
Deutschland bekommt mit 015333 eine neue Handyvorwahl. Die Bundesnetzagentur hat den entsprechenden Rufnummernblock der Simsalasim Germany GmbH aus Berlin zugeteilt. Das Unternehmen kündigt einen Mobilfunktarif für zehn Euro monatlich an, der unbegrenztes Datenvolumen in 100 Ländern sowie Telefonie und SMS zu Rufnummern in 50 Ländern umfassen soll. Allerdings gelten bestimmte Nutzungsbedingungen. Ein regulärer Marktstart ist für den 3. November 2026 noch nicht bestätigt.
Die neue Handyvorwahl 015333 gehört offiziell zum Rufnummernbereich der Simsalasim Germany GmbH. Das geht aus der veröffentlichten Übersicht der Bundesnetzagentur über zugeteilte Mobilfunknummernblöcke hervor. Damit kann das Unternehmen eigene Mobilfunkrufnummern aus diesem Bereich vergeben.
Simsalasim hat seinen Sitz in Berlin. Geschäftsführer ist unter anderem Lars Hinrichs, der als Gründer des beruflichen Netzwerks Xing bekannt wurde. Im Handelsregister wird die Gesellschaft unter der Nummer HRB 267351 beim Amtsgericht Charlottenburg geführt.
Das Unternehmen verfolgt ein anderes technisches Modell als ein klassischer Mobilfunknetzbetreiber mit eigener bundesweiter Antenneninfrastruktur. Simsalasim arbeitet als virtueller Netzbetreiber, international als Mobile Virtual Network Operator bezeichnet. In Deutschland nutzt das Unternehmen nach bisherigen Angaben das Mobilfunknetz von Telefónica, zu dem auch die Marke O2 gehört.
Nach eigenen Angaben betreibt Simsalasim wesentliche Teile seiner technischen Vermittlungsinfrastruktur selbst. Die Funkverbindungen werden über bestehende Mobilfunknetze bereitgestellt.
Im Mittelpunkt des angekündigten Angebots steht ein monatlicher Grundpreis von zehn Euro. Dafür verspricht Simsalasim unbegrenztes mobiles Datenvolumen in 100 Ländern. Die Nutzung von 5G soll überall dort möglich sein, wo das jeweilige Mobilfunknetz diese Technik unterstützt.
Nach Darstellung des Unternehmens gibt es bei regulärer Smartphone-Nutzung weder eine festgelegte Gigabyte-Grenze noch eine automatische Geschwindigkeitsreduzierung nach einem bestimmten Datenverbrauch.
Zusätzlich sollen Telefonate und SMS zu Rufnummern in 50 Ländern im Grundpreis enthalten sein. Anrufe zwischen Simsalasim-Kunden sind nach den veröffentlichten Tarifinformationen ebenfalls eingeschlossen.
Das Unternehmen sieht lediglich einen einheitlichen Tarif vor. Unterschiedliche Tarifstufen mit größeren oder kleineren Datenpaketen sind nicht vorgesehen. Eine Mindestvertragslaufzeit und eine einmalige Aktivierungsgebühr soll es nicht geben.
Eine wichtige Einschränkung betrifft die Verwendung des mobilen Internetzugangs. Simsalasim erlaubt ausdrücklich, ein Smartphone als Hotspot einzusetzen. Nutzer können damit beispielsweise einen Laptop oder ein Tablet über die Mobilfunkverbindung ins Internet bringen.
Für diese Nutzung soll kein zusätzlicher Betrag berechnet werden. Auch eine gesonderte Drosselung des Datenvolumens ist nach den Tarifinformationen nicht vorgesehen.
Ausgeschlossen ist dagegen die dauerhafte Verwendung als Ersatz für einen stationären Internetanschluss. Der Anbieter untersagt insbesondere den Einsatz in Routern, Servern und vergleichbaren Geräten sowie dauerhaftes Tethering zur Versorgung eines Haushalts oder Büros.
Bei fortgesetzter vertragswidriger Verwendung behält sich das Unternehmen eine ordentliche Kündigung vor. Eine zusätzliche Verbrauchsgebühr sieht Simsalasim für solche Fälle nicht vor.
Damit unterscheidet sich das angekündigte Angebot von einem uneingeschränkt nutzbaren Internetanschluss für sämtliche Geräte eines Haushalts. Die Flatrate ist ausdrücklich für die persönliche Smartphone-Nutzung vorgesehen.
Eine Besonderheit des Tarifs ist die geplante umfangreiche Auslandsabdeckung. Während das gesetzlich geregelte EU-Roaming vor allem innerhalb der Europäischen Union sowie bestimmter weiterer europäischer Staaten gilt, will Simsalasim seinen Kunden die mobile Datennutzung in insgesamt 100 Ländern ermöglichen.
Zu den angekündigten Ländern gehören unter anderem die Schweiz, Großbritannien, die Türkei, die USA, Japan und Australien. Für den konkreten Umfang sind die jeweiligen Länderlisten maßgeblich.
Dabei unterscheidet das Unternehmen zwischen mobiler Datennutzung und Telefonie. Für Datenverbindungen ist entscheidend, in welchem Land sich das Smartphone befindet. Bei Telefonaten und SMS kommt es dagegen auf die Zielrufnummer an.
So kann nach den Anbieterangaben beispielsweise ein Anruf aus Thailand nach Deutschland im Tarif enthalten sein, sofern eine entsprechende Netzverbindung besteht. Die vollständigen Länderlisten sollen in der App abrufbar sein.
Für zusätzliche Reiseziele sind kostenpflichtige Datenpakete vorgesehen. Auch für Telefonate zu nicht enthaltenen Zielrufnummern soll es Ergänzungsangebote geben. In einzelnen Ländern wird allerdings kein Service angeboten.
Anders als viele etablierte Mobilfunkanbieter plant Simsalasim keine klassischen SIM-Karten aus Kunststoff. Stattdessen erfolgt die Bereitstellung ausschließlich über eine elektronische SIM-Karte.
Voraussetzung ist ein kompatibles Smartphone, das die Installation eines digitalen Mobilfunkprofils unterstützt. Die Einrichtung soll unmittelbar über die App erfolgen. Ein Ladenbesuch oder der Versand einer SIM-Karte ist nicht vorgesehen.
Kunden sollen außerdem ihre bisherige Handynummer behalten können. Die Rufnummernmitnahme kann nach den veröffentlichten Angaben über die App angestoßen werden. Während dieses Vorgangs stellt Simsalasim zunächst eine vorübergehende Nummer bereit.
Die neue Vorwahl 015333 ist deshalb nicht zwingend mit jedem künftigen Anschluss des Unternehmens verbunden. Wer seine bisherige Rufnummer mitnimmt, behält auch die bisherige Vorwahl.
Die Bundesnetzagentur bestätigt grundsätzlich, dass Mobilfunkkunden ihre Telefonnummer beim Anbieterwechsel mitnehmen dürfen. Dafür darf kein gesondertes Entgelt erhoben werden.
Auch beim Abrechnungsmodell setzt Simsalasim auf vergleichsweise einfache Bedingungen. Der Tarif soll sich monatlich automatisch verlängern, solange keine Kündigung erfolgt.
Die Kündigung kann nach Anbieterangaben jederzeit über die App vorgenommen werden. Sie wird zum Ende des laufenden Abrechnungszeitraums wirksam. Eine gesonderte Kündigungsgebühr ist nicht vorgesehen.
Der Abrechnungszeitraum beginnt grundsätzlich mit der ersten Verbindung zum Mobilfunknetz. Wird eine bereits installierte eSIM innerhalb von 30 Tagen nicht genutzt, startet der Abrechnungszeitraum anschließend automatisch.
Eine weitere Besonderheit ist die nachträgliche Zahlung der monatlichen Grundgebühr. Der Tarif wird laut Simsalasim erst am Ende des jeweiligen Abrechnungszeitraums berechnet. Zusätzliche Produkte wie VPN-Dienste und internationale Datenpakete unterliegen eigenen Zahlungsbedingungen.
Der angekündigte Tarif kommt in einen Mobilfunkmarkt, in dem die Datenübertragung seit Jahren zunimmt. Nach dem Jahresbericht 2025 der Bundesnetzagentur verbrauchten aktive SIM-Profile in Deutschland durchschnittlich rund 8,4 Gigabyte pro Monat. Das entsprach einem Anstieg um etwa 13 Prozent gegenüber dem Vorjahr.
Insgesamt wurden 2025 über die deutschen Mobilfunknetze rund 10,9 Milliarden Gigabyte übertragen. Ein Jahr zuvor waren es noch 9,6 Milliarden Gigabyte gewesen.
Die Zahlen verdeutlichen die zunehmende wirtschaftliche Bedeutung mobiler Datenverbindungen. Gleichzeitig konkurrieren die etablierten Netzbetreiber Telekom, Vodafone, Telefónica und 1&1 mit zahlreichen weiteren Mobilfunkmarken um Kunden.
Mit zehn Euro monatlich und dem angekündigten internationalen Leistungsumfang würde Simsalasim ein preislich auffälliges Angebot in diesem Markt platzieren.
Noch ist der Tarif allerdings nicht regulär für alle Interessenten buchbar. Auf der Website des Unternehmens wird weiterhin eine Warteliste angeboten. Ein verbindlicher Termin für den allgemeinen Verkaufsstart wurde bis zum 3. November 2026 nicht veröffentlicht.
Damit sind die Zuteilung der Vorwahl und die angekündigten Vertragsbedingungen bereits konkret dokumentiert. Praktische Erfahrungen zur tatsächlichen Netzleistung, Geschwindigkeit und internationalen Nutzung im regulären Kundenbetrieb liegen dagegen noch nicht in ausreichendem Umfang vor.
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