen Nachwuchsspieler weiterhin ermutigt werden, unangemessene Behandlung oder Äußerungen über die vorhandenen Anlaufstellen zu melden.

Härtel war erst im Sommer zu Union zurückgekehrt

Die Verpflichtung von Jens Härtel hatte Union Berlin bereits am 7. Mai 2026 bekannt gegeben. Zur Saison 2026/27 übernahm er die U19 und kehrte damit an einen Verein zurück, für den er früher selbst gespielt hatte.

Als aktiver Fußballer stand Härtel zwischen 1993 und 2000 mit einer Unterbrechung für Union auf dem Platz. Anschließend entwickelte er sich zu einem erfahrenen Trainer im deutschen Profifußball.

Zu seinen bisherigen Stationen gehörten unter anderem der 1. FC Magdeburg und Hansa Rostock. Beide Vereine führte er während seiner jeweiligen Amtszeit in die 2. Bundesliga. Später trainierte er Eintracht Braunschweig und den Drittligisten Erzgebirge Aue. Dort endete seine Tätigkeit im Januar 2026.

Bei Union sollte Härtel vor allem die Entwicklung junger Talente begleiten und den Übergang aus dem Nachwuchsbereich in den höherklassigen Fußball unterstützen. Seine Verpflichtung war auch aufgrund der früheren Verbindung zum Verein von Bedeutung.

Nachfolge bei Unions U19 zunächst ungeklärt

Mit dem Rücktritt steht Union Berlin vor einer neuen personellen Entscheidung im Nachwuchsleistungszentrum. Eine offizielle Nachfolge für Härtel wurde in der Mitteilung vom 11. Oktober nicht benannt.

Als Assistenztrainer war für die laufende Saison Martin Schmitt vorgesehen. Das hatte der Verein bereits im Juni bei der Vorstellung seiner Nachwuchstrainer bekannt gegeben. Eine ausdrückliche Bestätigung, dass Schmitt nun vorübergehend die Verantwortung für die U19 übernimmt, lag zunächst nicht vor.

Für Union bedeutet die Entwicklung einen Trainerwechsel mitten in der laufenden Saison. Während die sportliche Betreuung der Nachwuchsmannschaft neu geregelt werden muss, will der Verein seine Maßnahmen gegen diskriminierendes Verhalten weiter ausbauen.

Ob und wann Jens Härtel wieder eine Aufgabe im Fußball übernimmt, ist offen. Fest steht zunächst, dass der 57-Jährige sein Amt bei Union Berlin abgegeben hat und seine Trainertätigkeit bis auf Weiteres unterbrechen möchte.

Texte werden mit Unterstützung von KI-Tools erstellt und vor Veröffentlichung redaktionell geprüft. Mehr dazu